Benedikt XVI.: Umstrittene Vorlesung

Benedikt XVI. zu Mohammed

Türkei fordert vom Papst eine Entschuldigung

Äußerungen des Papstes zum Islam während seines Besuches in Bayern haben in der muslimischen Welt Empörung hervorgerufen. Der Chef der türkischen Religionsbehörde spricht von „Kreuzfahrermentalität“ und einer „feindseligen Haltung“. Benedikt XVI. kehrte indes zurück nach Rom.

Lesermeinungen zum Beitrag

21. September 2006 07:30

Vernunftfragen

Klaus Meyer (deutschlaender2)

@fingalo: Das ist doch genau der Punkt, Herr Bickel: der Papst unterstellt dem Islam genau diese Unvernünftigkeit, seinen Glauben mit Gewalt verbreiten zu wollen. Der islamische Herrschaftsbereich wurde durch Eroberung erweitert, nicht aber der Glaube gewaltsam jemandem aufgezwungen. Das ist nicht das Selbe, lief aber in der europäischen Geschichte meist ganz anders. Von daher vielleicht dieses Missverständnis.
Meinen Sie, den 99,98% normaler Moslems läuft es nicht kalt den Rücken herunter, wenn sie die blutrünstigen und hirnverbrannten Drohungen lesen, das Kreuz in Rom zu zerbrechen und allen Ungläubigen nur die Wahl zwischen Islam oder Tod zu lassen? Das ist - ebenso wie die Ermordung von Nonnen und anderen friedlichen Mitmenschen - von einer monströsen Ungeheuerlichkeit, die mit dem Islam nichts zu tun hat. Und es sind ja nur vereinzelte Vorfälle, die durch die unablässige Wiederholung der entsprechenden Bilder (brennende Papstpuppen und dilettantische Flaggen-Plagiate) den Eindruck erwecken, sie wären repräsentativ für die Mehrheit in den Ländern, wo sie vorkommen.
Durch seine Zitatauswahl hat der Papst Millionen gutwiliger Moslems verprellt. Entschuldigen soll er sich dafür in der Tat nicht - es war doch seine Absicht.

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21. September 2006 01:08

Der Islam ist nicht aggressiv und gewalttätig!

Wolfgang Kaiser (WolfgangKaiser)

Dies haben weltweit Hunderttausende Moslems dies in Demonstrationen mit Nachdruck bestätigt! (Schließlich wurden nur wenige Papst-Puppen verbrannt und nur eine Nonne getötet!)
Und wer immer noch wagen sollte, das Gegenteil zu behaupten, der ist ein Rassist und Faschist, dem der Schädel eingeschlagen werden sollte.

P.S.:
Warum hat eigentlich noch ein Moslem öffentlich BIN LADEN mit Hitler verglichen?
(Sorry, ist eben wohl ein Glaubensbruder, der gute BIN...)

Ich wünsche allen Islamistenverstehern ein angenehmes Weiterträumen!!!

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20. September 2006 21:27

Merhaba, Herr Eker

Willi Krüger (WKrueger)

...besten Dank für Ihre Antwort,
leider scheitert eine fruchtbare Diskussion am FAZ-Zensor, der Meinungen, die zwar ironisch aber nicht böse gemeint sind, aussiebt... (und wohl auch diesen "Beitrag" unterdrückt).



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16. September 2006 09:36

Der Papst und die Türkei

Sönke Peters (soenkepeters)

Besonders bemerkenswert scheinen mir in diesem Zusammenhang die Reaktionen auf die Ausführungen des Papstes, dass Religion nicht zur Gewalt aufrufen darf, aus der Türkei. Das laute Geschrei, dass sich nunmehr dort, wie in der restlichen islamischen Welt erhebt und an dem das sich ganz offen sichtlich die breite Masse der Moslems beteiligt, zeigt ganz klar auf, dass die Träumereien, mit der Türkei in der EU eine Brücke zwischen westlicher Kultur und den radikalisierten und despotischen islamischen Staaten bauen wollen, nunmehr an der brutalen Wirklichkeit zerschellen. Die Türkei steht in dem von islamischen Vorbetern bereits initialisierten Kampf der Kulturen nicht im Lager des aufgeklärten Denkens, sondern fällt zusehends in eine dem westlich-europäischen Geist entgegenstehende Finsternis zurück.

