Holocaust-Mahnmal

„Stein des Anstoßes“

Ein Stelenfeld auf 19.000 Quadratmetern als Mahnmal

Ein Stelenfeld auf 19.000 Quadratmetern als Mahnmal

12. Juli 2004 Der Bau des Holocaust-Mahnmals in Berlin geht zügig voran. Beim Richtfest für das Stelenfeld und den unterirdischen „Ort der Information“ sagte Bundestagspräsident Wolfgang Thierse am Montag, der Bau liege im Zeit- und Kostenplan und werde wohl pünktlich im Mai 2005 fertig werden.

Auch Architekt Peter Eisenman zeigte sich hochzufrieden mit den Fortschritten an seinem Projekt und unterstrich dessen historische Bedeutung. Thierse betonte, die Diskussionen um das Mahnmal des amerikanischen Architekten auf einer 19.000 Quadratmeter großen Fläche südlich des Brandenburger Tors seien nach wie vor nicht beendet. „Aber das war ja auch die Absicht dieses Denkmals“, sagte der SPD-Politiker, der Vorstandsvorsitzender der Mahnmal-Stiftung ist. Das Bauwerk solle ein „Stein des Anstoßes“ bleiben.

Kein einfacher Symbolismus

Auf dem Gelände sollen insgesamt 2.751 Betonstelen unterschiedlicher Größe aufgestellt werden, die die Vision eines „wogenden“ Feldes wecken sollen. Etwa 1.400 Stelen stehen bereits. Am „Ort der Information“ - einem unterirdisches Museum zur Erinnerung an die systematische Vernichtung der Juden während der NS-Diktatur - ist der Rohbau fertig.

Die Eröffnung ist für den 60. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai 2005 geplant. Eisenman sagte, es gehe bei dem Projekt nicht um einfachen Symbolismus. „Es geht bei diesem Projekt darum, da zu sein.“ Die bisherigen Bauarbeiten seien das „fantastische Werk von Menschen, die sich vorgenommen haben, ihr Meisterstück abzuliefern“. Allerdings sei der Weg zur Fertigstellung noch weit. Gefordert seien Anstrengungen mit gleicher Energie wie bisher. „Die Geschichte wird es Ihnen danken“, rief der Architekt allen Beteiligten zu.

Der Bundestag hatte 1999 beschlossen, das Mahnmal nach seinen Plänen zu bauen. Der Kostenrahmen liegt bei 27,5 Millionen Euro. Auch die Vorsitzende des Förderkreises zur Errichtung des Denkmals, Leah Rosh, äußerte sich zufrieden über den Fortgang der Bauarbeiten. Das Erscheinungsbild gefalle ihr, sagte sie in Interviews. Es sei sehr beeindruckend, wenn man zwischen den Stelen durchlaufe oder wenn man von oben darauf schaue. Die Wirkung der Architektur widerlege die Zweifler. Rosh hatte seit 1988 für ein Denkmal für die ermordeten Juden geworben.

Von einer Aussichtsplattform aus können Passanten den Fortgang der Bauarbeiten schon seit etlichen Monaten beobachten.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP, Eisenman Architects, epd-bild, REUTERS, ZB

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