Im Gespräch: Vermögensforscher Thomas Druyen

„Reichtum ist uns suspekt"

Die Deutschen haben keinen gesunden Maßstab dafür, wer wie viel verdienen sollte, sagt Thomas Druyen von der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien. An der Neidkultur seien die Reichen aber nicht ganz unschuldig.

Lesermeinungen zum Beitrag

12. Juli 2008 16:02

@Doe II Der Vollständigkeit halber

eberhard munk (ebherhard.munk)

Konkrete Namen, wie sie mir unterstellen, habe ich in meinen Kommentaren nie erwähnt. Ich habe lediglich dargestellt, dass Steuerhinterziehung illegal ist, ganz egal wer sie begeht oder welche Instrumente er dazu einsetzt. Oder wollen sie da widersprechen? Darüberhinaus findet ihr Vorwurf zum Thema Erbschaft in meinen Kommentarten nicht im entfernetsten ein Korrelat. Dies ist nicht wie sonst, ein verzweifelter Versuch der absichtlichen und polemischen falschinterpretation meiner Kommentare, um ihre nicht substantiierte Position zu untermauern, sondern völlig frei Erfunden. Dies errinnert sehr an die dellusionärer Tendenzen, wie man sie auch bei Fundamentalisten finden kann, die versuchen ihr unrealistischens nicht korrigierbares Weltbild vor rational überprüfbaren Argumenten durch kreieren irriger Überzugungen zu immunisieren. Danke daher für dieses weitere Beispiel dafür wie wenig hilfreich diese fundamentale art des Idiologischen denkens ist, die es unmöglich macht die Schwächen des Kapitalismus zu kritisieren, zu erkennen und zu Beseitigen. Reichtum stellt zwar nicht Prinzipiell eine Schwäche dart, aber die Möglichkeit, das dieses mit unethischen Mitteln erworben, gefördert oder unterhalten werden kann.

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12. Juli 2008 14:43

@Doe

eberhard munk (ebherhard.munk)

Vielleicht Lesen sie ja einmal was ich geschrieben habe. Was sie mir da in den Mund legen entspricht von der Substanz her ihrer Phantasie aber nicht meinem Kommentar. Ich habe nie behauptet, dass man nur als Verbrecher reich werden kann. Mit dieser From der üblen Nachrede bewegen Sie sich bestenfalls am Rande der legalität. Ich schrieb:"Das Verstaednis, Reichtum nur durch Eigene Leistung, ohne Ausbeutung anderer erwerben zu koennen, zeugt von einem krassen wirtschaftlichen Unverstaendnis, das in liberalen Kreisen aber tre chic ist." als ironische Reaktion auf "Das Verstaednis, Reichtum nur auf Kosten anderer bzw. durch Ausbeutung erwerben zu koennen, zeugt von einem krassen wirtschaftlichen Unverstaendnis, das in linken Kreisen aber tre chic ist.", um zu demonstrieren, wie beliebig diese Form der Argumentation ist. Subjektiv gefärbt, beschreiben beide Aussagen inhaltlich dieselben Möglichkeiten: Reichtum kann redlich, unredlich oder als Mischung aus beidem erworben sein. Damit wollte ich die Beliebigkeit dieser Argumentationsweise illustrieren. Aber die Polemik die sie darbieten bleibt natürlich unerreicht und beweist noch besser wie unfruchtbar die rationale Auseinandersetzung mit der Sichtweise eines Fundamentalisten sein kann.

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11. Juli 2008 17:48

@Munk

John Doe (Der_kleine_Amrumer)

Herr Munk,vielleicht sollten Sie dann nicht immer das gute alte Sozialisten Kampfvokabular gebrauchen.Der Kapitalismus, das Kapital....etc Sie wollen doch wohl z. B. nicht ernsthaft behaupten wir hätten z. B. in Deutschland "den" Kapitalismus? Zumal ja das Thema das FAZ Artikels war, dass "den Deutschen" der "Reichtum" suspekt sei.Und dann ging es wieder los mit den üblichen Tiraden: Reich könne man nur als Verbrecher werden, die anderen können eine Million Bruttogehalt nicht von "nur" noch knapp 500.000Euro netto unterscheiden.Kommen mit Stuerhinterziehern a la Zumwinkel. Es wäre eine Gemeinheit, wenn jemand reich durch Erbschaft würde und so geht es weiter.... Das sind alles kleine Neider und heimlich Wütende auf das eigene Versagen. Nur zur mal Erbschaft: Ich darf doch als Lebender doch auch entscheiden, was ich mit meinem Geld mache oder?Verbrennen,verschenken (Oh,wieder eine Neidsteurer,pardon ich meine Schenkungssteuer)Und warum ist es "gerecht" wenn einer durch Lotto reich wird?Das ist nur das Geld von allen Spielern die nicht gewonnen haben, Sehr gerechtes Spielsystem. Und was wenn der 20 Mio Gewinner stirbt vor Freude?Grins, dann darf ja die Witwe nichts mehr davon nicht abhaben, denn "Reich "erben ist ja ungerecht!