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15. September 2006 16:51

Osmanisches Reich

Gustav vanOythen (vanOythen)

Das Problem ist das in dem Geschichtsunterricht an unseren Schulen das osmanische Reich und die damit verbundenen Abscheulichkeiten kaum durchgenommen werden. Wer die Geschichte kennt, bzw. sich dafür interessiert, weiss genau was der Papst meinte und wie recht er damit hat.

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15. September 2006 15:17

Kultur der Kritik wurde nicht durch die Kirche erfunden

Gural Top (Gural_Top)

Das war doch wirklich nicht nötig Benedetto.

Die Freiheiten, die sich die Bevölkerung des Westens vielfach gegen den Widerstand der Kirche erkämpft hat, bietet nun der Kirche ganz neue Wege der Amtsausübung.

Jedoch haben Freiheiten ihre Grenzen. Art und Weise der Fragestellung sollte hin und wieder mal überdacht werden.

( Was hat das Christentum der indianischen Bevölkerung Latein- und Nordamerikas gebracht? usw... )

Jede Seite sollte mit der jeweils anderen respektvoll und nicht beleidigend diskutieren.

Auch die christliche Geschichte ist voller dunkler Kapitel. Will der Vatikan hiervon ablenken?

Ok, aber bitte mit mehr Niveau.

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15. September 2006 14:13

Religion und Gewalt

Huberta Boeselager (H.Thiel)

Statt wie viele Muslime nun wütend und gekränkt zu reagieren, wäre es sinnvoller, über das Verhältnis von Religion und Gewalt nachzudenken. Natürlich stimmt es, daß die Christen sich immer wieder der Gewalt bedient haben, um ihre auch nicht immer ganz heren Ziele durchzusetzen - aber sie konnten sich dabei nie auf ihren Religionsgründer Jesus berufen. Bei bestem Willen nicht!
Und das ist doch ein gewaltiger Unterschied zum Koran, in dem es offenbar unterschiedl. Aussagen zum Thema Gewalt gibt. Es erscheint mir sehr sinnvoll, das anzu-sprechen und damit auch die Verachtung Andersgläubiger im Koran.
Nun hat man das Gefühl, daß schon das Nachdenken über die jeweils andere Kultur und Religion mit Wut und der unterschwelligen Drohung mit Gewalt unterbunden werden soll - wenn wir uns darauf einlassen, geben wir aber wirklich unsere diskursive Kultur auf.

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15. September 2006 13:12

Absurd

Peter Stephan (Tiepolo)

Gut, angesichts der allseits bekannten Wirkung von Zitaten - besonders der verbreiteten Vorliebe, sie missbräuchlich zu verwenden - hätte Benedikt sich vielleicht etwas behutsamer ausdrücken können. Betrachtet man aber die von ihm zitierte Passage Manuels II. im historischen Kontext, so äußert sich der byzantinische Kaiser in einer Situation, in der seine Hauptstadt Konstantinopel von den Türken schon fast ganz eingeschlossen und in ihrer Existenz bedroht war. Dass manche türkischen Politiker nicht gerne daran erinnert werden wollen, dass ihre Hauptstadt Istanbul einst neben Rom das Zentrum der Christenheit war, dass die Hagia Sophia als christliche Kirche erbaut worden ist und dass die orthodoxen Christen und ihr Patriarch noch heute massiv unterdrückt werden, überrascht nicht. Einem Papst , der sich gerade explizit gegen einen miltanten Glauben ausspricht, Kreuzzugsmentalität zu unterstellen, ist jedoch absurd und dumm. Und offensichtlich suchen manche Vertreter der islamischen Welt doch nur einen Vorwand, um ihre Empörungsmaschinerie wieder einmal in Gang zu setzen. Die griechisch-orthodoxen Türken dürften Benedikts Rede indes mit großer Befriedigung zur Kenntnis genommen haben. So viel dann auch zum Thema 'Papst und Ökumene.

