Mit dem heutigen Ableben von Johannes Rau werden bei der SPD Trauergesänge für einen Großen Staatsmann angestimmt.
Für mich war Rau kein Vorbild. Nie bekam er den Rachen voll von offiziellen Pöstchen. Von 1958 bis 2004 sammelte er 46 Jahre Pensionsansprüche in Amtsfunktionen.
Mit weit über Rentenalter ließ er sich am 23. Mai 1999 mit 68 Jahren zum SPD-Präsidenten wählen, wollte also keinem Jüngeren Platz machen. Durch den Mehrheitsverlust von Rotgrün hatte er keinen Mumm mehr, um erneut zur Wiederwahl anzutreten und versagte sich eine neuerliche Kandidatur. Am 23. Mai 2004 wurde der Kandidat der CDU, Horst Köhler, zum neuen Präsidenten gewählt und Rau rutschte am 1.7.2004 in die seit Jahrzehnten angesammelten Pensionsansprüche aus amtlichen Pöstchen.
Es hätte ihm gut angestanden, 1999 einem jüngeren Platzhalter den Weg frei zu machen. Aber nein, bis 2004 blieb er im Amt, das er dann erst wegen Chancenlosigkeit mit inzwischen 73 Jahren aufgab.
Es hätte ihm außerdem auch gut angestanden, das Einwanderungsgesetz von Rotgrün nicht zu unterschreiben, das auf illegale Weise zustandegekommen war und daher vom Verfassungsgericht anulliert werden mußte. Raus Unterschrift zeigt, daß ihm die Parteiräson wichtiger war als der Rechtstaat.
Mir imponiert das nicht.
