
Die Dreiteilung Ihres Beitrages zeigt die Komplexität der Situation, Herr Kalinin. Eine Sentenz hat mich besonders erschreckt:
"Wenn Estland es nicht schafft, ... die eigenen Bürger mit der russischen Minderheit zu versöhnen, dann stehen Estland unruhige Zeiten bevor."
Das erinnert fatal an die Krisen 1938/1968, wo jeweils "ein Mutterland seinen Brüdern und Schwestern zu Hilfe kommen mußte".
(Über die semantische Ungenauigkeit Sowjetunion bzw. Rußland brauchen wir nicht streiten. Natürlich meinte ich mit Zerfall Rußlands den Zerfall der UDSSR deren Herz Rußland war und weiter eine Weltmacht ist.)
"Moskau - Aktivisten kremlnaher Jugendorganisationen haben die estnische Botschafterin in Moskau angegriffen. Das Außenministerium in Tallin nannte die Angriffe „beispiellos und absolut nicht zu rechtfertigen”. Russland und Estland streiten seit Tagen um die Verlegung eines sowjetischen Kriegerdenkmals in Tallinn vom Stadtzentrum auf einen Soldatenfriedhof. Die Europäische Union forderte unterdessen von Russland den Schutz der estnischen Botschaft in Moskau und der dort tätigen Diplomaten."
Was geht da eigentlich im Kreml vor? War Putins letzte Rede vor der Duma akut drohender zu verstehen, als die Welt begriffen hat?

Die von Ihnen angesprochenen Staaten drängen deshalb in die EU, weil sie meinen, dort ihre Interessen leichter durchsetzen zu können und sicherlich auch, um am europäischen Wohlstand zu partizipieren. Das Problem ist nur, dass diese Staaten einerseits in die EU streben, andererseits von Russland zu „Freundschaftspreisen“ profitieren wollen; sie wollen zwei Kühe gleichzeitig melken.
Und ob sich die Interessendurchsetzung innerhalb bzw. mittels der EU wirklich vollziehen lässt, das wage ich zu bezweifeln. Die EU könnte - falls es so weitergeht wie bisher - bald zu einem unbeweglichen Koloss werden...und was solche Kolosse erwartet, hat man ja an der Sowjetunion gesehen.

Herr Menzel, in Ihrem Beitrag schüren Sie leider nur den Hass gegen Russen, obwohl Sie eigentlich die Sowjetunion meinen; ist Ihnen das nicht bewusst? Glauben Sie etwa, dass die russischen Bürger, die keine Parteifunktionäre waren, unter der Sowjetunion nicht auch gelitten hätten? Die meisten Russen, Ukrainer, Polen u.a. die beim Kampf gegen Nazideutschland gefallen sind, waren in erster Linie Beschützer der eigenen und nebenbei erwähnt auch der Heimat anderer Völker, sie waren keine Okkupanten. Die spätere Okkupation haben allein Parteifunktionäre zu verantworten. Das Denkmal in Estland ist aber Soldaten, nicht Parteifunktionären gewidmet. Wer diesen Unterschied nicht sieht, muss blind sein oder ein überzeugter Russenhasser. Wenn Estland es nicht schafft, diesen Unterschied zu erkennen und die eigenen Bürger mit der russischen Minderheit zu versöhnen, dann stehen Estland unruhige Zeiten bevor. Solange aber die innerestnischen Konflikte mit der russischen Minderheit nicht gelöst werden, solange wird es auch mit Russland keine guten Beziehungen geben. Welches Land lässt seine Brüder und Schwestern im Stich?

Lieber Herr Menzel,
wann ist Rußland auseinandergefallen?
Wenn Sie der Meinung sind, dass die Macht eines Staates nicht nach außen auszustrahlen hat, dann mag es zwar eine schöne Forderung für eine mögliche bessere Welt sein, hat aber mit Wirklichkeit überhaupt nichts zu tun. Dass größere/mächtigere Staaten, wie Russland oder die USA, mehr Macht ausstrahlen als kleinere/schwächere Staaten, liegt in ihrer Natur ganz egal, ob es den kleineren Staaten genehm ist oder nicht.
Warum soll es denn absurd sein, dass Polen an Russland Geld verdienen möchte? Die Frage ist nicht, ob andere Staaten das wollen, sondern unter welchen Konditionen sie es tun. Mit einem schwachen Russland lässt sich natürlich gewinnbringender verhandeln als mit einem starken Russland. Wäre das denn nicht ein guter Grund, um Russland zu schwächen oder nicht stark werden zu lassen?

