SPD arbeitet an Steuerkonzept

Reiche sollen zahlen

Die SPD will für Besserverdienende die Steuern erhöhen, um zugunsten der Geringverdiener und mittlerer Einkommen die Sozialabgaben zu senken. Das sollen nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung die Eckpunkte von Kurt Becks Zukunftskonzepts sein.

Lesermeinungen zum Beitrag

13. Mai 2008 09:09

Faszinierend

Marc Stock (marcopolo79)

Ich finde es wirklich faszinierend, dass das Thema Reichensteuer, Vermögenssteuer oder wie immer man das Kind auch nennen möchte, immer wieder auf das Tablett kommt. Leistung soll sich lohnen hieß es einmal von wegen. Wer heute so blöd ist und ein Unternehmen aufbaut und damit Arbeitsplätze schafft, der kriegt nochmal schön einen oben drauf. Wieso wird eigentlich andauernd vergessen, dass die "Reichen" meist auch Angestellte haben und damit Arbeitsplätze schaffen oder zumindest nicht selbst den Staat Geld kosten. Merz und Kirchhoff hatten es vorgemacht. Aber da war das Geschrei wieder groß. Die kleine Krankenschwester darf doch nicht genauso viel Steuern bezahlen, wie ein Manager. Hättte sie ja auch nicht. Flattax mit 25 %, Abzug für natürliche Personen einer Vereinfachungspauschale von bis zu 2.000 Euro vom Erwerbserlös. Von ihren Einkünften wird ein Grundfreibetrag von 8.000 Euro und ein Sozialausgleichsbetrag von höchstens 3.000 Euro abgezogen. Damit ergibt sich de facto ein Steuersatz von 15 %, 20 % und 25 %. Die Krankenschwester hätte damit eben nicht die gleiche Steuerlast getragen, da sie die 18 % gezahlt hätte (Sie profitiert mehr vom hohen Steuerfreibetrag). Aber das alles konnte nicht ordentlich verkauft werden...

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13. Mai 2008 07:55

Wer soll? Wer kann?

Benedikt Gresser (Benediktus)

Bisher sind die Zahlenspiele noch nicht erfunden worden, die aus Menschen, die für ihr Leben so lange gezahlt haben, bis sie sich nur noch das Lebensnotwendige leisten konnten, Finanzquellen für die Begehrlichen machen, die die fürstlichen Belohnungen für ihre "Dienste" immer schon im Voraus eingesackt haben.

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12. Mai 2008 20:59

Wer ist reich und wer ist arm?

Hermann Trouvain (liwiz)

Hab mal nachgeschaut bei destatis.de, hab mal ein wenig gerechnet. Herr(?) Tamago liegt nicht so falsch mit seiner kryptischen Botschaft. Im Beispiel von Herrn Rubens hat der Alleinerzieher einen Vorteil von 7300 Euro pro Jahr durch Steuerersparnis und Kindergeld, macht 182500 Euro in 25 Jahren (wie im Beispiel von Tamago angegeben). Dafür gibt der Vater aber 284400 Euro für die Erziehung und Ausbildung seiner zwei Kinder aus (12*474*25*2 - 474 Euro pro Monat mal 25 Jahre mal 2 Kinder). Somit hat der Single ca. 100000 Euro (284400 – 182500) mehr verfügbares Lebenseinkommen. Der Alleinerzieher muß allerdings auch seine Frau miternähren, kleiden usw. So ein Alleinerzieher, wie im Beispiel von Herr Rubens angeführt, ist sicherlich arm dran und muß jeden Cent umdrehen. Dem entsprechenden Single geht es ordentlich, hat er doch ein durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen. Aber reich ist keiner von beiden!

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12. Mai 2008 16:42

Einem Politiker

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

- einem Sozialisten gar - wird der Gedanke an ein vernunftorientiertes Steuersystem kaum nahe zu bringen sein. Wenn Beck und Co. ebenso wie die Plappermäulchen um Merkel herum so weitermachen mit der Dilettiererei bei Steuern und Abgaben und den ausufernden Ausgaben des öffentlichen Sektors, können wir in Deutschland fleißig fortfahren, einzupacken und abzuhauen. Gefährlich für`s Gemeinwesen ist bereits die Tatsache, daß noch motivierte junge Menschen abwandern, weil sie sich hier nicht verbiegen lassen wollen. Saboteuristisch wird es, wenn in wichtigen Funktionen hier im Lande Lust und Eifer abhanden kommen. An unserer Politik läßt sich dies trefflich beobachten. Aber auch in den Unternehmen - weiter oben wie auch weiter unten. Addiert man Einkommen-, Kapitalertrag-, Umsatz-, Mineralöl-, Börsen-, Bier- und Sekt-, Lotto-, Solidar-, Strom- und Vergnügungssteuer sowie Park-, Reinigungs-, Veranstaltungs- neben all den Abgaben für mehr oder minder nichtssagende Tätigkeiten der öffentlichen Hand, liegt man bei guten 70% Belastung - und mehr. Wer soll bei dieser Erkenntnis seine Kontenance behalten und gar motiviert arbeiten!