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11. Juli 2008 16:27

@Doe

eberhard munk (ebherhard.munk)

Ihre Antwort in allen Ehren, jedoch zeigt sie, dass Sie nichts von dem verstanden haben, was ich geschrieben habe. Ich habe nichts darüber geschrieben dass ich andere Systeme für besser halte; Sie interpretieren das einfach in meinen Komentar hinein. Sie reagieren damit genau in der fundamentalistischen Art und Weise, die ich kritisiert habe, nämlich, dass jede Kritik am Kapitalismus Implizit als linker populismus interpretiert wird. Also beweisen sie sehr schön, dass ich mit meiner Theorie recht habe. Vielen Dank.

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11. Juli 2008 14:46

@ John Doe

Ivo Huber (jimmycarter1)

Lieber Herr Doe, ich denke, die Art Ihrer Argumentation spricht für sich. Nur eins: warum ich das Beispiel Grossbritannien 1850 bringe? Meine Vermutung ist, dass Sie zu der Art Menschen gehören, die sich 1850 eben nicht hätten vorstellen können, dass z.B. der Kolonialismus in 100 Jahren sein Ende und Grossbritannien seine Kolonien los sein könnte.

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11. Juli 2008 10:20

@Huber

John Doe (Der_kleine_Amrumer)

1.meinen Sie das Irland,dass durch zig Milliarden Transferzahlungen/Subventionen durch die EU(vornehmlich deutsches Geld)hochgepappelt wurde? 1a.Ferner ist die Wirtschaft in Irland in Gang gekommen,weil dort über Jahre die Restriktionen,die dort früher galten,extrem gelockert wurden,und sie werden weiter gelockert,jeden Tag,während wir hier neue Fesseln erfinden jeden Tag! 2.Prokopfeinkommen ist nur ein begrenzter Indikator für Wohlstand(siehe ja auch Armendiskussion in Deutschland!Hier gibt es ja prozentual mehr Arme als in Guatemala!)Die USA sind seit mehr als 100 Jahren der grösste Markt der Welt(grösser als EU!!), der es sich leisten kann ständig zu importieren,er hat die grösste Binnennachfrage! Warum?Die USA haben in Summe am"meisten"Geld zum Ausgeben(Ich weiss nicht gerade makroökonomisch formuliert!)! 3. Ich spreche nicht von Grossbritannien, sondern von den USA!Warum sie jetzt mit dem untergegangenen Empire kommen entschliesst sich meiner Kenntnis.Zumal der "Reichtum" GB damals darin bestand,seine Kolonien auszupressen!Übrigens genau der Grund, warum sich die USA überhaupt gegründet haben!Also wenn hier einer Nachhilfe braucht... 5.Soll ich jetzt auch 200 Autoren aufzählen?Wow Sie lesen,aber verstehen Sie auch?

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10. Juli 2008 18:04

@markusschell

norbert doerre (ndoerre)

Da kann ich Ihnen nur mit Respekt beipflichten, denn mit der Luftnummer "Armut" wird in Deutschland zunehmend linke Propaganda betrieben, um die Wählerstimmen Derjenigen einzufangen, die wegen unseres miserablen Bildungssystems die ökonomischen Zusammenhänge nie erlernen durften. Die politisch verordnete Dummheit hat in Deutschland immer noch das größte Wachstum, und der Sozialismus hat überall dort, wo er konsequent auf diese Weise durchgesetzt wurde und wird, nur Elend und trostlose Armut erzeugt. Wenn die Arbeitszeiten gegen Null streben und gleichzeitig die Löhne gegen Unendlich, dann ist der Idealzustand erreicht, bei dem wir uns vom wahren Leben ablenken müssen, um nicht in Depression zu verfallen.

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10. Juli 2008 17:31

@ John Doe und Markus S.

