Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats der Juden

Zentralrat der Juden

„Holocaust und Vertreibung moralisch nicht parallelisieren“

Der Zentralrat der Juden hat den Bund der Vertriebenen anlässlich seines 50. Jahrestags aufgefordert, „nationalistische Eintrübungen“ endgültig abzulegen. Der Jahrestag sei eine „große Chance, in vielem politisch 'reinen Tisch' zu machen“, sagte Vizepräsident Graumann.

Lesermeinungen zum Beitrag

26. Oktober 2007 08:29

Leid nicht parallelisieren

Josef Bujtor (Mramorak)

Ich weis nicht wieveilen Vertriebenen es um parallelisierung des Leides geht - mir auf jeden fall nicht. Aber ich will auch an meine Vergangenheit denken können, ohne dabei verdächtigt zu werden. Ich war auch in einem Konzentrationslager und Zwangsarbeiteislager, obwohl ich noch garnicht geboren war als Hitler die Macht übernommen hatte. Als Christ habe ich großen Respekt für das Leiden des jüdischen Volkes. Aber Leiden kann man ehrlicherweise gar nicht parallisieren. Aber der ehemalige Bundestags-Präsident Thierse sagte mal, dass niemand ein Monopol auf das leiden hat. Ich weis aber auch, dass das ganz Leiden, auch meines, nicht geschehen wäre, ohne dass unser Land den Krieg angefangen häte.

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24. Oktober 2007 20:00

Mit zweierlei Maß

Helmut Teichmann (teichh1)

Die Deutschen Vertriebenen haben sich schon vor einem halben Jahrhundert zu einem Gewaltverzicht und einer Europäischen Lösung bekannt, als eine EU selbst noch undenkbar schien... das hat aber Polen und vor allem die CSR leider nie friedlicher gestimmt.
Heute, nach Mitgliedschaft dieser beiden Staaten in der EU, gibt es immer noch starke politische Kräfte, wir haben es gerade in Polen erlebt, die bei einer Diskussion dieses Themas sofort von Revanchismus sprechen. Dabei waren doch gerade die Ostpolen Opfer des Hitler-Stalin-Paktes - und damit von Vertreibung geworden . Herr Graumann sollte daher seine Empfehlung "nationalistische Eintrübungen" abzulegen, auch an die Vertreiber (!) und nicht an die Vertrieben richten. Mit "Haltet den Dieb!" wird man der Geschichte nicht gerecht.

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