17. Juni 2004 Der Bundestag hat den Opfern des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 in der DDR gedacht.
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse erinnerte am Donnerstag in Berlin daran, daß vor 51 Jahren in Ostberlin und in der DDR mutige Männer und Frauen gegen schlechte Arbeitsbedingungen, Mißwirtschaft und die Erhöhung der Arbeitsnormen protestiert haben.
Dies sei nur der Anlaß für die Massenproteste im ganzen Land mit Forderungen nach Demokratie, politischer Freiheit und gleichen Rechte für alle gewesen. Schon damals sei vielen Menschen klargewesen, daß diese politischen Ziele nur unter der Bedingung der deutschen Einheit zu erreichen waren, erklärte Thierse.
Der Aufstand habe viele Opfer gekostet. Viele, zu viele bezahlten mit ihrem Leben für ihre Sehnsucht nach Freiheit, Gerechtigkeit und Einheit. Die Menschen, die diesen Aufstand gewagt hätten, seien die geistigen und politischen Vorgänger und mutige Vorbilder der Bürgerbewegung des Herbstes von 1989 gewesen, sagte der Bundestagspräsident.
Sie hätten die Menschen auch gelehrt, daß Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten seien, sondern immer wieder neu gelernt und verteidigt werden müßten. Auch deshalb wollen wir die Männer und Frauen, die Helden und Opfer des 17. Juni 1953 nie vergessen.
Bei dem Aufstand waren in 700 Orten der DDR mehr als eine Million Menschen für Demokratie und Freiheit auf die Straße gegangen. Ihr Protest wurde von sowjetischen Panzern niedergeschlagen. Nach jüngsten Forschungsergebnissen starben bei dem Aufstand mindestens 55 Menschen, bislang waren höhere Zahlen angegeben worden.
Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe und Berlins Innensenator Ehrhart Körting (beide SPD) legten auf dem Berliner Friedhof Seestraße Kränze nieder. Stolpe sagte am Mahnmal des 17. Juni, für die Vollendung des Aufbau Ost werde der Mut der Aufständischen von einst gebraucht.
Text: FAZ.NET mit Material von AP, dpa