Sehr geehrter Herr Kalinin!
Ihre Argumente sind in sich schlüssig und man könnte beruhigter sein, wenn da nicht die Wirklichkeit wäre. Rußland IST auseinandergefallen (aber unverändert eine gigantische Macht mit einem eindrucksvollen Staatsoberhaupt).
Die Macht Russlands hat nicht "nach außen über die Grenzen auszustrahlen", wie zu Sowjet-Zeiten.
Daß Polen sich an Rußland bereichern will, klingt absurd.
Was die Russen aber jetzt mit einer Destabilisierung Estland veranstalten, läßt nichts Gutes ahnen.
"Nach den Krawallen um ein sowjetisches Kriegerdenkmal in Estland hat der Veteranenausschuss der russischen Staatsduma die Regierung des Nachbarlandes zum Rücktritt aufgefordert. Diese habe die Krise provoziert und sei nicht mit den jüngsten Ausschreitungen fertig geworden, sagte der Ausschussvorsitzende Nikolai Kowaljow."
Hier verhält sich Russland wie ein enteigneter Hausbesitzer, der nachträglich die Hausordnung in seinem verlorenen Besitz ändern will. Die haben da nichts zu sagen oder zu suchen. Die Esten "lieben" die Russen so, daß sie die nächsten Jahrhunderte nichts mehr von ihnen sehen wollen - die anderen Anreinerstaaten eben auch nicht.
In die EU drängen die Staaten freiwillig nach der Befreiung v. Russland.

Lieber Herr Menzel,
ich glaube Sie dramatisieren die Sache etwas. Ein starkes Russland ist für die Anrainerstaaten sicherlich ungefährlicher als ein schwaches, auseinanderfallendes Russland. Stellen Sie sich doch einmal vor, wenn richtige Extremisten und Ewiggestrige, von denen es hier in Russland genug gibt, an die Macht gelangen würden. Die autoritäre Demokratie Russlands dient dem Zweck, Russland zusammenzuhalten. Unter anderem die Größe des Territoriums erfordert eine starke Macht. Diese Macht strahlt sicherlich auch nach außen, über die Grenzen Russlands aus. Dies dient aber nur einem Zweck: Russland zu erhalten. Es steckt keine "neokommunistische" Ideologie dahinter.
Schon immer wollten fremde Nationen sich an Russland bereichern - auch Polen waren darunter. Warum sollte das heute nicht anders sein?
Sie begehen bei Ihrer Analyse einen gravierenden Fehler: Sie nehmen als Bewertungskriterium die Jahre der kommunistischen Herrschaft. Aber diese Zeit ist vorbei, es gibt kein zurück mehr, auch wenn Sie sich das vielleicht zur Erleichterung Ihrer Beobachtungen wünschen.
Im übrigen kenne ich auf dem europäischen Kontinent nur ein Staatengebilde, welches sich über seine endgültigen Grenzen nicht im Klaren ist: die EU.

...sind offensichtlich nach Jahren der Schockstarre über die zerfallene Sowjetunion wieder in voller Blüte.
Die abgefallenen "Provinzen" können nicht mehr so sicher sein, ihre erlangte Freiheit zukünftig genießen zu können. Estland, Lettland und Litauen leben offensichtlich nur in einem sehr fragilen Zustand der Freiheit, aber auch Polen und die Tschechische Republik sind vom imperialistischen Geist Rußlands bedroht. Scheinbar sind die Länder sind ja irgendwie frei, aber doch anders als lupenreine Demokraten sich das vorstellen.
Putin et al. haben sich aufgemacht, die Uhr zurückzudrehen. Sie sind der Meinung, daß die Verluste Rest-Russlands doch so schmerzhaft sind, daß sie rückblickend nicht tolerierbar sind. Die Teilnahme Putins an Jelzins Begräbnis wird ihm schwer gefallen sein. Man hat eben Jelzin und Gorbatschow den größten Verlust an ausbeutbarer, unterdrückbarer Verfügungsmasse zu "verdanken".
Man ist wieder wer, dank Putin und Gas und Öl Euros. Aber zum vollkommenen Glück reicht es nicht. Man sieht sich nun als ein „Volk ohne Raum“ oder anders gesagt „ein Volk ohne Land“. Gegend hat man genug, aber es fehlen die Sklaven aus "den in für Russlands wirtschaftlichen Aufschwung wichtigen Regionen" (Ilja Kalinin).

