Dunkle Gewiterwolken über Schloss Meseberg - aber Bush und Merkel lassen sich nicht beirren

Bush beendet Besuch in Deutschland

„Weiter alle Optionen auf dem Tisch“

Zum Abschluss seines Besuches in Deutschland haben der amerikanische Präsident und Bundeskanzlerin Merkel Teheran im Atomstreit abermals mit verschärften Sanktionen gedroht. Bush sagte nach den Gesprächen auf Schloss Meseberg, den Irak-Krieg bedauere er nicht.

Lesermeinungen zum Beitrag

11. Juni 2008 20:42

@Herrn Pütz - die Welt ist komplizierter...

Paul Rabe (heidelpaul)

Bush nahm den 11 September zum Anlass für den Krieg und der hat wohl mit Bin Laden zu tun, oder ? Da war Saddam also schonmal das falsche Ziel. Was den Terror in Israel angeht, so wurde der palästinensische Terror nicht vom Irak sondern erwiesenermaßen von saudischen Kreisen finanziert (mit denen auch die Familie Bush, insbes. Bush Senior, beste Öl-Kontakte pflegte). Man erinnere sich, daß saudische Truppen im ersten Irak Krieg GEGEN Saddam gekämpft haben. Der Irak vertrug sich also mit diesen Kreisen nie besonders gut. Die Hezbollah Milizen die Israel von Norden aus terrorisieren kann man auch kaum mit dem Irak in Verbindung bringen, das sind nämlich Schiiten und damit die Feinde von dem Sunnit Saddam. Man erinnere sich, daß Saddam tausende Schiiten grausam umgebracht hat und deshalb bei den Schiiten kaum Freunde haben wird. Der Iran und der Irak haben 7 Jahre lang Krieg geführt ! (und die USA hat in der Zeit den Irak aufgerüstet...)

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11. Juni 2008 17:18

Herr Rabe

Norbert Pütz (nevergiveup)

wer hat denn gesagt, Saddam würde BinLadin unterstützt haben? Natürlich hat Saddam Terror unterstützt und gefordert. Die täglichen Todeskommandos in Israel sind nur ein Beispiel dafür. Hunderttausende wurden an Terroristenfamilien bezahlt. Sehen Sie doch 8 Minuten den Film "Die Saat des Hasses" (googeln Sie mal oder unter youtube suchen), dann wissen Sie, dass die wahren Feinde von Recht und Frieden nicht in Amerika, sondern im Islam zuhause sind! Ich kann nicht verstehen, wie man dafür sein kann, Tyrannen wie Hitler, Saddam Hussein oder heute im Sudan AlBashir gewähren zu lassen!

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11. Juni 2008 17:04

@Herr Pütz: Viele unsichere Variabeln

Joachim Mense (JMense)

Herr Pütz, Ihre Einwände sind auf einem Meer von irakischem Wüstensand gebaut. Natürlich ist es richtig, dass Saddam Hussein ein brutaler Diktator war, der unendlich viel Menschenleben und noch viel mehr Leid auf dem Gewissen hatte. Doch ausgerechnet dieser irakische Staatsterrorist wurde damals von der US-amerikanischen Administration gestützt und zwar so gestützt, dass er sich irgendwann einmal größenwahnsinnig unverletzbar hielt. Daraus lassen sich gleich zwei Lehren ziehen - und beide rechtfertigen auf keinen Fall Krieg, bei denen zumeist die Unschuldigen die Opfer sind. Nämlich erstens hätten sich die Bush-Strategen dieses Tyrannen auch mit anderen Methoden entledigen können. Die daraus resultierende Destabilisierung des Landes hätte wahrscheinlich auch keine andere Größenordnung eingenommen als heute. Und zweitens sollte endlich erkannt werden, dass die Installierung von Diktaturen als außenpolitisches Mittel keine langfristige Lösung bietet. Dann wäre den Chilenen ein Pinochet erspart geblieben, den Iranern der Schah, die Pakistani könnten ohne Mucharraf leben und so weiter. Sich späterhin aber wie Bush mit Unschuldsmiene hinzustellen und so zu tun, als ob man die Welt von einem Übel mehr befreit hätte, ist erbärmlich.

