Argentiniens Elf im Porträt

Mascherano das „Tier“, Riquelme der „Kopf“

Abbondanzieri: “Gibt der Abwehr Stabilität“

Abbondanzieri: "Gibt der Abwehr Stabilität"

29. Juni 2006 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft trifft im WM-Viertelfinale am Freitag in Berlin auf Argentinien (17 Uhr). Der frühere Bundesligaprofi Rodolfo Cardoso stellt das Team des zweimaligen Weltmeisters auf FAZ.NET vor. Der 37jährige bestritt zwischen 1990 und 2004 insgesamt 220 Partien in Deutschlands Eliteliga und lief dabei für den FC Homburg, den SC Freiburg, Werder Bremen und den Hamburger SV auf. Seit seinem Karriere-Ende vor gut zwei Jahren ist Cardoso als Talentscout und Jugendtrainer bei den Hanseaten beschäftigt. „Natürlich tippe ich im Spiel gegen Deutschland auf mein Land. Aber es wird eine ganz, ganz schwierige Kiste. Beide Mannschaften sind momentan sehr gut drauf“, sagt Cardoso.

Torhüter:
Roberto Abbondanzieri (Boca Juniors/33 Jahre/26 Länderspiele): „Er ist ein sehr sicherer Torhüter, der mitspielt und die Rolle eines zusätzlichen Abwehrspielers übernehmen kann. Er gibt der Hintermannschaft Stabilität. Früher hatte Roberto Probleme bei der Strafraumbeherrschung. Er hat aber hart daran gearbeitet und sich stark verbessert.“

Abwehr:
Nicolas Burdisso
(Inter Mailand/25/11): „Es hat mich überrascht, daß er statt Javier Zanetti nominiert wurde und sich dann auch noch einen Platz in der Stammelf erkämpfen konnte. Taktisch ist er sehr stark. Nicolas macht aber nicht sonderlich viel für das Spiel nach vorn und ist nicht der Schnellste. Die rechte Seite könnte unsere Schwachstelle sein.“

Gabriel Heinze (Manchester United/28/32): „Gegen Mexiko zuletzt nicht so überzeugend wie gewohnt. Normalerweise ist er aber besonders im Aufbauspiel stark und verfügt über einen sehr guten linken Fuß. Mit 1,78 Meter ist er für einen Innenverteidiger nicht der Größte, besitzt aber eine ungeheure Sprungkraft.“

Roberto Ayala (FC Valencia/33/104): „Roberto ist der Kopf unserer Abwehr. Er spielt bisher eine fast fehlerlose WM. Ayala ist stark im Zweikampf und stabilisiert die Hintermannschaft. Bisher einer unserer Besten bei der WM.“

Juan Pablo Sorin (FC Villarreal/30/74): „Er ist ein Kämpfer, der niemals aufgibt. Sorin ist sehr laufstark und immer unterwegs. Er ist allerdings nicht sehr schnell und hat Schwächen bei Eins-gegen-Eins-Situationen. Das hat man auch im Spiel gegen Mexiko gesehen, als er seinen Gegenspieler einige Male ziehen lassen mußte.“

Mittelfeld:
Javier Mascherano (Corinthians Sao Paulo/22/19): „Javier ist ein Tier und räumt vor der Abwehr alles ab. Derzeit macht er seine Sache perfekt. Mascherano ist schnell, gut am Ball und stopft die Lücken. Manchmal ist er aber übermotiviert.“

Esteban Cambiasso (Inter Mailand/25/26): „Cambiasso hält unserem Spielmacher Riquelme den Rücken frei. Obwohl er nicht der Schnellste ist und Probleme im Kopfballspiel hat, ist er defensiv sehr stark. Er setzt aber auch Impulse im Spiel nach vorn.“

Luis Gonzalez (FC Porto/25/29): „Ich weiß nicht, ob er nach seiner Leistenverletzung schon wieder 100prozentig fit ist. Lucho ist der typische defensive Mittelfeldspieler und sehr laufstark. Er ist nicht unbedingt ein feiner Techniker, aber der typische Mannschaftsspieler.“

Maxi Rodriguez (Atletico Madrid/25/17): „Er hat mich überrascht und beeindruckt. Ich hätte nicht gedacht, daß er einer unserer Schlüsselspieler werden kann. Er ist clever, hat einen guten Zug zum Tor und sucht den Abschluß.“

Roman Riquelme (FC Villareal/28/35): „Ohne jeden Zweifel ist Riquelme der Kopf unserer Mannschaft. Er spielt gute Pässe, hat einen guten Schuß und kann mit Standardsituationen jederzeit für Gefahr sorgen. So einen Mann kann jedes Team gebrauchen. Manchmal nimmt er aber zu viel Tempo aus dem Spiel.“

Angriff:
Hernan Crespo (Chelsea London/30/58): „Hernan ist unser Torjäger. Als typischer Strafraumstürmer kann er am Ball nicht allzu viel, aber man muß immer auf ihn aufpassen. Crespo bewegt sich viel und schafft somit die nötigen Räume für seine Kameraden.“

Javier Saviola (FC Sevilla/24/34): „Saviola paßt perfekt zu Crespo, da er häufig auf die Flügel ausweicht. Er ist der typische Vorbereiter. Körperlich macht er vielleicht nicht den stärksten Eindruck. Aber er ist sehr schnell und verfügt über eine großartige Technik.“

Text: FAZ.NET mit Material von sid
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa

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