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15. September 2006 12:36

Öl ins Feuer

Aytekin Erayabakan (delano2006)

Es ist Schade das ein Mann in seiner Position es immer wieder vergisst die richtigen Sätze zu finden und den Nerv der Zeit zu treffen (siehe Amtsantritt).

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15. September 2006 11:29

Vernunftfragen

Christian Bickel (Fingalo)

Das Kernproblem, das Benedikt angesprochen hat, war nicht die Gewalt, wie die anderen Schreiber hier meinen. Es war das Verhältnis zwischen Religion und Vernunft. Ausführlich ging er auf den Einfluss der griechischen Philosophie auf das Spätjudentum und das Christentum ein. Dass Gott trotz aller Unverfügbarkeit und Jenseitigkeit dem Menschen nur die dem Menschen gemäße Seite der Vernunft zuwendet, ist eigentlich logisch. Denn anders ist eine Dialog zwischen Gott und Mensch gar nicht möglich und ein Gebet sinnlos. Dass die Durchsetzung einer Religion mit Gewalt unvernünftig ist, haben die Christen ja inzwischen begriffen. Im Islam gibt es nun viele Richtungen und Schattierungen. Aber es kann ja wohl nicht bestritten werden, dass die Richtung, die die unvernünftige Gewalt als Auftrag Allahs ansieht, im Augenblick am meisten von sich reden macht. Dabei geht es dem Papst aber nicht um die Gewalt selbst, sondern um das Vernunftwidrige in dieser islamischen Richtung. Darin sieht er den Kern der Differenz. Diese grundsätzliche Differenz bliebe auch erhalten, wenn die Gewalt aus anderen Gründen (der politischen Zweckmäßigkeit) unterbliebe.

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15. September 2006 11:05

Ein neuer Test - wie weit läßt sich der Westen schickanieren

Ogdan Ücgür (Ogdan)

Die künstliche Aufregung um die aus dem Zusammenhang gerissenen Zitats, das vor 1000 Jahren stattgefunden hat, legt die eigentliche politische Agenda der islamischen Welt offen:

a) zum einen sollen die Moslems in der Welt geeint und radikalisiert werden, indem kontinuierlich der Eindruck erzeugt wird, daß Moslems angegriffen oder verfolgt werden.
b) zum anderen soll gezeigt werden, daß es sich bei den Gegnern um feige Memmen handelt, die sich die Ehre abschneiden lassen und Aktionen von Moslems unterlegen sind.

Genau nach diesem Schema liefen schon die Aktionen gegen die "Mohammed-Karikaturen" ab.

Leider sind die westlichen Medien der willige Diener und verstehen sich als verstärkendes Sprachrohr der Islamischen Welt wie z. B. Moslembruderschaft oder der türkischen Religionsbehörde. So wird sichergestellt, daß die radikalisierenden Botschaften auch noch den letzten Moslem im Westen erreichen.

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15. September 2006 10:08

Die Bedeutung der Irritationen wegen eines Zitats

Angela Mirna (Angela.Mirna)

Sie zeigen, wieviel Mißtrauen es an beiden Seiten gibt. Der Westen mißtraut, der Osten mißtraut. Wird man es mit Dialog abbauen? Oder mit einem großen Krieg der Zivilisationen, in dem sich alle Emotionen entladen und am Ende, als alle auf dem Boden sind, Vernünft herrscht?

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15. September 2006 09:50

Entschuldigen, wofür eigentlich?