Ivo Huber (jimmycarter1)

Herr S., sie haben recht, Bildung tut Not - auch volkswirtschaftliche. Dabei sollten dann allerdings auch Autoren wie der Nobelpreisgewinner Daniel Kahneman und andere führende Ökonomen wie Joseph Stiglitz und Paul Krugman nicht zu kurz kommen. Keinesfalls darf die Volkswirtschaft - wie es im Gegensatz zur USA häufig in Deutschland passiert - auf den Neoliberalismus begrenzt werden, denn das wäre Ideologie statt Wissenschaft. Ich weiß nicht wie es John Doe mit den oben genannten Autoren hält, aber Nachhilfe täte auch hier Not. Die USA sind keineswegs das wohlhabendste Land der Welt (jedenfalls nicht nach Prokopfeinkommen). Eine Reihe europäischer Staaten (Schweden, Dänemark, Finland, Island, Irland, Luxemburg, Niederlande) liegt vor den USA (interessant, dass die meisten dieser Staaten weit weniger wirtschaftliberal sind als die USA - man fragt sich auch, wie gut das US-Wirtschaftssystem funktionieren würde, wenn die USA keine militärische Supermacht wären...). Und ein bischen Nachhilfe in Geschichte würde Herrn Doe auch nicht schlecht bekommen: Hätte er sich 1850 geäußert, hätte er vermutlich gesagt, Großbritannien wäre auch noch 100 Jahre später die wohlhabendste Nation der Welt. Aber so funktioniert Geschichte eben nicht.

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10. Juli 2008 15:44

@Munk

John Doe (Der_kleine_Amrumer)

Niemand behauptet die freie Marktwirtschaft wäre unfehlbar!!! Es ist nur so, dass alle anderen Systeme definitiv schlechter sind bzw. nicht funktionieren. Nur Linke Träumer, und das sind die wahren Fundamentalisten behaupten immer dass, dass die Marktwirtschaft nicht funktionieren könne (zumindest auf lange sicht) weil ja auf überschaubare Sicht, jeder immer sieht, dass sie sehr wohl funktioniert, deswegen immer das nebulöse: "Es wird einen grossen Knall geben...." Erinner sehr an die Kirche des ausgehenden Mittelalters mit ihrem das Ende ist nah... Kennen sie die USA Her munk? Allen Unkenrufen zum Trotz und aller Schlechtmacherei (es ist ja nicht alles Gold was glänzt in USA, aber wie sehen denn die Alternativen aus?) funiktioniert das System dort seit über 200 Jahren !!! So ganz im Gegensatz zu diversen europäischen Ländern die fröhlich mal das eine oder andere mit braunen oder roten ausprobiert haben!! So sieht es aus!! Und die USA werden auch in 100 Jahren noch die wohlhabendste Natio sein, wenn hier schon lange die gute alte DDR auferstanden ist.... niemand hat die absicht eine Mauer zu erichten, nicht mal eine geistige!!! Ja von wegen! Währet den Anfängen !!

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10. Juli 2008 15:34

Schulfach Wirtschaft einführen!

Markus S. (markusschell)

Die hier teilweise vorzufindenden Aussagen erklären in meinen Augen zu weiten Teilen, weshalb in Deutschland immer wieder Neiddebatten aufflammen (sie müssten Mißgunst-Debatten heissen, da es hier nur um das Nicht-Gönnen, wohl aber nicht um den eigenen Anspruch geht). Wenn beispielsweise behauptet wird, Geld stehe nicht unbegrenzt zur Verfügung, im Sinne von "das Geld, das ein Reicher hat, hat er notwendigerweise einem Armen weggenommen", so ist das natürlich eine Milchmädchenrechnung, die ein VWL-Student bereits im ersten Semester entlarven könnte. Mich erinnert diese Argumentation sehr stark an die ähnlich volksverdummende Propaganda der Gewerkschaften, niedrige Wochenarbeitsstunden würden mehr Arbeitsplätze schaffen, da umgekehrt, wer viel arbeitet, allen anderen die Arbeit wegarbeitet. Hier offenbart sich, daß Grundkenntnisse in Ökonomie bereits in der Schule vermittelt werden sollten, um der Gefahr vorzubeugen, daß immer mehr junge Menschen (unverschuldet) den wohlklingenden, aber unzutreffenden Behauptungen der politischen Linken Glauben schenken und in Deutschland der Karren noch weiter in die Grütze gefahren wird.

