25. Juni 2005 Der neugewählte iranische Präsident, Mahmud Ahmadineschad, zählt zu den führenden Vertretern einer ultrakonservativen harten Linie. Der 48jährige gilt als ein Politiker, der die Ziele der islamischen Revolution verficht und dem Status quo treu geblieben ist. Ahmadinedschad, der seit 2003 das Amt des Teheraner Bürgermeisters bekleidet, hat bisher praktisch keine außenpolitische Erfahrung.
Allerdings hatte er sich im Frühjahr 2004 energisch mit seinem Berliner Amtskollegen Klaus Wowereit auseinandergesetzt. Er protestierte scharf gegen den Plan der Berliner Stadtverwaltung, vor dem Mykonos-Restaurant eine Tafel zum Andenken an vier dort ermordete kurdische Oppositionelle aufzustellen. In einen Brief an Wowereit drohte er, dann in Teheran eine Tafel aufzustellen, auf der Deutschland für die Lieferung von Chemiewaffen-Technologie an das Saddam-Regime im Irak angeprangert werde.
Ahmadineschad wurde als Sohn eines Schmiedes in dem Dorf Aradan südöstlich von Teheran geboren und machte seinen Doktor auf dem Gebiet der Ingenieurswissenschaften. Während der Schah-Herrschaft schloß er sich der islamischen Opposition an. Nach der islamischen Revolution wurde er zur Zeit des Iran-Irak-Krieges (1980-1988) Mitglied der Revolutionsgarden und danach Gouverneur der Provinz Ardebil. Dort mußte er Überschwemmungen und ein verheerendes Erdbeben bewältigen. Neben seiner Zeit bei den Revolutionären Garden war er Ausbilder den religiösen Basidsch-Milizen. Als Bürgermeister der 14 Millionen Teheraner setzte er ab 2003 junge Manager ein und fegte dabei zusammen mit dem Straßenkehrern. Ich bin stolz, der kleine Diener und Straßenkehrer der iranischen Nation zu sein, sagte er am Freitag.
Nach Ansicht von Beobachtern hat ihm seine direkte Art, sich mit den wirtschaftlichen Problemen der kleinen Leute auseinander zusetzten, viele Wählerstimmen bei Arbeitern und Arbeitslosen eingebracht. Die westlich orientierte Gesellschaft in den iranischen Großstädten jedoch befürchtet, daß es unter ihm zu Taliban-artigen Zuständen wie einst in Afghanistan kommen wird.
Text: dpa, Reuters
Bildmaterial: REUTERS
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