Schröder wurde 2003, ein Jahr nach der Oderflut, in Sachsen begeistert empfangen

Wählerverhalten

Der Osten wählt anders

Auch im 15. Jahr der Einheit unterscheidet sich das Wahlverhalten in Ostdeutschland und Westdeutschland erheblich. Ist der Grund für das ungleiche Verhalten ein unterschiedlicher Wertewandel?

Lesermeinungen zum Beitrag

16. August 2005 17:53

Der Osten ist anders.Bayern ist auch anders.Beide waehlen auch anders als andere

Daniel Kleiner (Kleinermann1)

Der Osten ist anders und es wird vielleicht fuer immer so bleiben.Die Bezeichnung Neue Bundeslaender ist nur in rechtlicher Hinsicht richtig. Es handelt sich aber um die ehemalige DDR.Hinter dieser zutreffenden Bezeichnung kann man die Gruende "ergruenden",warum es dort anders ist als anderswo. Es ist ganz natuerlich,dass man die angenehme Seiten des DDR-Regims auch in der Freien,aber doch sozialen Marktwirtschat haben moechte.
Die Freiheit ist eine Sehnsucht und eine Theorie so lange,bis man sie erleben,geniessen kann. Das geht aber nur,wenn man sich dieses Erleben leisten kann.
Auch im Westen wurde die Freiheit erst durch den erreichten Wohlstand erlebbar.Bis dahin war das auch nur etwas Thoeretisches.Nach einer Diktatur ist die Freiheit zwar sofort spuerbar,aber es handelt sich dabei eigentlich nur um die Befreieung von der Diktatur.
Nach 1945 konnte man im Westen auch nur denken und schreiben,was man wollte.Das ist natuerlich auch erlebte Freiheit.Mit dem zunehmendem Wohlstand konnte man auch mehr das machen,was man wollte.Die Freiheit verbreitete sich in alle Bereiche des Lebens.
Eine gewisse Gleichheit muss erreicht sein,damit die Freiheit spuerbar,erlebbar wird. Die Freiheit muss man sich leiten koennen.Ohne Moos Nichts los.Das gilt auch fuer die Freiheit.
Im Westen verdankt man dei Freiheit der Freien Marktwirtschaft. In der DDR verdankte man die angenehme Seiten des Lebens der Gleichheit.
Das Beeinflusst die Denkweise.
In Bayern denkt man auch anders na und?

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15. August 2005 14:59

Wir sind ein Volk?

Erol Bilecen (Bilecen)

Zu der gleichen Erkenntnis (nämlich dass in Ost- und Westdeutschland unterschiedliche Werte existieren) gelangt eine aktuelle Studie der Harvard University mit dem schönen Titel: "Good bye Lenin (or not?): The Effect of Communism on People's
Preferences"

Das Ergebnis ist in meinen Augen deprimierend: "We find that, after German reunification, East Germans are more in favor of redistribution and state intervention than West Germans, even after controlling for economic incentives. This effect is especially strong for older cohorts, who lived under Communism for a longer time period. We find that East Germans' preferences converge towards those of West Germans, and we calculate that it will take one to two generations for preferences to converge completely."

Können es sich die Deutschen leisten, diese ein bis zwei Generationen abzuwarten, bevor marktwirtschaftliches Denken in ganz Deutschland verbreitet ist?

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