Witt: Ich wußte, wer über mich berichtete

Katarina Witt im Interview

„Den Rest der Welt ausblenden“

Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt spricht im F.A.Z.-Interview über Stasi-IM Ingo Steuer, die Aufarbeitung der Vergangenheit und warum der Eiskunstlauftrainer nach Turin reisen sollte.

Lesermeinungen zum Beitrag

02. Februar 2006 09:29

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Peter Herrmann (markulf)

Ich kann die Aussagen von Katharina Witt nur begrüßen. Räuberische Erpressung, schwerer Raub, Banküberfall - all diese Verbrechen verjähren nach 15 Jahren. Das, was ein junger, unbedarfter Mann letztmalig vor reichlich 16 Jahren auf Papier gebracht hat, wird für ihn zur lebenslangen Strafe. Sportliche Fairness im Sinne von Coubertin kann man vom deutschen NOK ja auch nicht erwarten. Beispiele dafür gibt es ausreichend. Als es darum ging, die deutsche Medaillenbilanz bei Olympia zu verbessern, war Ingo Steuer gut genug. Vielleicht kommt das deutsche NOK nach Kenntnis der Stasivergangenheit nunmehr zum Ergebnis, dass man diese Medaille dem IOC zurückgeben sollte. Ritter von Halt und Carl Diem, die den deutschen Faschisten treu gedient haben, bleiben natürlich weiterhin Vorbilder des deutschen Sports.
Peter Herrmann

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02. Februar 2006 00:35

Selbstgerecht

Rolf-Peter Lacher (Ganbat)

Ich habe noch nie verstanden, dass sich jemand mit der Staatssicherheit einließ, obwohl man doch schon von Anfang an erkennen konnte, dass es mit diesem künstlichen Gebilde "DDR" zu Ende ging und das schon vom 4. Oktober 1949 an. Und ich bezweifle, dass die sozialistische Erziehung jemals die Stimme des Anstands und der Vernunft zum Verstummen gebracht hat. Jedem war, behaupte ich, bewußt, wie schweinisch er sich verhielt, wenn er der Staatssicherheit berichtete. Aber daraus ergeben sich doch für die Gegenwart keine Konsequenzen! Ich halte es für pharisäerhaft, heute einen Menschen dafür moralisch zu verurteilen, dass er damals schwach geworden ist, dass er der Eitelkeit, dem Bedürfnis, Macht zu haben nachgegeben hat. Die meisten Westdeutschen wären genauso schwach geworden. Nur der historische Zufall hat sie davor bewahrt; stattdessen durften sie sich als wackere Demokraten und Verbündete des freien Westens aufplustern. Das ist eine schamlose Selbstgerechtigkeit. Hat man denn diejenigen, die ihre Nachbarn und Bekannten bei der Gestapo angeschwärzt haben, auch bis 1961 zur Rechenschaft gezogen?

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01. Februar 2006 19:47

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Hans Chr. Riedelbauch (riedelbauch)

Hut ab!

Klare und verständliche Stellungnahme von Katarina Witt, die das Glück hatte, durch Leistung zu Privilegien der DDR zu kommen, zu den Problemen um Ingo Steuer.

Wer sich mit 18 Jahren von der Stasi als IM verpflichten läßt, sieht doch noch gar nicht ein, was er tut, er möchte halt auch nur einige Privilegien genießen..

Wo ist der Unterschied zu Gymnasiasten, die sich 1940 freiwillig zur Wehrmacht meldeten, um für Deutschland den Krieg zu gewinnen?

Nun gut, wird man sagen, die wollten aber doch nur dem äußeren Feind durch ihren Einsatz schaden.

Abgesehen davon, daß alle diese jungen Leute daran glaubten, anderen Menschen zu schaden, werde heilbringend sein, gab es auch 1939 - 1945 in Deutschlang genug Jugendliche, die, von der HJ- Erziehung indoktriniert, nicht davor zurückschreckten Freunde, Bekannte, Verwandte, sogar Eltern (als Abhörer von Radio London) zu denunzieren.

Dr. Hans Chr. Riedelbauch

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01. Februar 2006 19:40

Kati Witt zu Stasi-IM Ingo Steuer

Paul H. Peiseler (paolo5)

Traurig, traurig, kann man zu Ihrem Interview nur sagen, sehr geehrte Frau Witt. Es läßt leider vermuten, daß diejenigen, die Ihnen persönlich eine absolute Nähe zum Regime unterstellt haben, im Recht zu sein scheinen. Nur so läßt sich die "In-Schutz-Nahme" eines Charakter-Schweines durch Sie nachvollziehen. Dieser Bursche dürfte unsere Republik bei der Olympiade niemals offiziell vertreten!

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