Der missionarische Geist der USA dürfte allen Kommentatoren hier evident sein. Eine weitere geographische Ausbreitung des amerikanischen Einflusses beraubt die betroffenen Staaten in gewissem Maße ihrer Selbständigkeit. Wer aber, wenn nicht die Staaten selbst, weiß am besten mit welcher Regierung und welcher politischen Ordnung er leben soll und vor allem kann? Die letzten Jahre haben gezeigt, wie leicht es ist, politische Ordnungen zu zerstören und wie schwer es ist, neue Ordnung „nach Plan“ wiederherzustellen. Russlands historische Erfahrung verbietet jeden Drang zum Abenteurtum, zu Revolutionen mit ungewissem Ausgang. Darin ist der russische gegenwärtige Konservatismus begründet. Nebenbei möchte Russland vor allem aus wirtschaftlichen Gründen nicht, dass die eigene Peripherie zur amerikanischen Spielwiese für politische Experimente missbraucht wird. Wir müssen uns nicht darüber streiten, ob das militärische Gleichgewicht zw. Rus-USA auf irgendeine Seite verschoben wird. Es geht hier weniger um militärischen, als vielmehr um den vorangetriebenen politischen Einfluss der USA in für Russlands wirtschaftlichen Aufschwung wichtigen Regionen.

Es geht einerseits um New Europe. Diese Laender sollen aufgewertet werden. Andererseits will man uns glauben machen, dass der Schutzschild wegen Iranischer und Nord-Koreanischer Raketen noetig ist. An diese Notwendigkeit glaube ich nicht. Die Iraner sollen soviele Raketen haben wie sie wollen. Die Inder und Pakistaner haben solche doch auch. Warum sollte eine Iranische Rakete nach Europe abgeschossen werden? Die Interessen der Iraner liegen doch ganz woanders.

"Wo? Wieso? Wo kann man das nachlesen?"
Gemeint sind u.a. die neuen US-Truppenbasen in Rumänien und Bulgarien. Das nachzulesen ist sehr einfach, man muss es nur wollen - zum Beispiel im aktuellen Interview von Alexander Rahr oder auch direkt in Putins berühmter Münchener Rede, er spricht diese (je 5000köpfige) Basen dort ganz offen an.

...Herr Schreier.
Eine "Line", also eine Gerade, ist für die Beschreibung kürzester Entfernungen auf einer Kugel denkbar ungeeignet.
Also, sehen Sie sich einmal einen Globus an. Dann muß eine Rakete vom Iran in die USA sich schon der Krümmung der sphärischen Oberfläche der Erde anpassen. Sonst wird das nichts mit dem Treffen. Man würde sich ja wünschen, daß die Rakete in den "unendlichen Weiten des Alls" auf einer geraden Linie verschwindet, aber auch das entspricht nicht der astrophysikalischen Wirklichkeit. Man entkommt der Gravitation der Erde nur sehr schwer und es hat ja nicht jeder eine Saturn V. Das Ding würde auch nicht in die "Schächte" der Abwehr-Raketchen passen.
Sie hätten ziemlich recht, wenn die Erde eine Scheibe wäre. Aber so werden Sie feststellen können, daß eine Rakete "geradewegs" von Teheran nach New York den kürzesten Weg etwa über Polen nehmen könnte. Wir sprechen ja hier von ballistischen, naturgesetzlich verlaufenden Bahnen.
"Und noch was:" "Atomraketen" von Polen bis Moskau, das wird nicht funktionieren, die Entfernung ist zu gering (für Erklärung kein Platz).
Ganz abgesehen von den 100 Abwehrraketen, die rund um Moskau installiert sind. Wußten sie nicht? Doch, schon lange!

Bis jetzt habe ich hier seitens der Kritiker noch nicht erfahren können weshalb genau das Abwehrsystem eigentlich nicht gegen die zukünftig anwachsende Zahl von Atomwaffenstaaten, die vielleicht nicht so berechenbar sind wie die jetzigen, gerichtet sein könnte.
Die Geographische Argumentation es handele sich nicht um die Mittellinie zwischen den USA und Iran ist insofern nicht erwähnenswert als der Schutz Europas durch diese Linie schlichtweg nicht gewährleistet wäre.
Weiter sollte man ausführen das den fast 10.000 russischen Atomsprengköpfen eine westeuropäische Anzahl gegenübersteht die ca 1000 beträgt.
Wer vor diesem Hintergrund wegen einzelner Rampen die eventuell anders bestückt werden könnten, was aber die Frage des nuklearen Potentials nicht wirklich berührt, meint von Wettrüsten zu sprechen hat jede Relation aus den Augen verloren.
Mal ganz davon abgesehen das im Falle eines nuklearen Konflikts das seegestützte Potential sämtlicher angesprochener Kontrahenten ohnehin ausreichen würde um die Beteiligten auszulöschen, daran ändern Raketenschächte in Polen nun wirklich nichts und davon abgesehen, daß die Unterstellung einer nuklearen Nutzung eine Hypothese ist, die eindeutig von Weltanschauung und Abneigung gefärbt ist.

Es ist eine dreisde Provokation der US'ler.

