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Armin Veh : Der König von Frankfurt

Entscheidung für die Eintracht: Armin Veh hat die Spekulationen beendet Bild: Wonge Bergmann

Kein Trainer hat die Eintracht zuletzt so herausgefordert wie Armin Veh - aber keiner hat zugleich auch so viel Phantasie entfacht. Um die Idealbesetzung zu halten, geht der Verein sogar ins finanzielle Risiko - und hofft deshalb umso mehr auf einen Sieg in Fürth (17.30 Uhr).

          Wohin führt der Weg von Eintracht Frankfurt? Rein in die Europapokalwettbewerbe? Es wäre am Ende eine Sensation für den Aufsteiger. Oder fehlt der Überraschungself dann doch die Substanz, sich beim Saisonfinale um die lukrativen Plätze in der Fußball-Bundesliga gegen die Konkurrenz zu behaupten? Zu sehr fixieren möchte sich Trainer Armin Veh derzeit gar nicht auf die Chancen im Verteilungskampf um die letzten Punkte, weil er glaubt, seine auf Top-Level recht unerfahrene Mannschaft damit zu überfordern.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Ich habe nicht das Gefühl, sie jetzt unter Druck setzen und darüber viel reden zu müssen. Es wäre dann auch nicht sinnvoll, mit einer Enttäuschung in den Köpfen in die neue Saison zu gehen“, sagt der Trainer. An diesem Sonntag spielt die Eintracht beim Tabellenletzten Greuther Fürth, der in dieser Runde nicht eine einzige Heimpartie gewonnen hat(17.30 Uhr/ F.A.Z.-Liveticker)

          Vieles dreht sich derzeit in Frankfurt um diese Perspektiven, aber dabei vor allem um einen Mann: Armin Veh. Seit dieser Woche ist alles noch mehr als zuvor schon auf den 52 Jahre alten Fußballlehrer zugeschnitten worden, nachdem sein Verbleib per Vertragsunterschrift gesichert wurde. Dem voraus ging allerdings ein wochenlanger Schwebezustand mit vielen Spekulationen um die Zukunft des Coaches. Kein anderer Trainer zuvor hat den Frankfurter Klub in den vergangenen Jahren so sehr herausgefordert, aber zugleich mit seiner Arbeit auch neue Phantasie entfacht.

          Prickelnd wie lange nicht

          Die schnelle Rückkehr in die Bundesliga nach dem schweren Betriebsunfall im Jahr 2011, der offensiv ausgerichtete Spielstil, die großen sportlichen Ambitionen des Trainers - so prickelnd erschien die Marke Eintracht lange nicht mehr. Um Veh vom Weitermachen zu überzeugen, erhöhten die Verantwortlichen ihre finanziellen Budgetzusagen für Neueinkäufe von zuerst drei Millionen auf sechs oder sogar angeblich acht Millionen Euro. Heribert Bruchhagen, seit Jahren das solide Gesicht der Eintracht, der die einst so schlampige Fußballunternehmung auf einen gesunden Geschäftsbetrieb trimmte, musste an die Grenzen gehen.

          „Wir sind nun bei der Vertragsverlängerung seinen Wünschen nachgekommen. Dafür fahren wir das Eigenkapital bis an die Nulllinie. Keiner sieht, dass uns das nur deshalb möglich ist, weil von uns in der sehr nachhaltigen Ära unter Trainer Friedhelm Funkel ein solches Polster aufgebaut worden ist. Davon profitiert Armin Veh heute. Ob der Weg ins Risiko richtig ist oder nicht, wird sich später herausstellen“, stellt der Vorstandschef fest. Er möchte, dass der finanzielle Zuschlag für den sportlichen Bereich nicht als selbstverständlich gesehen, sondern auch als ein besonderer Vertrauensbeweis genommen wird.

          Es gibt noch was zu tun: Armin Veh setzt sein Werk in Frankfurt fort
          Es gibt noch was zu tun: Armin Veh setzt sein Werk in Frankfurt fort : Bild: Wonge Bergmann

          Veh mischt die Eintracht auf. Nach diesem Verhandlungserfolg ist er der König von Frankfurt. Die harte Währung in diesem Business ist der sportliche Erfolg, weshalb jeder, der ihn hat und mit einer hohen Wahrscheinlichkeit weiterhin bringt, eine gute Position besitzt. Der Glaube, den richtigen Frontmann für die Umsetzung seiner sportlichen Ziele gefunden zu haben, ist fast alles. „Es gibt derzeit keinen besseren Trainer auf dem Markt. Armin Veh verfügt bei aller Gelassenheit über natürliche Autorität - das höchste Gut im Fußball.

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