26. Dezember 2007 76.249 Jugendliche haben im vergangenem Jahr ihre Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen. Dies sind 7,9 Prozent des Altersjahrganges, geht aus der neuen Statistik der Kultusministerkonferenz (KMK) hervor. Zehn Jahre zuvor (1996) hatte diese Quote 8,7 Prozent betragen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bezeichnete am Mittwoch die nur geringfügige Verbesserung als enttäuschend. Bei diesem Schneckentempo kämen die Kultusminister ihrem Versprechen kaum näher, die Schulabbrecherquote schnell zu halbieren, sagte die GEW-Vizevorsitzende Marianne Demmer.
Durchgreifende Erfolge sind nur mit maßgeschneiderter individueller Förderung für jeden einzelnen vom Scheitern bedrohten Jugendlichen zu erzielen. Der bisherige Maßnahmenkatalog der Kultusminister sei aber ein Bauchladen unverbindlicher Absichten.
Um die Zahl der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss gibt es seit Jahren politischen Streit. Die Bundesagentur für Arbeit und der Bund müssen Jahr für Jahr mehrere hundert Millionen Euro für die Nachqualifizierung dieser Jugendlichen aufwenden.
Die Kultusminister hatten in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehrfach zugesagt, die Quote zu halbieren. Zwei Verträge zwischen der KMK und der Bundesagentur zeigten jedoch bisher kaum Wirkung. Daraufhin hatten die Kultusminister im Oktober erneut ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, die Umsetzung aber allein den Ländern überlassen.
Text: dpa
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