Sie scheinen die Deutsche Sprache so gut zu beherrschen, daß es ihnen sicher hätte leicht fallen können, sich verständlicher auszudrücken.
"Wenn man die Infrastruktur in Osteuropa unter diese Raketen baut...", was meinen sie damit?
"Es geht um die Raketen-INFRASTRUKTUR und uebriege Militaerstuetzpunkte in Osteuropa, die letzte Zeit noch mehr und mehr entstehen." Wo? Wieso? Wo kann man das nachlesen?
Die unsachlichen Gefühlsausbrüche von Putin, verbunden mit einem Verschrecken naiver, friedlicher Europäer, sind eines mächtigen Staatsmannes wie Putin nicht angemessen. Jemand, der jederzeit die Welt in Schutt und Asche legen kann, sollte besonnener und weiser auftreten. Bush wird dauernd wegen seiner plumpen Art kritisiert. Aber er käme niemals darauf in Friedenszeiten einem nahezu befreundeten Land mit wilden Sprüchen einer Over-over-overkill Aufrüstung zu drohen.
Der Anlass ist so grotesk und wirklich lächerlich, daß eben keiner diese Agitation von Putin versteht. Selbst der Nato Rat ist ratlos ob solcher Muskelspiele. Ist ja schön, daß SIE Putin verstehen.
Diese Abwehr-Raketen würden frühestens in 5-6 Jahren da stehen. Bush ließe sogar Russen sich an den Einrichtungen beteiligen. Wo ist deren Bedrohung?

Ein solcher Anfang wäre das amerikanische Abwehrsystem auf europäischem Boden. Und wenn man berücksichtigt, dass die Abwehrraketenschächte - zumindest laut Lawrow - identisch sind mit denen für Atomraketen, und dass es von der polnischen Grenze bis zur russischen Hauptstadt Moskau in etwa genauso weit ist wie von Berlin bis nach Paris, dann kann man die russischen Sorgen schon verstehen.
Und noch was: Wenn man auf der Karte eine Linie zwischen Iran und den USA zieht, stellt man fest, dass sie weder durch Polen, noch durch Tschechien, noch unweit dieser Länder geht.

Wie kommen Sie darauf, Herr Bayerl, daß in Polen ATOM-Raketen stationiert werden sollen?
Wir haben sogar mitten in Deutschland seit Jahrzehnten amerikanische atomare Mittelstreckenraketen, die nicht unter deutscher Kontrolle stehen. Es ist sehr fraglich, ob diese Dinger nicht schon längst "eingerostet" sind. Jedenfalls hat nie (außer vielleicht auf dem Höhepunkt des kalten Krieges vor 30-40 Jahren) jemand daran gedacht, sie tatsächlich zu starten. Sie gegen eine tausendfache Übermacht der über den halben Globus und alle Weltmeere verteilten russischen Raketen aufwiegen zu wollen, wäre Wahnsinn.
Man kann atomare Mehrsprengkopf-Raketen nicht wirklich aufhalten, sobald die Köpfe sich ab einer gewissen Höhe selbständig gemacht haben. Nur "kleinere" ballistische atomare Einzelkopf Raketen, wie sie der Iran in einigen Jahren haben wird, lassen sich eventuell mit konventionellen Projektilen mit viel Glück treffen und KINETISCH, NICHT ATOMAR (!) unschädlich machen.
Hat Putin bzw. sein Nachfolger vor, einen Atomkrieg zu beginnen? Dann allerdings könnten die paar Abwehrraketen bewirken, daß die Welt nur 49 mal statt 50 mal zerstört wird.

Herr Bayerl
durch Wiederholung wird falsches nicht richtig. Die USA stationieren Abwehrraketen in Polen, was, wenn man von der kleinen Insel Kaliningrad absieht, nun wirklich nicht an der russischen Grenze liegt. Es sind aber vor allem keine Atomraketen.
Dabei geht es im übrigen um 10 Stück und wie diese das russische potential von 15.000 bedrohen sollen hat bis jetzt niemand schlüssig erklären können.
Die Abwehrraketen sind sinnvoll, wenn man bedenkt das die Anzahl der jungen Atommächte in nächster Zeit wahrscheinlich zunehmen wird (dabei ist Iran ja nur der aktuellste Fall).
Es geht bei diesen Abwehrvorrichtungen also garantiert nicht um Rußland, welches seine Atomraketen im Konfliktfall auch eher über den Pol Richtung USA schicken würde und nicht über Europa. Dort gibt es im übrigen bereits weit, weit größer dimensionierte Abwehranlagen.
Und falls sich jemand fragt weshalb Putin sich nicht über jene beschwert: Es gibt auf dem Nordpol eben keine dümmlichen, antiamerikanischen Europäer die diese durchsichtige PR-Strategie, die nach Journlistenmorden und Vervierfachung des russischen Verteidigungshaushalts seit 2001 nötg wurde, mitmachen. Und keinen SPD-Vorsitzenden der wegen miserabler Umfragen drauf einsteigen muß.

