
Die EUFOR ist völlig zu Recht im Kongo. Sie hat zunächst einen Abschreckungseffekt. Den hat sie bereits nach der Verkündung des Wahlergebnisses der ersten Runde im August unter Beweis gestellt. Die Unruhen hätten durchaus schlimmer enden können ohne den Abschreckungseffekt der EUFOR. Und wenn sich manch einer hier wundert, warum EUFOR momentan nicht eingreift, so ist zu sagen, dass EUFOR nicht die einzige Instanz im Kongo ist, die bei Ausschreitungen zuständig ist. Zunächst ist dies Aufgabe der kongolesischen Polizei und Armee, dann der MONUC und zuletzt der EUFOR Truppe.

Was genau man mit der Entscheidung, EUFOR - Soldaten in den Kongo zu schicken, bezwecken wollte ist mir unklar. Jedem auch nur ansatzweise vernünftig denkenden Menschen hätte von vornherein klar sein müssen, dass die Mission zum Scheitern verurteilt ist. Was bringt es denn, angeblich demokratische Wahlen zu sichern wenn man genau weiss das der Verlierer, jeweils mit einer beachtlichen Privatarmee ausgestattet, die Niederlage niemals kampflos hinnehmen wird? Und was bringt es, wenn der Gewinner, egal welcher der Beiden, wieder nur Korruption und Terror übt und die Bevölkerung nichts von den wenigen Einnahmen des Landes hat?
Wenn überhaupt eine "Schutztruppe" in solchen politisch instabilen Staaten etabliert werden soll, dann muss man dies langfristig tun - will heißen etwa 50-70 Jahre. Und zwar nicht mit 3000 Mann sondern mit einer erheblich größeren Anzahl von Soldaten. So, dass es möglich ist, große Teile des Landes zu kontrollieren. Es müsste eine Militärregierung nach Vorbild der Alliierten nach dem 2. WK etabliert werden. Weiterhin müsste eine umfangreiche und völlige Entwaffnung erfolgen. Ich denke anders kann man in derart zerrütteten Ländern keine dauerhaften Frieden schaffen. Das ist teuer und unbequem, aber notwendig.

...wofür die EUFOR eigentlich da ist? Sollten die für Ordnung sorgen, oder nur beobachten, dokumentieren und achtgeben, nicht zwischen die Fronten zu geraten? Unsere Soldaten sollten schnellst möglich abgezogen werden, dafür sollte keiner von ihnen sein Leben in die Waagschale werfen müssen.
J. T.