26. Juni 2006 Die Ukraine hat bei seiner ersten WM-Teilnahme auf Anhieb das Viertelfinale erreicht. Die Osteuropäer besiegten am Montagabend in Köln die Schweiz im ersten Elfmeterschießen dieser WM mit 3:0.
Zuvor war in einer Partie auf schwachem Niveau in regulärer Spielzeit und Verlängerung kein Treffer gefallen. Zum Held des Abends avancierte Torwart Alexander Schowkowski, der die Strafstöße von Marco Streller und Ricardo Cabnanas parierte. Zudem setzte Tranquillo Barnetta einen Elfmeter an die Latte. Die Schweizer verpassten damit die historische Chance, erstmals seit 1954 wieder in ein WM- Viertelfinale einzuziehen.
Ein trostloses Spiel über 120 Minuten
Das Achtelfinalspiel war als zweites Match dieser WM in die Verlängerung gegangen. Nach 90 und 120 Minuten hatte 0:0 gestanden, und eigentlich hatte die Partie auch keinen Sieger verdient. Aber Italien, das sich zuvor mit einem dürftigen 1:0-Sieg dank eines geschenkten Elfmeters gegen Australien für das Viertelfinale qualifiziert hatte, sollte ja nicht kampflos ins Halbfinale einziehen dürfen.
45.000 Zuschauer in der ausverkauften Kölner WM-Arena sahen eine zerfahrene Partie mit vielen Unsicherheiten. Es kam kaum Spielfluß auf, statt dessen leisteten sich beide Teams viele Fehlpässe. So resultierte die erste Tormöglichkeit auch aus einem Abspielfehler der Ukrainer, als Anatoli Tymoschuk seinem Gegenspieler Raphael Wicky den Ball vor die Füße spielte. Doch den 20-m-Schuß des Hamburger Bundesligaprofis parierte Ukraines Keeper Alexander Schowkowski.
Schewtschenko und Frei trafen die Latte
In der 20. Minute hatte dann der WM-Debütant aus der Ukraine seine erste Torchance. Nach einem Freistoß von Maxim Kalinitschenko setzte Superstar Andrej Schewtschenko einen Kopfball an die Latte. Kurz darauf wackelte auch auf der Gegenseite das Gebälk. Alexander Frei, der vor einem Wechsel zu Borussia Dortmund steht, traf mit einem fulminanten 20-m-Freistoß ebenfalls nur die Latte (23.).
Beide Mannschaften waren in der Defensive ersatzgeschwächt in die Partie gegangen. Bei den Schweizern fehlte in der Innenverteidigung der bislang überragende Arsenal-Profi Philippe Senderos, der wegen einer ausgekugelten Schulter von Johan Djourou ersetzt wurde. Für Djourou war die Partie allerdings nach 34 Minuten beendet, als er für Stephane Grichting ausgewechselt wurde. Auf der Gegenseite mußte Trainer Oleg Blochin auf die beiden Gelb-gesperrten Verteidiger Andrej Rusol und Wjatscheslaw Swiderski verzichten. Dafür rückten Andrej Gusin und Wladislaw Waschtschuk in die Partie.
Schweiz - Ukraine 0:3 i.E. (0:0)
Schweiz: Zuberbühler - Philipp Degen, Djourou (34. Grichting), Müller, Magnin - Barnetta, Cabanas, Vogel, Wicky - Yakin (64. Streller), Frei (117. Lustrinelli)
Ukraine: Schowkowski - Gussew, Waschtschuk, Gussew, Nesmatschni - Timostschuk, Schelajew, Kalinitschenko (75. Rotan) - Worobej (94. Rebrow), Woronin (111. Milewski), Schewtschenko
Schiedsrichter: Archundia (Mexiko)
Zuschauer: 45.000 (ausverkauft) in Köln
Elfmeterschießen: Schewtschenko gehalten, Streller gehalten, 0:1 Milewski, Barnetta verschossen, 0:2 Rebrow, Cabanas gehalten, 0:3 Gussew
Gelbe Karten: Barnetta / -
Text: FAZ.NET mit Material von dpa, sid
Bildmaterial: AP, dpa, REUTERS