irgendwie scheinen alle zu meinen das Konfrontation zwischen den Staaten/ Regionen etc. sein muss
was nutzen Raketen uns wenn die "Terroristen" uns im Herzen unserer Infrastruktur treffen (Anschläge Madrid, London)
oder glaubt jemand ernsthaft das wenn iran die "Bombe" hat des es diese mit Raketen über die Welt verteilt da es doch viel einfacher ist diese über handelwege zu platzieren zumal jeder raketenstart auf der Erde geortet werden kann.
die reaktion Putin sollte man auch dahin gehend bewerten das er versucht seine Position im lande gegenüber militärischen Kräften zu festigen oder wollen wir wirklich eine wende in Russland wobei wir nicht wissen wie sie ausgehen wird entweder so oder so?
was die demokratie betrifft sollten man sich vielleicht auch mal darüber gedanken machen wie offen das Demokratieverständnis in den sogenannten Industriestaaten ist (szenario: Demonstrationen in Deutschland vor dem Reichstagsgebäude, aufforderungen der polizei zur räumung des Platzes wird nicht folge geleistet! was passiert dann?... zum glück geht es uns wesentlich besser als den Menschen in Russland so dass wir sicherlich nicht in die Versuchung kommen massiv gegen die jetzige Regierung zu demonstrieren....
mal etwas zu machdenken

USA stationiert mitten im friedlichen Europa neue Atomraketen mit haarstreubender Begründung und Putin wird polemisch kritisiert, wenn ihn das völlig berechtigt irritiert. Der Artikel beschränkt sich eher ad hominem statt die Fakten Aufrüstung - Abrüstung gebührend zu würdigen.

Was soll das heissen, das wir unser "Ding" durchziehen sollen ohne auf Verluste zu achten?
Wenn der "Raketenschild" so harmlos ist und keinen Schutz bietet, wozu dann überhaupt bauen?
Um den Rüstungsbetrieben die Kassen zu füllen, gleich mit der Chance auf ein neues Wettrüsten verbunden?
Der Abwehrschirm wird von allen NATO Mitgliedern gebaut nicht nur von den US-Amerikanern und alle waren einverstanden auch Deutschland, jetzt nur auf die USA zu schimpfen (obwohl ich selbst jede Gelegenheit nutze um gegen die Busch-Administration zu wettern) ist schlicht unehrlich, es müssen gemeinsam mit den Natopartnern, und auch mit Russland, Wege gesucht werden dieses Problem zu lösen möglichst ohne Gesichtsverlust für beide Seiten. Mit dem Kopf durch die Wand zu wollen ist in dieser Frage ebebso unangebracht wie ein uneingeschränkter Schmusekurs mit Russland.

Es ist erschreckend zu lesen, wie viele Kommentatoren hier ein Loblied auf Putin anstimmen, den Menschenrechte NOCH weniger interessieren als die momentane US-Regierung. Morde an Journalisten, Prügel für die Opposition, KZ-ähnliche Methoden in Tschetschenien (man lese das Tagebuch von Anna Politkovskaya, das in Russland übrigens nicht veröffentlicht wird, weil sich kein Verlag traut... so viel zum Thema Pressefreiheit), Verstaatlichung von Energieunternehmen usw... Meine Vorschreiber wünschen sich anscheinend die Sowjetunion und die DDR zurück, dann sollten sie dies auch zugeben, nach Nordkorea auswandern und die freiheitliche westliche Welt mit ihrem plupen Antiamerikanismus in Ruhe lassen.
mfg
C. Schulz

Dass Putin die NATO spalten möchte, scheint mir trivial. Aber warum wollen die Amerikaner die NATO (und natürlich vor allem die EU) spalten?
Vermutlich, weil ihre eigene Gesellschaft nicht gerade zukunftsfähig ist und von einer dynamischen EU ins hintere Glied verdrängt würde.
Leider wird in unserer Presse viel zu wenig über die anti-EU Haltung der Neocons berichtet. Der regelrechte Hass auf Europa ist aber leider eine Tatsache.
Ansonsten ist es natürlich eine Meisterleistung der Amerikaner, den Polen einzureden, sie seien vom Iran stärker bedroht als von Russland. Noch meisterlicher ist die Leistung der Polen, die Amerikaner glauben zu machen, dass dem so sei.

