Einzelkritik

Schweinsteiger super - Kahn stark

Sebastian Kehl überzeugte nicht nur im Zwiegespräch mit Meira

Sebastian Kehl überzeugte nicht nur im Zwiegespräch mit Meira

08. Juli 2006 Die deutsche Nationalmannschaft in der Einzelkritik:

Kahn: Von den Fans mit Sprechchören gefeiert, konnte er sich gegen die Portugiesen auszeichnen. Stark gegen Pauleta (15.) und Deco (64.). Versuchte, bei Abwürfen das Spiel schnell zu eröffnen.

Kahn war zur Stelle, wenn es darauf ankam

Kahn war zur Stelle, wenn es darauf ankam

Lahm: Erstmals hinten rechts und weniger offensiv als gewohnt, abgeklärt nach hinten. 20 Minuten brauchte er zur Umstellung - auch bei den Flanken. Dann wieder mutiger - Volleyschuß (60.).

Metzelder: Beim wohl letzten Auftritt mit Bart sicher. Ohne Show gewann er souverän die Zweikämpfe, bereitete die Kehl-Chance per Kopfball vor (5.). In brenzligen Situationen immer da.

Nowotny: Kam überraschend für den verletzten Huth zum WM-Debüt. Suchte kurz die Orientierung mit Aussetzer bei Pauleta-Chance, dann aber sicherer. Ein versöhnlicher Abschluß für den Reservisten.

Jansen: Keine Spur von Lampenfieber beim WM-Neuling. Behauptete sich gegen Ronaldo, spielte frech nach vorne. Manchmal sogar etwas zu forsch, konnte Figos Flanke vor dem 3:1 nicht verhindern.

Schneider: Teilweise unkonzentriert, vor allem bei einigen schlechten Standards. Dem erfahrensten Feldspieler waren die WM-Strapazen anzumerken. Aber ein insgesamt starkes Turnier.

Kehl: Überzeugte wie gegen Italien, einer der Besten. Stellte die Räume zu, suchte den Abschluß per Direktabnahme (5.) und Schlenzer (20.). Griff aufmerksam ins portugiesische Mittelfeldspiel ein.

Frings: Holte sich nach abgesessener Sperre mit viel Wut im Bauch gleich die Gelbe Karte ab (7.). Grätschte viel und erfolgreich, übernahm Verantwortung nach vorn und unterstrich seine Wichtigkeit.

Schweinsteiger: Nach Anlaufproblemen der überragende Mann: Zwei Mal überraschte er Portugals Torhüter Ricardo mit Weitschüssen, zwang dazu Petit zum Eigentor. Sein zweiter „Doppelpack“ im Nationaltrikot.

Klose: Spritzig, sprintstark, voller Esprit - beeindruckend wie während der gesamten WM. Scheiterte beim wieder mannschaftsdienlichen Auftritt mit Schuß (8.), steuert aber der Torjäger-Krone entgegen.

Podolski: Ungefährlich wie zum WM-Auftakt, hoffte nur auf die Einfälle seiner Mitspieler. Lief oft falsch. In der zweiten Halbzeit war der Neu-Münchner präsenter, aber nicht wirkungsvoller.

Neuville: Auch im letzten Spiel war Klinsmanns Edeljoker wieder dabei. Kam in der 65. Minute für Klose und beendete seine zweite WM auf dem Feld.

Hanke: Erst gesperrt, danach auf der Bank und zum Schluß doch noch ein 20minütiges WM-Debüt. Das war auch Klinsmanns Dank für sein klagloses Reservisten-Dasein.

Hitzlsperger: Auch der Stuttgarter bekam in den letzten 12 Minuten noch seinen WM-Einsatz. Der „Trainings-Weltmeister“ erfüllte seine Weltmeisterschafts-Rolle.

Text: dpa
Bildmaterial: REUTERS

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17.12.2009 | 14:39
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