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10. Juli 2008 12:51

@Oke

eberhard munk (ebherhard.munk)

Es geht mir nicht darum jemanden persönlich anzugreifen, entschuldingen sie daher meinen faux pas. Ich denke, die Marktwirtschaftliche Grundordnung ist auf keinen Fall ein schlechtes System. Trotz der offensichtlichen Stärken, darf man auf keinen Fall zu der irrigen Überzeugung gelangen, es würde keine Fehler und Schwächen aufweisen. Das "blinde" Vertrauen, dass Sie, im übrigen auch viele Andere, dem Kapitalismus entgegenbringen und die tendenz jede Kritik als linken populismus einzustufen, errinnert mich aber doch sehr an Fundamentalismus. Die Erfahrung lehrt, dass ein Unfehlbarkeitsanspruch unausweichlich zum sicheren Kollaps eines jeden Systems ührt. Trotz unseres gegenwärtigen Wohlstandes ist Kritik an offensichtllichen Misständen und Ungerechtigkeiten daher legitim. Obwohl es sicherllich grossen Diskussionsbedarf darüber gibt, welche Ansprüche einzelner Interessengruppen als Gerecht oder ungerecht zu Betrachten sind, halte ich die Kritik an einem System, auch wenn erfolgreich, für Prinzipiell notwendig und gerechtfertigt. Dabei legitmiert ungerechtes Verhalten einer einkommensschicht noch lange nicht ungerechtes Verhalten einer Anderen.z.B. Betrug bei der Pendlerpauschale legitimiert keine Steuerhinterziehung in Lichtenstein

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10. Juli 2008 11:10

Reichtum

norbert doerre (ndoerre)

Reich ist Jemand, der nicht mit seiner flüchtigen Lebensführung die Gedanken an Alter, Krankheit und Tod zu verdrängen braucht.

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10. Juli 2008 09:59

@munk

Stefan M. Oke (stefanmoke)

...immerhin hat der "laissez faire Kapitalismus" bei sehr, sehr vielen angeblich ausgebeuteten Menschen für den höchsten Lebensstandard aller Zeiten gesorgt. Die Alternativen können das leider nicht vorweisen und somit bleibe ich lieber ein liberaler Träumer und kein Fundamentalist. (Wieso lassen Leute wie Sie dieses Argument eigentlich immer stillschweigend unter den Tisch fallen?) <br/><br/>PS: Wenn Sie schon meine Beiträge plagiieren, tragen Sie wenigstens ein kleines bisschen Eigenleistung bei, z.B. indem Sie Fehler korrigieren (tres chic usw.). Danke.

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09. Juli 2008 21:29

Mal wieder : nebbich

gisbert heimes (gisbert4)

So eine Diskussion ist natürlich absolut genommen - nebbich. Was soll dabei herauskommen. Andererseits ist die FAZ die FAZ, die von ihren Lesern annimmt, daß sie kluge Köpfe sind. Aber gut, über Reichtum muß man vielleicht immer mal wieder reden, auch wenn dazu von allen Fraktionen längst so ziemlich alles sowohl grosso modo als auch im Detail gesagt wurde. Man wird kaum einen 'Reichen' noch einen, der hofft, einer zu werden, davon überzeugen können, daß Reichtum unsittlich ist. Eine vorzivilisatorische Erscheinung. Sie haben einfach eine eigene Wahrnehmung von sich und den anderen, nämlich eine individualistische. Selbstverständlich hat diese Art der Wahrnehmung erst das Menschtum begründet. Andererseits ist sie entwicklungsgeschichtlich noch mit den Atavismen des Tierreichs behaftet :-). Es wird vermutlich noch eine Weile dauern und manche weitere Katastrophen, bis sich das Menschtum vollendet - so oder so.

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09. Juli 2008 19:40

Liberale Träumer

eberhard munk (ebherhard.munk)

Das Verstaednis, Reichtum nur durch Eigene Leistung, ohne Ausbeutung anderer erwerben zu koennen, zeugt von einem krassen wirtschaftlichen Unverstaendnis, das in liberalen Kreisen aber tre chic ist. Begriffe wie Wertschoepfung oder Innovation scheinen hier unbekannt oder einfach nicht begriffen worden zu sein. Dies wundert nicht, denn wie sollen die Prediger des laissez faire Kapitalismus ein anderes Konzept fuer moeglich halten?

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