Warum sollte der Mieter Energie sparen, wenn er die Heizkosten nicht zahlt? Hochhaus in Dresden

Standpunkt

„Das neue Wohngeld hebelt den Umweltschutz aus“

Die geplanten Heizkostenzuschüsse beim Wohngeld erhöhen den Energieverbrauch. Die Kosten dafür werden zu einem erheblichen Teil auf die Steuerzahler verlagert. Damit setzt der Staat ein falsches Signal: Er schafft einen Anreiz zur Verschwendung. Von Johann Eekhoff

Lesermeinungen zum Beitrag

07. April 2008 10:21

Arme sollen frieren

Rudolf Ortwein (rudi.rotwein)

Was ich aus diesem verklausulierten und kaum ins Deutsch übersetzbaren Artikel herauslesen kann ist das Ergebnis, daß arme Menschen gefälligst frieren sollen, da sie zu dumm sind, die Heizung herunterzudrehen. Auf die Idee, Professoren und 20 Zimmer-Villenbesitzern die Heizung herunterzudrehen, kommt der Autor natürlich nicht. Diese werden nämlich nach seinem Verständnis nicht von der Allgemeinheit alimentiert. Oder vielleicht doch ?

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06. April 2008 13:25

Ratschläge aus dem Elfenbeinturm

Günter Weber (GWeberBV)

Wenn sich ein Professor und ehemaliger Staatssekretär in einer der angesehensten Zeitungen zu Wort meldet, sollte man doch wohl erwarten können, dass er die seiner ganzen Argumentation zugrunde liegende Prämisse bundesweit weitgehend einheitlicher Energie- bzw. Heizkosten nicht ungeprüft in die Welt setzt. Ist dem Autor nicht bekannt, dass das Bundeskartellamt im Jahr 2007 Preisunterschiede von über 50 Prozent zwischen den günstigsten und teuersten Gasversorgern festgestellt hat? Oder hält Herr Eekhoff, selbst sicherlich in einer finanziell sorgenfreien Lage, diese Differenz für unbedeutend?

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06. April 2008 10:49

niemand muss frieren

Andreas Wohlfeld (agw)

Im Prinzip stimme ich dem Autor zu.
Einen positiven Nebeneffekt gibt es jedoch. Von den betroffenen muss niemand aus übertriebenem Sparzwang frieren. Bedürftige Rentner, die in eiskalten Wohnungen krank werden, werden damit hoffentlich seltener.

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06. April 2008 10:42

Tafeln und Sozialtickets

Franz Müller (Franzy)

Nicht nur Tafeln gibt es für HartzIV-Empfänger, wo diese äußerst günstig Lebensmittel erhalten, für die andere selbst in Discountern ein Mehrfaches bezahlen. Jetzt denken Politiker sogar über Sozialtickets bei Bahn- und Straßenbahnen nach, d.h. Tickets zum halben Preis oder noch günstiger, ja Sozialbenzin steht bereits im Raum. Die Differenz, die beim Sozialtarif fehlt zur Kostendeckung wird halt den anderen draufgeschlagen.

Also langsam glaube ich, es lohnt sich wirklich, HartzIV-Empfänger zu sein.

Irgendwann gibt's dann noch den Sozialschmuck, die Sozialcomputer, Sozialfernseher, einfach alles auf sozial. Sozial-GEZ gibt's ja schon lange, d.h. HartzIV-Empfänger zahlen KEINE GEZ-Gebühren!

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06. April 2008 08:48

Am falschen Ende gespart

Jens Schmidt (dribbdebach)

Sozialhilfebeziehern anraten, eine besser wärmegedämmte Wohnung zu ziehen, empfinde ich als zynisch. Leider ist der Wohnungsmarkt nicht überall so strukturiert, dass diese es sich leisten können, groß als Klimaschützer aufzutrumpfen - hier in Frankfurt kann so jemand dankbar sein, wenn er überhaupt als Mieter genommen wird und nicht einer der anderen Interessenten. Und im Gegensatz zum Verfasser kann ich dies als Anwalt für Sozialrecht auch vom praktischen Standpunkt aus beurteilen. Von daher müsste der Anreiz bzw. Druck auf die Vermieter verlagert werden - was aber zu einer Erhöhung des Regelsatzes führen müsste, da gut gedämmte Wohnungen mehr Kaltmiete kosten.
Was das richtige Heizen betrifft, kann man dies auch nur von Leuten verlangen, die zuvor richtig aufgeklärt worden sind. Beispielsweise über amtliche Infobroschüren. Aber die würden ja Geld kosten - und eigentlich will man ja nur an denen sparen, die zu schwach sind, um sich dagegen wehren zu können. Ich schlage dem Herrn Professor vor, ein gutes Vorbild zu sein und seine eigene Heizung im Winter herunterzudrehen; er hat gewiss einen warmen Mantel im Kleiderschrank, den er dann tragen kann. Note 6, setzen!

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