
Ich habe mir gerade die Entwicklung der Inflationsraten der letzten Jahre angeschaut. Demnach sind 20% ganz klar ein VERLUSTGESCHÄFT!!! (weil die Inflationsentwicklung eigentlich 3-stellig ist!)
Ich kenne Herrn Yunus nicht gut, um über ihn zu urteilen - aber eines können Sie mir glauben: Wenn das ein SEHR lukratives Geschäft wäre, hätte es viele Nachahmer, und zwar so lange bis die Gewinnmargen dermaßen schrumpfen, bis es es sich für Neue nicht mehr lohnt. Also, der "Markt" wird schon dafür sorgen, dass Herr Yunus keine "Wucherzinsen" nimmt.
Und wenn er Gewinne macht - umso besser! Sie sind ja "Steuerzahler", weil Sie "Gewinne" machen - und vermutlich die Institution in der Sie arbeiten auch. Was für einen Nutzen hätten Sie, wenn Sie bzw. Ihre Firma keinen Gewinn macht?
Nichts gegen Kritik - aber mir erscheint Ihre völlig unreflektiert zu sein.

Er vergibt Kredite mit 20 % Zinsen und zwar nur an arbeitsfähige Menschen, hauptsächlich an Frauen.
Er kümmert sich nicht um die Ärmster der Armen, die auf Grund der schlechten Versorgungslage einfach zu krank für die Arbeit sind und die Möglichkeiten nicht ausreichen um mehrere Familienmitglieder gleichzeitig zu versorgen.
Yunus erste Kundin, Sofia Katun, mußte einem Artikel des "Stern" von 1995 zufolge später wieder betteln gehen, weil sie zu krank zum Arbeiten war.
Der Erfolg ist ihm persönlich gewiß, denn 20 % Zinsen sind ein lukratives Geschäft und Kleinvieh macht eben auch Mist.

Schon seit etwa einem halben Jahr bin ich von diesm Konzept fasziniert. Analytisch genau hat Professor Muhammad Yunus die Situation erörtert und dann persönlich, mit eigenem Risiko, die Lösung entworfen. Die phantastisch guten Ergebnisse sprechen Bände für sein Konzept. Wie erbärmlich muten da unsere hilflosen Bemühungen in Deutschland an, mit der hier vorherrschenden Fördermentalität, Bewegung in gesellschaftliche Entwicklung zu bringen.
Wer die richtigen Fragen stellt, kann die richtigen Antworten finden. Wer die falschen Fragen stellt, muß falsche Antworten finden. Professor Muhammad Yunus hat offensichtlich die richtigen Fragen gestellt.
Er gehört für mich zu den ganz großen Visionären unserer Welt. Sicher eine der besten Wahlen in der Vergabe des Friedensnobelpreises in seiner Geschichte.

Es sind die kleinen Schritte, die die Welt verändern. Es sind die kleinen einfachen Leuite, die hier eine Rolle spielen und endlich mal wahr genommen werden mit ihrem Potenzial. Eine Bank wie die Deutsche Bank hätte nie den Kunden der Grameen Bank einen Kredit gegeben. Sie hätte aber der Regierung in Bangladesch einen Kredit für großartige Projekte gegeben, die aber die Armut nicht gelindert hätten. Es ist dies ein Absage an Kapitalismus und Sozialismus, die schon lange die Menschen vergessen haben, um die es eigentlich geht. Dies ist ein Plädoyer für Einfachheit, Glaube an die Selbsthilfe und eine Absage an großspurige Projekte, egal aus welcher Ecke sie kommen. Genialerweise wurden hier die Marktmechanismen genutzt um den Armen zuhelfen, sich selbst zuhelfen und sie nicht zum billigen Arbeitskräftereservoir für die Global Players entwürdigen.Muhammad Yunus hat gezeigt, dass nicht Träume von Systemen den Menschen helfen, sondern Vertrauen in die Tugend der Menschen, Kenntnis der Materie und Kreativität.

Ein hervorragendes Beispiel, das diesen Preis verdient hat.
Ein wichtiges Beispiel auch für unsere politische Gesellschaft, von dem sich unser ausufernder "Sozialismus" ein Scheibchen abschneiden kann:
Hier erkennt man ganz deutlich, mit kapitalistischem Know-How lassen sich eindeutig bessere Ergebnisse gegen Armut und Arbeitslosigkeit erzielen.