Merkel empfängt ihn im Kanzleramt

Obama spricht vor Siegessäule

Zu Obamas Rede soll es symbolträchtige Bilder geben

Zu Obamas Rede soll es symbolträchtige Bilder geben

18. Juli 2008 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will den designierten Präsidentschaftskandidaten der amerikanischen Demokraten, Barack Obama, während dessen Besuch in Berlin am kommenden Donnerstag im Kanzleramt empfangen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte am Freitag in Berlin, am Rande des Gesprächs werde es am Vormittag zudem einen Fototermin geben. Über weitere Einzelheiten werde rechtzeitig informiert.

Presseberichten zufolge wird der Senator aus Illinois nun wohl an der Siegessäule seine geplante öffentliche Rede halten. Die „Berliner Zeitung“ meldete unter Berufung auf senatsnahe Kreise, die Bühne für die Rede Obamas am kommenden Donnerstag werde am Großen Stern im Berliner Tiergarten so aufgebaut, dass er in Richtung Pariser Platz spreche. So seien symbolträchtige Bilder mit dem Brandenburger Tor im Hintergrund möglich.

Die Siegessäule als Symbol für einen Wahlerfolg in Amerika?

Die Siegessäule als Symbol für einen Wahlerfolg in Amerika?

Gegen einen Auftritt direkt vor dem Brandenburger Tor hatte die Kanzlerin Einwände geäußert. Die Debatte über den geeigneten Ort für Obamas Auftritt hatte zu Verstimmungen innerhalb der großen Koalition geführt. Anders als Merkel hatte Vizekanzler und Außenminister Frank-Walter Steinmeier eine Rede Obamas vor dem Brandenburger Tor gutgeheißen. Obama selbst hatte Kompromissbereitschaft signalisiert und erklärt, ihm sei der Inhalt seiner Rede wichtiger als der Ort. (Siehe auch: Warum Obama Steinmeiers Dalai Lama ist

McCain: Reiner Wahlkampftermin

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber John McCain hat indes die Europareise seines demokratischen Rivalen als pure Wahlkampfveranstaltung kritisiert.

Auf seiner Reise durch den Nahen Osten und Europa wird Obama unter Dauerbeobachtung der amerikanischen Medien stehe. Die prominenten Moderatoren aus den Abendnachrichten der großen Fernsehsender ABC, NBC und CBS werden Obama in der kommenden Woche begleiten und ihre Sendungen direkt aus Ländern wie Israel, Deutschland oder Frankreich moderieren, wie die „New York Times“ berichtete.

Das Medieninteresse in den Vereinigten Staaten ist riesig, etwa vier Dutzend Journalisten werden mit Obama reisen - und genau beobachten, ob sich der Kandidat im Ausland einen diplomatischen Aussetzer leisten wird. Als McCain im März nach Europa und Nahost reiste, waren die meisten Protagonisten des amerikanischen Fernsehjournalismus in ihren New Yorker Studios geblieben.

Text: FAZ.NET mit AFP/Reuters/ddp
Bildmaterial: AP, ddp

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