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12. Mai 2008 11:41

@vorredner

Christian Bartke (DerBartke)

Familien sind gesellschaftlich keine nettoempfänger. Ein Kind kostet bis zum schulabschluss durchschnittlich 170.000 euro mehr als die zuschüsse vom staat. Kommt ein studium hinzu erhöht sich das leicht noch einmal um 50.000.

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11. Mai 2008 22:05

Wer bezahlt wen? - @ Herrn Rubens

Chi Tamago (tamago)

Der Alleinverdiener einer 4-köpfigen Familie zahlt bei 37 TEuro ca. 300 Euro pro Monat an Lohnsteuer. Damit zahlt der Single 3700 Euro mehr Steuern. Allerdings erhält die Familie 308 Euro Kindergeld pro Monat. Damit zahlt der Single 3700 Euro mehr Steuern. Laut destatis.de liegen die Kosten pro Kind und pro Monat in einer zwei-Kind-Familie bei 474 Euro pro Kind und Monat. Somit investiert eine solche Familie aus eigenem Geld 320 Euro pro Monat. Über 25 Jahre gerechnet gibt die Familie für die zukünftigen RV-Zahler ca. 200.000 Euro aus. Der Single zahlt zwar durch seine RV-Beiträge die Renten der Eltern und Großeltern, trägt aber nichts bei zur eigenen Rente. Er bezieht dann über 20 Jahre ca. 300.000 Euro Rente, hat aber in den 25 Jahren, die zur Erziehung und Ausbildung notwendig waren, nur ca. 100.000 Euro mehr Steuern gezahlt. 200 TEuro Investition der Familie, 200 TEuro Profit in der Tasche des Single. Wer finanziert wen?

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11. Mai 2008 20:58

"Breite Schultern" tragen bereits mehr Lasten

Frederick Far (far_site)

Die Rhetorik der SPD ist wieder beachtlich. "Besserverdiener" sollten mehr Lasten tragen, als weniger Leistungsfähige. Aha. Genau dies ist ja der Fall. Das progressive Steuersystem sorgt dafür. Auch sind die von der SPD ins Auge gefaßten Personengruppen i.d.R. privatversichert, so daß Sie - ganz im Gegensatz zur üblichen Ansicht der politisch Linken - durch Investitionsanreize (z.B. durch technische Innovation zur Aquise von "lohnenden" Privatpatienten) bei Krankenhäusern und Ärzten den medizinisch-technischen Fortschritt auch für Kassenpatienten subventionieren, für den letztere im aktuellen System (fast) keine finanzielle Anreize bieten. Wer bemängelt, daß Besserverdienende "zu viel absetzen" können, sollte den konsequenten Schritt machen und (im Rahmen einer radikalen Vereinfachung des Steuersystems) die Ausnahmetatbestände abschaffen. Merz, Prof. Kirchhof, die FDP und andere haben vorgeschlagen, wie man es machen könnte. Vorschläge wie der von der SPD werden die "Besserverdienenden" nur weiter ins Ausland treiben. Es gibt genug Beispiele. Glück haben dann nur diejenigen "Leistungsschwachen" die einen Job bei einem anderen Leistungsschwachen gefunden haben... hoppla - da wird es wohl nicht so viele geben...

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11. Mai 2008 17:41

Wer sind den dann die Reichen oder Armen

Stefan Rubens (RubensStefan)

Heute jammern permanent Familien, daß sie zu wenig Geld haben, aber betrachten wird doch mal die Realität. Ein Alleinverdiender einer 4- köpfigen Familie zahlt bei 37.000 Euro Jahreseinkommen keine Steuer (von der kostenlosen Mitversicherung der Ehefrau und Kinder in GKV ganz zu schweigen). Einem Single werden hierfür jedoch 7.300 Euro an Steuern abgenommen. Da weiß ich wer wen bezahlt.

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11. Mai 2008 15:26

"Eckpunkte von Becks Zukunftskonzept"

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Da wählt man eine Koalition aus zwei sozialistischen Parteien, und dann wundert man sich, dass sie die Steuern erhöhen. Na so eine Überraschung!

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11. Mai 2008 10:47

Blendwerk

Stefan Römer (Minute)

Kinder, Rentner, Arbeitslose, Selbstatändige, zahlen keine Sozialabgaben, sie haben folglich auch nichts davon. Es ist ein Wahlgeschenk für kinderlose Singles. Warum nicht die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel streichen? Das bringt jedem Bürger etwas!