Es erstaunt mich schon, welche Vergleiche die Verfasser von Leserbriefen bemühen.
Es müsste jedem aufmerksamen Beobachter aufgefallen sein, welche fundamentalen Unterschiede zwischen der Stationierung der Bundeswehr in Afghanistan und der Anwesenheit der Russischen Armee in Georgien bestehen.
In Afghanistan versucht die NATO das Elend aus fast 25 Jahren Krieg zu beseitigen, der übrigens mit dem Einmarsch der Roten Armee 1979 begann. In Georgien wird ein Teil eines souveränen Staates besetzt, unter dem Vorwand, eine ethnische Minderheit zu schützen zu müssen.
Wie angespannt das Verhältnis der osteuropäischen Staaten zu Russland ist zeigt eindrucksvoll der Streit um die Erdgas-Pipeline (Ist der Raketenabwehrschirm evtl. die polnische Retourkutsche?) und der Streit um die Entfernung eines sowjet. Kriegerehrenmals in Riga.

Nicht erst seit der Konferenz in München vor ein paar Monaten hat Putin deutlich gemacht, dass er den Geist der Sowjetunion am Leben halten wird. Für die Europäer, US Amerikaner, die Asiaten, ist das Denken, Fühlen, Handeln eines Russen nicht immer nachvollziehbar. Mit Sicherheit ist es falsch, im Sinne von Herrn Steinmeier falsches Verständnist vorzugeben. Es geschieht damit genau das, was Herr Putin beabsichtigt, und in ihrem Artikel ganz richtig beschrieben wird.
Wie vor ein paar Wochen von einem ehemaligen deutschen Nato General zu lesen war, haben die geplanten Raketen für Russland keinerlei Bedrohung, da sie von ihren Sprenköpfen und ihrer Reichweite unbedeutend sind. Auch das Entgegenkommen von Gates, dieser sicherlich in den Augen von Putin vollzogene Kniefall, und die Reaktion von Putin zeigt, dass er sehr wohl in der Lage ist, die Europäer und die USA einzuschätzen. Umgekehrt scheint das nicht der Fall zu sein.
Das beste wäre, auf die neuerlichen Attacken aus dem Osten überhaupt nicht zu reagieren, und vor allem aus der Energieabhängigkeit herauszukommen.

...bezüglich des `Keils´. Ja, sicher versucht Moskau die politische Uneinigkeit Europas zu nutzen, aber das hat auch Washington schon des öfteren getan. Erinnert sei an "alte" und "neue" Europäer, oder überhaupt an die Tatsache, das Washington sowohl an der NATO als auch an der EU vorbei in zwei Mitgliedsstaaten ein Verteidigungssystem errichten will.
Warum wird innerhalb der NATO und der EU keine Diskussion darüber geführt?
Europa sollte primär seine Einigkeit festigen und sich nicht in Zwistigkeiten zwischen den USA und Russland ziehen lassen. Statt dessen seien Warschau und Prag lieber mal an eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik erinnert.

Das Raketenabwehrsystem der Vereinigten Staaten von Amerika richtet sich nicht gegen virtuelle Piraten, sonder gegen Staaten des internationalen Terrorismus. Hierzu zählen zum Beispiel der Iran und andere islamische Staaten, die Europa heute oder in nächster Zukunft mit nuklearen bestückten Mittelstreckenraketen bedrohen könnten.
Meine Familie würde es vorziehen, gegen solche Angriffe gewappnet zu sein.

Das Raketenabwehrsystem soll zur Abwehr einzelner (rogue) Raketen dienen, insbesondere aus dem Nahen Osten/Mittleren Osten. Die russische Regierung war von Anfang an über die Pläne informiert, die Show seinerzeit in München reine Propaganda.
Vor allem aber: Wollte Rußland Raketen auf die USA abschießen, würden diese über Sibirien und Alaska fliegen - das geplante Abwehrsystem hat mit den russischen Raketen nichts zu tun.
Rußland mißfällt, daß Polen, die Ukraine und andere Mittel- und Osteuropäische Staaten, die bereits aus dem ehemaligen sowjetischen Kolonialreich entkommen sind, ihre eigenen Entscheidungen treffen, ohne in Moskau zu fragen.
Falls die orangene Revolution gescheitert sein sollte, so liegt es in der Freiheit der Ukrainer Mist zu bauen.
Sollte z.B. der Iran einzelne Atombomben und Mittelstreckenraketen haben eines nicht zu fernen Tages (siehe Indien & Pakistan), würde wahrscheinlich sogar Kurt Beck den schnellstmöglichen Ausbau des Schildes fordern. Die Bild-Zeitung und die vielen pazifistischen Deutschen sicher auch - schließlich wäre dann nicht nur die Rente nicht mehr sicher!