Wilhelm Demel (wilhelmdemel)

Wenn jetzt auf Benedikt XVI. als dem Überbringer der schlechten Nachricht eingeprügelt wird, so hat er das nicht verdient. Im Gegenteil, das Offensichtliche einmal auszusprechen, nämlich, daß die nichtislamische Welt sich mit stetig wachsender Tendenz Morddrohungen und Mordanschlägen muslimischer Akteure ausgesetzt sieht, und daß dieses so nicht in Ordnung ist, verdient Respekt.

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15. September 2006 09:45

Eigentor der Türkei

Erwin Steinhauer (hauer2)

Die Reaktionen aus der islamischen Welt zeigen zweierelei:

* Zum einen scheint die Fähigkeit zur differenzierten Betrachtung eines wissenschaftlichen Diskurses den Religionsführern der Türkei nicht gegeben zu sein. Stattdessen erfolgt eine emotionale Wortmeldung, die als glatte Themaverfehlung in jedem 5.-Klass-Schulaufsatz durchgegangen wäre.

* Zum anderen zeigt diese Reaktion einmal mehr, dass selbst den gebildeten Eliten des Islams (und nicht nur den weltlichen Führern) jede Form von Selbstkritik fern ist.

Es ist schon ein Unterschied, ob der Name der Religion von weltlichen Herrscherrn zu kriegerischen Maßnahmen mißbraucht wird oder ob ein Religionsführer wie Mohammed zum heiligen Krieg aufruft, der auch heute noch in etlichen Staaten der Erde von "Glaubensführern" (keine Islamisten) ausgeübt wird. Beispiel Uganda: Die neue isalmische Universität (!) betreibt gezielt die Missionierung mit dem Schwert gegen die Christen im Land. Massenvertreibungen und Völkermord im Namen Gottes.
Beispiel Armenien: Bis heute keine Anerkennung historischer Fakten eines Völkermordes durch die Muslime in der Türkei. Hier sind Dinge aufzuholen - um zum wahren Islam des Gewaltverzicht, wie zur Vernunft zurückzukehren.

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15. September 2006 02:08

Türkei ist viel weiter!

Emre Ertürk (HSCD)

Die Türkei ist ein laizistischer Staat u. darauf sind wir stolz!
Erkennbar religiöse Parteien wie hier (CDU/CSU) wären bei uns undenkbar, weil verboten (ich meine damit islamisch ausgeprägte).

In Deutschland sieht man da sofort religiöse Intoleranz usw. Aber das ist uns egal, wir haben unsere Regeln und damit Basta!

Aber Deutschland ist religiös auch nicht so tolerant wie es sich nach außen verkauft. Nehmen wir doch die islam. Moscheebauten. Da müssen sich Moslems jedesmal mit der NPD u. deren Unterschriftenaktionen auseinandersetzen. Und mit dieser Organisation zu kämpfen heißt sich in Gefahr zu begeben! Deren Anhänger schrecken auch vor Gewalt nicht zurück. Die Abgrenzung der Deutschen läßt dabei zu wünschen übrig. Viele denken wohl, daß der Zweck die Mittel heilige.

Und vom Papst bin ich auch nicht entzückt. Er wird meiner Meinung nach immer politischer. Er war ja auch gegen einen EU-Beitritt der Türkei. Prima! Ich bin auch dagegen, aber aus anderen Gründen. Die EU hat schon alles erreicht, wozu sie fähig ist (hauptsächlich zollfreier Handel). Mehr wird sie nie erreichen.

Dann lieber alles von außen verfolgen u. seine Souveränität beibehalten.

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14. September 2006 23:50

Am Anfang war der Logos!