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11. Mai 2008 10:40

"Vorwärts, nicht vergessen!!"

norbert doerre (ndoerre)

Wer sind die "Besserverdienenden" in Deutschland?. Zunächst müssen Diejenigen in die Pflicht genommen werden, welche nicht aufgrund ihrer Leistung ihr Gehalt bekommen, sondern per Gesetz, allen voran die zum größten Teil völlig unfähigen und bildungsfernen Parteisoldaten mit Steuer-Freifahrtschein. Diese sehen die Welt aus ihrem ganz eigenen, vom Fraktionszwang aufoktroierten Blickwinkel mit der verschobenen Ego-Perspektive. Sie, ob aus CDU oder SPD stammend, erhalten gebetsmühlenartig ein verquertes Lebensgefühl aufgedrückt: "L'etat - c'est moi", und irgendwann glauben selbst die großen Zampanos mit ihrem selbstgefälligen und verlogenen Grinsen an das, was sie ihren dümmlichen Hinterbänklern als Glaubensbekenntnis vermitteln. Was kann einem Abgeordneten schon passieren? Vom Wähler nicht mehr gewählt zu werden? Nein, das kann garnicht geschehen, weil die meisten von ihnen über sichere Listenplätze ihrer Parteien zwangsweise an den Futternapf geführt werden. Parteien handeln losgelöst von jeder Demokratie. Bezahlen dafür sollen die Anderen, deren Einkommen Hartz4 übersteigt, mit mehr als zweifelhaftem Namensgeber ausgestattet. Hier paßt selbst der Schlachtruf der Linken: "Vorwärts, nicht vergessen!"

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11. Mai 2008 07:47

Realisierung nur mit Oskar

Günter Blümel (guenterbluemel)

Wenn die Pläne dann mal konkretisiert sind, wird man vermutlich sehen, dass wegen ihrer Hirnverbranntheit nur die Linke bereit wäre, sie mit der SPD in Realität umzusetzen. Und wenn die SPD unter Oskar und der SED/mL an die Macht käme, träten noch ganz andere Probleme in den Vordergrund, als nur der planmäßige Ruin einer sogenannten Kranken- und Renten-"Versicherung".

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11. Mai 2008 07:23

Das Gegenteil sollte gemacht werden!

Sven Kaulbars (faz-kaule)

Damit bekommt man Wählerstimmen und nur darauf kommt es an. Es gibt ja weniger Besserverdienende, als schlechter Verdienende. Aus Sicht der Armen erscheint das gerecht. Sind diese "armen" Leute aber beispielsweise in Russland und werden ausgeraubt, finden sie das nicht gerecht. Die Räuber aber, weil die sind arm und die deutschen haben doch viel Geld und können ruhig was abgeben. Starke Schultern können ja mehr tragen. Die, die in Deutschland was reißen und Überstunden schruppen, müssen immer mehr Abgaben leisten, für die, die wenig, oder nichts tun. Somit wird das Nichtstun sehr stark subventioniert.

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10. Mai 2008 22:03

Wie mich dieser Wahlkampfpopulismus anwidert

Andreas Seidl (ASeidl)

Jedes Mal, wenn eine Bundestagswahl ansteht, packen die Parteien ihre verstaubten Slogan aus, wie den mit den Schultern. Blanker Populismus, der zu Wahlversprechen führt. Mittlerweile sollte doch schon allen halbwegs interessierten Menschen der Zusammenhang aufgegangen sein, daß die Masse ihre Wahlgeschenke selbst über höhere Steuern bezahlen muß. Im letzten Wahlkampf war es die "Reichensteuer" die nicht wirklich signifikant zum Steueraufkommen beiträgt. Die MwSt-Erhöhung brachte das Geld. Also liebe Politiker, hört mit dem billigen Populismus auf und macht die Hausaufgaben im Hinblick auf die demographische Entwicklung, die wirkliche Herausforderung in unserem Land: die Schulden abbauen um Geld frei zu bekommen für die Finanzierung der Rentner und Pensionäre und die künftigen Generationen nicht mehrfach zu überlasten sonst steigen die nämlich aus, sei es durch Apathie, Trägheit und Leistungsverweigerung oder Auswandern. Anzeichen dafür gibt es schon heute.

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10. Mai 2008 21:54

Tolles Konzept

Chi Tamago (tamago)

Vermögensteuer wieder einführen, steuerliche Vegünstigungen streichen, starke Schultern müssen mehr tragen. Einfach überwältigend! An ein vernünftiges, klares, verständliches Steuerkonzept, wie von Kirchhof vorgeschlagen, denkt man in der SPD selbstverständlich nicht. Falls das so kommen sollte, wird die Zahle der qualifizierten Auswanderer sich wohl schneller erhöhen als die Preise und die Diäten der Politiker.

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