In München sollen die Mitarbeite der U-Bahnwache für Sicherheit sorgen

Kriminelle Jugendliche

„Deutschlands Sicherheit in U-Bahnen verteidigen“

Zum Auftakt ihrer Klausur in Wildbad Kreuth fordert die CSU-Landesgruppe im Bundestag einen härteren Umgang mit kriminellen Jugendlichen. Die jüngsten Gewalttaten führten jedem vor Augen, „dass der geltende Gesetzesrahmen nicht ausreicht“, sagte der Parteivorsitzende Huber.

Lesermeinungen zum Beitrag

08. Januar 2008 10:52

Fragen über Fragen

Raimund Poppinga (Diplom-Amateur)

Kann mir jemand erklären, nach welcher Logik man Jugendliche, die in deutschen Städten aufgewachsen sind, deutsche Kindergärten und deutsche Schulen durchlaufen haben, als Straftäter in das Land ihrer Väter oder Großväter abschieben soll? Wohin wollen wir eigentlich die Jungnazis, die nicht deutsch aussehende Bürger verprügeln, ausweisen?
Und glauben wir wirklich daran, daß ,,Bootcamps’’ (d. h. militärisches Schleifen wie auf dem Kasernenhof) Menschen friedfertiger machen? Sind die jungen Schläger denn Kinder gewaltfreier Pazifisten, die erst einmal lernen müssen, wie es ist, systematisch schikaniert zu werden?
Wie schrieb Erich Kästner: ,,Wer gebückt steht / will auch andre biegen’’.

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08. Januar 2008 10:45

Geld und Kreativität

Michael Klueter (mklueter)

Mit einem versuchten Mord in der U-Bahn ist der worst case bereits eingetreten. Die angemessene Strafe wird in einem möglichst objektiven und fairen Gerichtsverfahren gefunden. Das hat inzwischen wieder Tradition in unserem Lande. Von Politikern oder Medien aufgeheizte Volksmeinung war schon immer ein schlechter Berater. Gut, dass wir Wildwest-Lynchjustiz weit hinter uns gelassen haben.
Nur härtere Strafen zu fordern lenkt vom Problem ab, „Karrieren“ frühzeitig zu beenden. Das aber kostet Geld, mein Steuergeld. Es muss dort eingesetzt werden, wo Erziehung geleistet wird, in Kindergärten, Schulen und endlich auch wieder in Jugendtreffs, Jugendarbeit im Stadtteil. Gerade die Jugendarbeit überlässt der Staat inzwischen dem Ehrenamt in Pfadfindern, Sportvereinen usw. In meiner Jugendzeit gab es noch „Sozialarbeiter“ in den städtischen und kirchlichen Jugendheimen. Staatliche Zuschüsse zur Jugendarbeit wurden drastisch gekürzt, Sonderurlaub für Jugendfreizeiten gestrichen. Semesterferien werden nach Lehrstuhlbedürfnissen mit Prüfungsterminen vollgepackt, so dass Studenten als Leiter von Jugendfreiteiten ausfallen. usw. usw. Wir brauchen viel Geld und Kreativität - nicht pauschal härtere Strafen.

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08. Januar 2008 09:32

@genior

harald schneider (asklepion)

Der Vergleich mit der Tokioter U-Bahn hinkt. Erstens hat Japan eine Einwanderungspolitik die sehr rigoros ist (zwischen 0-1 bewilligtem Asylantrag/Jahr), die vorhandenen Gastarbeiter werden ausgegrenzt und nächtigen z.T. in den Parks und zweitens gibt es einen hohen Anteil an sexuellen Belästigungen in den zumeist stark überfüllten Zügen der U-Bahn in der Rush hour.
Japan hat seine eigenen Probleme, diese werden von westlichen Beobachtern oft garnicht erst erkannt. Auch das Blockwartsystem japanischer Wohngebiete möchte ich persönlich in unserem Land nicht wieder haben. ;(