Erhard Holler (erhardholler)

"Nicht „mit dem Logos“ handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider", so der Papst in seinem Vortrag. Da Gewalt und Haß unvernünftig sind, können sie niemals dem Willen Gottes entsprechen. Gewalt und Haß - angeblich durch Glauben legitimiert - sind meiner Meinung nach somit ein Verstoß gegen den göttlichen Willen. Folglich ist es die Pflicht jeder Glaubensgemeinschaft und jedes Gläubigen, sich von Haßpropagandisten und Gewalttätern, die ihr Tun mit dem Glauben rechtfertigen - zu distanzieren. So einfach ist das! (Dies gilt im übrigen auch für alle Gläubigen, die - bei allem Verständnis für deren verletzte religiösen Gefühle - die pseudo-gekreuzigten Popstars und Karikaturen jeglicher Art nicht ertragen können. Gott hat mehr Humor, als wir glauben, und wir sind nach seinem Ebenbild geschaffen....)

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14. September 2006 23:35

Ein wichtiges Signal

Dirk Krueger (Benedikt25)

Viele Menschen wissen nicht, dass viele Regionen dieser Erde, von denen man glaubt, sie seien ur-islamisch, lange zu den Zentren des Christentums gehörten. Dazu zählen u.a. große Teile des Nahen Ostens und Nord-Afrikas. Der Islam hat diese Regionen erst mit Gewalt unterworfen.

Auch das Christentum hatte seine dunklen Zeiten in der Geschichte. Die Kreuzzüge sind nur ein Beispiel dafür. Doch die Kirche von heute ist nicht mehr die des Mittelalters. Der Vorgänger Benedikts, Johannes Paul II., hat sich sogar für die im Namen der Kirche begangenen Verbrechen entschuldigt.

In vielen muslimischen Ländern werden heute noch Menschen, die vom Islam zum Christentum oder einer anderen Religion konvertieren, mit dem Tode bedroht. Da ist ein deutliches Signal des Papstes durchaus angebracht.

Die Reaktionen der Muslime, insbesondere aus der Türkei, sind ein Versuch, jede Diskussion über die dunklen Seiten des Islams abzuwürgen. Dem Papst eine "Kreuzfahrermentalität" zu unterstellen, ist polemisch und unverschämt.

Die Türkei sollte, bevor sie den Papst kritisiert, vor der eigenen Tür kehren und endlich die Diskriminierung der christlichen Minderheit in der Türkei beenden.

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14. September 2006 23:06

Glaube, Vernunft, Islam, Christentum und der Westen

Holger Sonntag (Sonntag11)

Sicher, es geht in der Regensburger Vorlesung des Papstes um das Verhaeltnis von Vernunft und Glauben. Aber damit geht es ja gerade um "alte Auseinandersetzungen". Denn wenn man sich die Absaetze noch einmal anschaut, in denen Benedikt auf den Dialog Manuels zu sprechen kommt, dann steckt doch darin die Behauptung, der Islam hat keine wirkliche Synthese von Vernunft und Glauben gefunden und war / ist deshalb (aufgrund seines vernunft-losen Glaubens) darauf angewiesen, seinen Glauben mit dem Schwert zu verbreiten, als ob Glaube etwas Koerperliches waere.

Gegen Ende des Vortrags kommt der Papst auf die glaubenslosen westlichen Gesellschaften zu sprechen. Auch hier liegt, seines Erachtens, ein Missverhaeltniss von Glaube und Vernunft vor: die herrschende atheistische Vernunft verdraengt den Glauben in "Subkulturen", wie er das ja anderswo bezeichnet hat. Auch diese verweigerte Synthese hat dann gewaltsame Folgen (z.B. die von Benedikt genannte "Funktionalisierbarkeit der Natur für unsere Zwecke").

Diese beiden Seiten muss man zusammenhalten, um der Vorlesung gerecht zu werden: sie ist islamkritisch wie auch modernitaetskritisch. Ob man die darin enthaltenen Analysen und Urteile dann teilt, ist etwas ganz anderes.

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14. September 2006 22:47

Wo bleiben die Antworten?

Mark Erz (Sterling)

Wie sollen denn Religionen miteinander in Dialog treten wenn jede kritische (aber sehr wohl fundierte) Äußerung - noch dazu im universitären Rahmen - gleich zur Stimmungsmache (mit den üblichen Schlagwörtern wie "Kreuzfahrer..." etc) genutzt wird?