Dank dem lupenreinen Demokraten Putin ist Russland wieder eine Weltmacht geworden. Die windelweichen Idealisten in Europa haben keine Chance gegen einen exzellenten Machtpolitiker wie ihn. Der höhlt im Lande die Demokratie aus und macht nach außen deutlich, daß der Phönix Großmacht Russland wieder flügge ist. Die Amerikafeindlichkeit des alten Europa macht es zur leichten Beute des russischen Adlers. Während amerikanische Soldaten die Erdölquellen im Orient sichern und dafür bespuckt werden, macht sich Europa vom aggressiven und undemokratischen Russland abhängig. Man darf gespannt sein, wie die Gutmenschen reagieren, wenn Putin sich die Krone aufsetzt und die Demokratie offiziell abschafft. Überrascht werden sie sein, aber Amerika dafür verantwortlich machen. Maulhelden kaputtregieren Europa.

Und welche Sicherheitgarantien gibt eigentlich Rußland
Europa ?
Es ist Rußland,das jegliche Maßnahmen gegen den Iran
im Sicherheitsrat verhindert.
Rußland ist der große Handelspartner Irans,der dieses von unberechenbaren Regierungen fehlgeleitete Land mit moderner Militär - und Raketentechnik versorgt.
Rußland sollte aufhören,die islamischen Staaten (wie Iran,Syrien,aber auch Nordkorea) kritiklos mit all dem zu versorgen,was dieses Staaten an Militär- und Raketentechnik brauchen.
Dann ,aber nur dann, wäre eine Raketenabwehr verzichtbar!

Der umgekehrte Blickwinkel ist richtig !
Rußland ist es,das einen Keil zwischen Europa und die USA
treiben will,nicht umgekehrt !
Dieses Bestreben war ständiges Bestandteil der Außenpolitik der Sowjetunion seit 1948 .
Und wurde nahtlos in die Außenpolitik Rußlands übernommen.
Gerade Putin hat sich -in alter KGB-Manier- von Anbeginn seiner "Regentschaft" als Meister in dieser Sache gezeigt.
Rußland soll einmal klar stellen,worin denn die "neue Bedrohung" liegen soll ?:
In Europa gibt es kaum mehr amerikanisches Militär,das Rußland bedrohen könnte.
Gerade die europäischen Nato-Mitglieder würden wohl alles
tun,nur nicht,an einem Bedrohungsszenario gegenüber Rußland mitmachen.
Rußland verfügt -wie eh und je- über genug atomares Interkontinental-Potential (Land- und U-Boot-gestützt),um
nicht bedrohbar zu sein !
Auf die USA abgeschossene russsiche Raketen würden einen "Weg über den Pazifik nehmen",sodaß in Europa stationierte Abwehrraketen wohl kaum dazu geeignet sind,
die russische Raketenkapazität zu neutralisieren.

Putin macht seine Arbeit gut und zeigt dabei Stärke und Charakter gegenüber dem Weltgendarm USA, was man von den duckmäuserischen Kriechern in Deutschland und der EU nicht sagen kann.
Ich möchte auch nicht, dass ein kriegslüsterner weit entfernter Staat Waffen in meinem Vorgarten errichtet.
Was denkt sich Bush eigentlich dabei, wenn er plant seine völkerrechtswidrigen Kriege bis nach Europa zu ziehen?
Ein einiges starkes Europa scheint den USA ein Dorn im Auge zu sein, das könnte ihre Attacken gegen Russland erklären, und deshalb wollen sie auch Unfrieden gegenüber Russland stiften.

"Lächerlich" sind nicht die russischern Bedenken, sondern die US-amerikanischen "Argumente". Wenn die Raketensysteme so unbedeutend sind, wie Außenministerin Rice behauptet, warum verfolgt man das Projekt so penetrant, wenn sie gegen Iran gerichtet sein sollten - was sowieso schon als eine intellektuelle Zumutung der US-Propagandisten gegenüber den westlichen Völkern zu werten ist -, warum stellt man sie nicht in unmittelbarer Nähe in der Türkei, Pakistan oder Saudi-Arabien auf? Das ganze Projekt ist ein US-Testballon, wie weit man gegenüber Russland gehen kann und es war höchste Zeit daß Präsident Putin Maßnahmen ergreift. Die heutige Schlagzeile der FAZ "Putin droht dem Westen" und der Kommentar Herrn Frankenbergers stellen die Tatsachen auf den Kopf. Man muß offenbar dem Volk einreden, daß wir von Rußland bedroht werden, damit im Hintergrund die Drahtzieher des bröckelnden US-Imperiums ihre Agenda abarbeiten können.

