09. Dezember 2008 Thüringen und Bayern haben in der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (Iglu) 2006 internationale Spitzenwerte erreicht. Thüringen liegt im internationalen Vergleich auf Platz 2 hinter der Russischen Föderation. An der Untersuchung nahmen in allen 16 Bundesländern fast 8000 Viertklässler an mehr als 400 Schulen teil. Die Ergebnisse der internationalen Studie waren im vergangenen Jahr veröffentlicht worden, am Dienstag wurde der Ländervergleich vorgestellt. Die übrigen Länder liegen mit Ausnahme von Hamburg und Bremen deutlich über dem OECD-Mittelwert. Die Stadtstaaten erreichen gerade den Mittelwert.
Bayern, Bremen, Brandenburg, Thüringen und Nordrhein-Westfalen ist es gelungen, die Leseleistung der Grundschüler im Vergleich zur letzten Studie 2001 zu verbessern. In Baden-Württemberg stagnieren die Leistungen, in Hessen sind sie sogar gesunken. Der Anteil der Spitzenleser schwankt zwischen 15,3 Prozent in Bayern und 5,5 Prozent in Bremen. Die sogenannte Risikogruppe, die nach der vierten Klasse erhebliche Lernschwierigkeiten bekommt, weil sie nicht einmal Informationen aus einem Text entnehmen können, schwankt in den einzelnen Ländern erheblich.
Länder enger zusammengerückt
Fünf Ländern gelingt es, den Anteil unter zehn Prozent zu halten (Thüringen mit 6,8 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 8,4 Prozent, des weiteren Bayern, Sachsen und Rheinland-Pfalz). In Hessen und Brandenburg liegt die Risikogruppe bei gut 16 Prozent, in den Stadtstaaten bei weit über 20 Prozent.
Dennoch sind die Länder insgesamt in ihren Leistungen enger zusammengerückt, die Leistungsstreuung ist gering. Allerdings hinken die Stadtstaaten etwa ein Schuljahr hinter der Spitzengruppe her. Die Mädchen lesen in den meisten Ländern etwas besser, dafür sind die Jungen in Mathematik und Naturwissenschaften erheblich stärker. Das gilt auch für die Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern (mehr als 100 Bücher), die den Kindern aus bildungsfernen Schichten (wenige oder keine Bücher) mit 40 Punkten überlegen sind.
Beste soziale Integration in Bayern
In Berlin und Hamburg beträgt die Leistungsdifferenz sogar 50 und 63 Punkte. Am besten gelingt es offenbar in Bayern, Kinder aus unteren sozialen Schichten zu integrieren, hier liegt die Differenz bei 25 Punkten. Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist hier am schwächsten ausgeprägt.
Die Iglu-Studie berücksichtigt nur die Lesefähigkeit von Grundschülern, die mathematischen und naturwissenschaftlichen Leistungen überprüft die Studie Timss (Trends in Mathematics and Science Study). Die Ergebnisse dieser Studie werden ebenfalls heute in Berlin vorgestellt.
Text: F.A.Z.
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