Hingegen vermisse ich die wohl fundierten Antworten dieser Kritiker. Schließlich muss ein Dialog zwischen Religionen kein Kaffeekränzchen sein, sondern kann ruhig kritisch geführt werden.

Auch hierzu wurde in der Vorlesung ja einiges gesagt - wozu sich von diesen Kritikern jedoch keiner äußert - aber damit lässt sich natürlich auch nicht so schön Stimmung machen.

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14. September 2006 21:46

Irritation aus Unverständnis

Reiner Gehret (keingeist)

Aber der zentrale Satz des Streitgespräches zwischen Manuel und dem gebildeten(!) Perser lautete doch: "Nicht vernunftgemäß handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider."

Die Vorlesung hatte Glaube und Vernunft zum Thema, und handelte nicht von alten Auseinandersetzungen. Und wenn sich irgendjemand heute durch die Einleitung nicht angesprochen, sondern angegriffen fühlt, dann offensichtlich deshalb, weil er noch nicht verstanden hat, um was es Joseph Ratzinger in dem Text ging.

Diese ersten und frühen Reaktionen erinnern mich jedenfalls sehr an eine andere, vor 5 Jahren
in Frankfurt gehaltene Rede. Auch damals gackeierte insbesondere die Hauptstadtpresse tagelang herum, ehe sie andernorts nachlesen konnte, was vorgefallen war.

Wer in dieser Rede einen erhobenen Zeigefinger sieht, wer eine Gegenüberstellung zweier Glaubensrichtungen zu erkennen meint oder gar eine Aufwertung der einen auf Kosten der anderen, der hat einfach noch nicht verstanden, was an diesem Text Rahmen und was Inhalt ist.

Vielleicht sieht man ja in der der Türkei darin eine willkommene Gelegenheit, einen schwergewichtigen Skeptiker gewisser europäischer Expansionstendenzen
auf breiter Front angreifen zu können.

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14. September 2006 20:47

Reinhard Foertsch (grateful)

Der Papst ist intelligent genug um zu wissen, daß es in einer solchen Frage nicht der relativierende Kontext ist, der in den Medien sowie in der islamischen Welt wahrgenommen wird, sondern der symbolisch erscheinende Kernsatz. Zumal er in islamischen Medien mit den sehr konzilianten, gemeinschaftsstiftenden Ansätzen Johannes Pauls II. gegenüber dem Islam verglichen wird. Derartiges ist die Sache Josef Ratzingers nie gewesen. Es mag die Muslime nicht trösten, doch haben auch die nichtvatikanischen Christen von ihm keine andere Behandlung erfahren.
Was gerade bei diesem Papst intellektuell enttäuschend ist, ist der abwegige Versuch, das Gewaltpotential des heutigen Islam auf religiöse Vorschriften des Korans zurückzuführen. Daß dies nichts miteinander zu tun hat, zeigt das Christentum: es hat sehr viel weniger kriegerische Elemente als der Koran, und doch wurden und werden in seinem Namen unendliche Gewalttaten verübt.
Türkische Irritationen an diesem Hardlinertum als Ausweis dafür zu bewerten, die Türkei habe nichts in der EU zu suchen, sind ignoranter Chauvinismus reinsten Wassers.

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14. September 2006 20:09

deutschland

Sami Toprak (gouverneur)

natürlich hat der papst recht, so ist es immer gewesen, und wo wird es auch immer sein, sobald der türkei geld fehlt betteln sie bei den europäern anstonsten sind sie die kinder des islams und fühlen sich den arabischen liga hingezogen, so kam auch der ministerpräsident an die macht, der ja sowieso vorbestraft ist. schande!!! türkei niemals in die EU niemals!!!

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14. September 2006 20:05

Keine Entschuldigung!

Dietmar Nix (d.nix)

Jetzt bloß nicht noch eine Entschuldigung! Wehe!

