RAF

Birgit Hogefeld und die „dritte Generation“

Birgit Hogefeld bleibt zunächst in Haft

Birgit Hogefeld bleibt zunächst in Haft

07. Mai 2007 Birgit Hogefeld, deren der Öffentlichkeit zunächst unbekanntes Gnadenersuchen Bundespräsident Köhler am Montag zurückgestellt hat, gehörte zur sogenannten dritten Generation der RAF. Frau Hogefeld wuchs in der Nähe Wiesbadens auf. Als Heranwachsende gab sie Orgelunterricht. In Frankfurt begann sie ein Jura-Studium, jobbte in einem Frauenladen, engagierte sich bei der „Roten Hilfe“ für verurteilte RAF-Terroristen und lebte mit Wolfgang Grams zusammen.

1984 schlossen sich beide der RAF an und gingen in den Untergrund. Im Juni 1993 wurde Hogefeld auf dem Bahnhof von Bad Kleinen verhaftet. Bei der Festnahme kam es zu einem Schusswechsel, bei dem Grams und ein Polizeibeamter starben.

Anders als Klar zeigte sie Reue

1998 wurde Hogefeld vom Frankfurter Oberlandesgericht wegen dreifachen Mordes im Zusammenhang mit einem 1985 verübten Anschlag auf die Rhein-Main-Airbase zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil 1999.

Birgit Hogefeld soll angeblich Mitverfasserin der „Deeskalationserklärung“ aus dem Jahre 1992 sein, mit der innerhalb der RAF-Szene für den „Einstieg in den Ausstieg“ geworben wurde. Anders als Christian Klar forderte sie später aus der Haft heraus die Auflösung der RAF, die 1998 folgte. Während des Gerichtsverfahrens gegen sie sprach sie von „zutiefst grauenhaften und unmenschlichen“ Taten.

Hogefeld hatte 1985 einen amerikanischen Soldaten aus einer Diskothek gelockt, wo er von ihren Komplizen erschossen wurde. Die Gruppe benötigte einen Militärausweis, um auf das Gelände der Airbase in Frankfurt zu gelangen. Der Bundespräsident hat angekündigt, zu gegebener Zeit über das Gesuchen der heute 50 Jahre alten Frau zu befinden.

Text: sat./F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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