17. Oktober 2008 Die Washington Post hat sich am Freitag offiziell für den demokratischen Präsidentenkandidaten Barack Obama ausgesprochen. Im Leitartikel der Zeitung heißt es, die Wahl sei dem Blatt wegen des enttäuschenden Wahlkampfs seines republikanischen Kontrahenten John McCain leichtgefallen. Obama besitze die Bewunderung der Zeitung und habe beeindruckende Qualitäten.
Zwar gebe es wegen der geringen Erfahrung Obamas in der internationalen Politik auch Vorbehalte und Bedenken, jedoch habe die Zeitung enorme Hoffnungen. Obama hat das Potential, ein großartiger Präsident zu werden, schrieb die Washington Post. Ebenfalls entscheidend sei McCains unverantwortliche Auswahl seiner Vizepräsidentenkandidatin Sarah Palin gewesen.
Gesunder Respekt für die Märkte
Der Senator von Illinois sei intelligent und könne schwierige Sachverhalte schnell erfassen. Obama besitze die Fähigkeit zur Aussöhnung und zur Konsensbildung. In der Innenpolitik bestehe die Hoffnung, dass der schwarze Senator eine Antwort auf die Wirtschaftskrise mit gesundem Respekt für die Märkte finden könne. Er habe zugleich eine Abneigung gegen wachsende Ungleichheiten in der Gesellschaft. In der Außenpolitik werde Obama die amerikanische Führung bewahren und den Kampf gegen Terrorismus fortsetzen. Zudem sei anzunehmen, dass Obama eine energische Diplomatie im Namen der amerikanische Werte und Interessen betreiben werde.
Die großen amerikanischen Zeitungen sprechen sich traditionell im Vorfeld der Wahl für einen Kandidaten aus. Gewählt wird am 4. November.
Obama warnt vor zu viel Optimismus
Obama hat seine Anhänger vor zu viel Optimismus bei der Präsidentschaftswahl gewarnt. Zum Abschluss eines Konzerts von Bruce Springsteen und Billy Joel in New York trat der Kandidat der Demokraten am Donnerstagabend auf die Bühne und sagte, die Umfragen dürften nicht dazu verleiten, das Rennen schon für entschieden zu halten. Unterschätzt nicht die Fähigkeit der Demokraten, sich die Niederlage aus den Klauen des Sieges zu schnappen, sagte Obama. Unterschätzt nicht unsere Fähigkeit, es zu vermasseln.
Springsteen und Joel widmeten ihren Auftritt dem demokratischen Kandidaten. Springsteens Lied The Rising ist ohnehin schon zur inoffiziellen Hymne des Obama-Wahlkampfs geworden und wird oft bei dessen Kundgebungen gespielt. Bei dem Konzert unter dem Motto Change Rocks ging es aber nicht nur um Musik, sondern auch um Spenden für den Wahlkampf. (Siehe auch: Wahlkampf in Amerika: Hollywood engagiert sich - doch wer ist für wen?)
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, REUTERS