Ich hatte gerade überlegt, ob ich nicht wieder in diese Kirche eintreten könnte, wenn es denn nicht mehr in der BRD sein muß, wo man mit Zwangssteuern viel Mist mitfinanzieren muß; so z.B. Verbände oder Kirchenprofessoren, die den Glauben dieser Kirche offen verleugnet haben.

Grundlage des Christentums ist das NT. Darin wird nicht zu Gewalt aufgefordert, im Gegenteil. Anders ist das im Koran, soweit man unterstellen kann, dies sei eine authentische Dokumentation von Aussprüchen jenes kriegerischen Händlers und Heerführers Kasim, den man "Muhammad" nannte.

Absolut legitim, von dieser unbestreitbaren Differenz aus eine Grenzlinie zwischen beiden Religionen zu definieren. Wofür sollte man sich entschuldigen, wenn man darauf zutreffend hinweist? Wen auch immer diese Definition irritieren sollte, ist noch viel mehr unerheblich.

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14. September 2006 19:59

Papst, Islam, Gewalt

Holger Sonntag (Sonntag11)

Der Papst hat lediglich ein historisches Dokument der Begegnung zwischen Islam und Christentum zitiert; damit hat er sich dessen Position noch nicht angeeignet, obwohl er damit wohl auf erstaunliche Kontinuitaeten in der Wahrnehmung des Islam als einer Religion des Schwertes hinweisen wollte.

Denn selbst wenn der Islam nie jemanden mit dem Schwert gezwungen hat, Muslim zu werden (von missbraeuchlichen Ausnahmen vielleicht einmal abgesehen), so sollte es doch zum Nachdenken Anlass geben, dass der Islam bald nach seiner Gruendung auf einen (tendenziell weltweiten) *militaerischen* Eroberungszug ging. Haette man nicht friedlich missionieren koennen?

Das war im Christentum klar anders: Jesus hat seine Juenger nicht zu konventioneller oder anderer Kriegfuehrung gesammelt, ausgebildet und ausgesandt.

Natuerlich gab es dann spaeter auch christliche Weltreiche (das byzantinische, zum Beispiel) und Staaten, die Krieg gefuehrt haben und dazu auch teilweise religioese Motivationen benutzt haben (s. die Kreuzzuege).

Die Frage, die der Papst meiner Meinung nach aufgeworfen hat, ist jedoch die, ob physische Gewalt zum Wesen des Islams und / oder des Christentums gehoert. Was sage ihre jeweiligen Urspruenge und Geschichte dazu aus?

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14. September 2006 19:42

Kreuzfahrermentalität

Jürgen Schmidtmann (schmidtmann3)

Wenn man die Aussagen der Muslime zu dem Zitat welches der Papst ausführte, nimmt, stellt man eben fest, dass Christentum und Islam in zwei verschiedenen Welten leben. Den Christen, also uns wird vorgeworfen, wir hätten bei der Missionierung und bei den Kreuzzügen ja auch Gewalt angewendet. Richtig! Nur seit den Kreuzzügen sind über 600 Jahre vergangen und die Missionierungen werden seit mehreren hundert Jahren nicht mehr mit Gewalt geführt. Aber der Islam benutzt die Gewalt, die der Papst angesprochen hat, nicht nur vor 100 Jahren sondern jetzt und heute. Und deshalb leben Christen und Muslime in zwei verschiedenen Welten. Der Islam und die Muslime sollen erst einmal im 21. Jahrhundert ankommen, eine Aufklärung wie wir durchstehen und dann können wir uns auf gleicher Augenhöhe unterhalten. Nur jetzt geht das nicht, weil der Islam gedanklich noch im tiefsten Mittelalter lebt. Siehe seine Rechtssysteme, sein Frauenfeindlichkeit und sein Machogehabe.

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14. September 2006 14:45

Deutschland?

EroY Cibil (Lysandus)

Es war mehr eine Bayern-Reise als "Deutschland"

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