Dieser Artikel zeigt mal wieder, das die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" wenig unabhängig ist und immer noch ein konservatives westliches Wertesystem vertritt und mit allem Mitteln die USA verteidigt und Russland als den Feind hinstellt. Wir sind Europäer genauso wie es die Russen sind. Wir sollten gemeinsame Politik machen, die uns unabhängig von den USA machen. In dieser Hinsicht war die Politik von Gerhard Schröder Bundeskanzler a.D. besser, da er eine Annäherung an Russland vorgenommen hat. Und die stationierten russischen Truppen anzukreiden, da sollte sich Deutschland schon ein wenig zurückhalten, schließlich stehen Deutsche Soladten auch wiedeüberall auf der Welt, wie in Afganistan, Somalia, im Kosovo und soweiter und von der Besatzungspolitik der USA bestimmten Nato, will ich jetzt mal nicht reden.
Wir Europäer sollten eine einheitliche Nation anstreben, eine Art "Vereinigte Staaten von Europa" und einen europäischen Gegenpol zu den USA und Russland bilden und uns nicht als Spielball mitbrauchen lassen!

aus dem beitrag wird es jedem klar, auf welcjer seite der autor steht. übrigens es ist in so einem tollen "antiPutin" stil geschrieben, dass der kreml viel bei dem autor lernen kann, was poropaganda techink angeht.
und wenn "der Westen sich weder einschüchtern noch vorschreiben lassen sollte", dann hat Russland und Putin genau so ein recht dazu...

Während RUS noch nicht alle seine Truppen aus den Nachbarstaaten abgezogen hat, wird andernorts das geräumte Gebiet remilitarisiert. Da dies die unmittelbare russ. Peripherie betrifft, fragt man sich, ob es tatsächlich RUS ist, das das Ost-West-Verhältnis auf eine militärische Grundlage zu stellen versucht. Wäre die geplante Abwehrraketenstationierung in Polen und Tschechien ein Einzelfall, würde die russ. Reaktion auch anders ausfallen, aber die militärische Einkreisung hat inzwischen System.
Mit schwachem RUS konnte man sich nach dem Zerfall der SU vieles erlauben. Das erstarkende RUS wird aber auch nicht wirklich gleich behandelt. Und wenn sich dann der russ. Präsident zu harschen Worten gezwungen fühlt, dann schreit der Westen - die Journalisten allen voran - wie sowjetisch doch das neue RUS geworden ist. DAS ist lächerlich!
Russlands Prioritäten liegen ganz offensichtlich im Wirtschaftsbereich. Die Außenpolitik ist nicht mehr nur politisch, sondern vor allem wirtschaftlich ausgerichtet. Aber natürlich ist es leichter, alte Argumentationsmuster zu bemühen.
Im russ. Garten gedeihen leider auch rotes und braunes Unkraut; das darf man bei besten demokratischen Absichten auch nicht übersehen.
aus Moskau
I.K.

bei der ganzen Diskussion drängen sich mir doch ein paar Fragen auf.
1. Wozu von einem Raketenabwehrschild sprechen wenn es sich doch angeblich nur um ein paar Raketen nebst Radaranlagen handelt? (Wie kann so ein System wirksam sein?)
2. Hier wird von einem Keil gesprochen, der das Verhältnis zwischen den USA und Europa verschlechtern soll! (Nun wer ist der Haupinitiator? Der der reagiert oder der der agiert? Russland mit seinen (vieleicht übertriebener reaktion) oder die USA (die von Ihrem vorhanden nicht einen Schritt zurück weichen)?
Mann stelle sich vor Russland würde ein Raketen- Abwehrschild auf Kuba oder in Mexiko aufbauen? (um der Piraterie in der Karibik Herr zu werden)
3. Tja und der teil mit der Orangen revolution ist ja wohl auch eher ein Schuss in den Ofen gewesen? Oder hat sich an den Zuständen etwas geändert ausser das sich andere jetzt die Taschen füllen? (Im übrigen entstehen Demokratiebewegungen von inner heraus nur dann tragen sie früchten! einmischungen von aussen gleich jeder art spalten ein land und bringen letztlich keinen Frieden (zumindest lehrt das uns die geschichte!)
Ach im übrigen warum wrden die Amerikaner bemüht in euopa ein Abwehrschild aufzubauen sind wir Europäer denn unfähig dazu?hm?warum?

Ein äußerst "konstruktiver" Kommentar, kann man nicht anders sagen. Mit dieser Einstellung landen wir bald wirklich wieder im Kalten Krieg.
Nicht Putin ist es, der ein Raketenabwehrsystem in Europa installieren will, und nicht er ist es, der daran so verbissen festhält. Also liegt eher der Schluss nahe, die USA versuchen einen Keil zwischen Russland und Europa zu treiben. Nicht umgekehrt.
"Was Washington vorhat, ist von einer so bescheidenen Dimension..." Na wenn das der Fall ist, dann wird es für Washington auch überhaupt kein Problem sein, als Zeichen des guten Willens auf dieses "bescheidene" Vorhaben zu verzichten.