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08. Januar 2008 08:02

Sicherheitspersonal

Martin Las (genior)

Ist es wirklich wahr. das privates Sicherheitspersonal jugendliche Straftäter abhält? Ist es nicht wahrscheinlicher, das ein anwesender Sicherheitsbeamter bei einem Übergriff einer Gruppe von mehr als 2 Jugendlichen schier machtlos ist?
Wird er nicht eher das einzig für ihn Richtige machen und lediglich zum Funkgerät / Handy greifen und die Polizei alarmieren, welche dann frühestens nach 10 Minuten das nötige Aufgebot an Ort und Stelle hat? 10 Minuten sind eine sehr lange Zeit für eine Schlägerei!

Nein, so kann das Problem sicher nicht gelöst werden! In der Tokioter U- Bahn, wo wesentlich mehr Menschen unterwegs sind als beispielsweise in München gibt es auch keine Sicherheitsleute und wenig bis gar keine Polizei. trotzdem gilt sie als die Sicherste der Welt!

Menschen müssen wieder die Werte unserer Gesellschaft akzeptieren. Nur die rigorose Ausschöpfung der vorhandenen Möglichkeiten und deren Vollzug können dies bewirken. Nicht umsonst hat Strafe ja auch neben der Vergeltungs- die ABSCHRECKUNGS- funktion. Diese wird aber immer geringer, wenn Richter Mindeststrafmaße verhängen, welche noch nicht einmal vollzogen werden (können).

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07. Januar 2008 22:13

Kriminelle Jugendliche

Robert Roth (Argozwei)

Über die "aktelle" Situation und das Lamento über kriminelle Jugendliche kann ich mich nur wundern. Das sieht gerade so aus, als wenn die beklagten Umstände neu seien. Hat Deutschland seit mehr als 30 Jahren auf diesem Gebiet geschlafen?
Als meine Tochter 14 oder 15 Jahre war, gegen Ende 70er, nahm sie täglich vom Hauptbahnhof zu ihrem 1 km entfernten Gymnasium einen Umweg in Kauf, um nicht an einer Schule vorbeigehen zu müssen, an der sie ohne Anpöbelungen, Beschimpfungen und Rempeleien bis hin zu Attacken gegen Schultasche und Kleidung nicht ungeschoren vorbeikam.
Und heute will man auf einmal das Problem entdecken, es gäbe kriminelle Jugendliche !
Das soll natürlich aus dem Wahlkampf herausgehalten werden. Heiße Eisen faßt man im Sinne der politischen Korrektheit ja nicht an.
Das Grundübel in Deutschland liegt daran, wirkliche Probleme, die die Menschen bewegen, dem öffentlichen Diskurs zu entziehen. Wer es trotzdem wagt, wird in die Ecke gestellt. Das ist zutiefst undemokratisch.



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07. Januar 2008 20:48

Es fehlt u.a. an Zugbegleitern in S-Bahnen, U-Bahnen etc.

wolf haupricht (emilgilels)

Jedes größere Geschäft in Großstädten hat mittlerweile "Security-Personal" zur Hand und zeigt dies auch offen. Manchmal frage ich mich, ob dies überhaupt sinnvoll ist, wenn andererseits in vielen U-Bahnhöfen, öffentlichen Plätzen keine Ordnungshüter zu sehen sind.
Neben der besseren Prävention vor Gewalttaten werden nebenbei hierdurch viele Arbeitsplätze geschaffen. Es könnten somit tausende von Vollerwerbsstellen entstehen.
Das ist besser als das Gerede um Mindestlohn, um Wahlen zu gewinnen.

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07. Januar 2008 17:57

Na endlich!

Horst Schmidt (Zahnstein)

Na endlich setzt sich die geniale Erkenntnis durch, dass Deutschland nicht am Hindukusch, sondern in der Münchener U-Bahn verteidigt wird.

Danke CSU, danke Roland Koch und natürlich Angela Merklel.

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