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11. Juni 2008 16:40

@Herrn Pütz - Saddam war der falsche Gegner

Paul Rabe (heidelpaul)

Bushs Irak Krieg wurde ja von den Terror-Ereignissen des 11. September ausgelöst. Aber selbst wenn man annimmt, daß man Terror durch Kriege besiegen könnte (was ich stark bezweifle, ich denke dadurch schafft man erst Terror) dann hat sich Bush doch den ganz falschen Gegner ausgesucht. Jedem war klar, daß Saddam und Bin Laden keine gemeinsame Sache machen sondern ganz im Gegenteil schlimmste Feinde sind. Im Irak wurden Fundamentalisten von dem Schlage eines Bin Laden verfolgt und getötet, weil diese den Herrschaftsanspruch der Bath Partei und damit Saddams in Frage stellten. Saddam konnte kein Interesse haben, daß irgendwelche 'Geistlichen' im Irak die Macht beanspruchten oder auch nur mitreden wollten. Er hätte also nie irgendwelchen Bin Ladens Geld für Terror gegeben, es waren seine eigenen Feinde ! Das hätte auch einem Präsident Bush klar sein müssen. Das die USA mit ihrem Krieg zusätzlich den Irak-Feind Iran zu einer Regionalmacht entwickelt haben ist noch eine weitere Ironie dieses angeblich der "Sicherheit" dienenden Krieges.

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11. Juni 2008 15:05

Verlorene Menschenleben

Norbert Pütz (nevergiveup)

Wer weiß denn, wieviele Menschenleben dem Diktator Saddam Hussein ohne Irakkrieg zum Opfer gefallen wären. Im eigenen Land wären es sicher weitere Tausende gewesen. Dazu kann niemand sagen, wieviele Terroristen weiterhin von Hussein finanziert worden wären. Weitere Massentötungen wie am 11. September wären nicht auszuschließen gewesen. Saddsam zahlte an Terroristenfamilien. Er drohte, Israel mit Raketen zu vernichten. Und der islamistische Terror, der heute im Irak statt findet, hätte dort keine Ziele gehabt und deshalb in Amerika, Israel oder Europa statt gefunden. Wer Bush so banal beschuldigt, vergißt viele Argumente. Außerdem hat Bush damit recht, wenn er sagt, dass versucht werden sollte, im Irak eine Demokratie zu tablieren. Dies könnte Signalwirkung für die Nachbarstaaten haben.

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11. Juni 2008 14:31

@Paul Rabe: Wie recht Sie haben!

Joachim Mense (JMense)

Ein weiser Kopf sagte einmal sinngemäß: Wehe den Völkern, deren Staatsmänner nichts anderes im Sinn haben als Krieg. Ihre zitierte Rechnung (statt das Geld für den Irakkrieg zur Sicherung der Öllieferung auszugeben hätte man auch die eigene, zivile (Solar-) Energieindustrie aufbauen können) ist dafür ein sprechendes Beispiel. Denn was bleibt übrig von der zerstörerischen Politik einer Bush-Administration? Ein in sich völlig zerrütteter Irak, ein billionenriesiger, der US-Bevölkerung aufgezwungener Schuldenberg und keine für die Zukunft gesicherten oder neu erschlossenen Energiequellen. Stattdessen einige wenige Cheney-Cliquianer, welche sich am Krieg und späterem Irak-"Aufbau" ganz unglaublich bereichert haben. Aber so war es auch schon früher in der Menschheitsgeschichte: Das zivil-verantwortungsbewußt-konstruktive Denken ist bei den Machteliten nicht immer ausgeprägt. Und auch unsere eigene Bundeskanzlerin Merkel scheint damit nicht wirklich gesegnet zu sein. Denn damals - vor dem Golfkrieg - tönte sie resolut: "Der Krieg gegen den Irak ist alternativlos!"

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11. Juni 2008 14:13

Das Fehlerteufelchen Bush

Joachim Mense (JMense)

Liebe FAZOnline, da haben sich Freud und Fehlerteufelchen wohl auf das Wunderbarste gepaart und was kommt heraus? Ein "Abschuss"! Und das im Zusammenhang mit unserem so überaus bewunderten und bedienerten Weltpolizistenpräsidenten Bush... ein Schelm, wer dabei Böses denkt. Hochachtungsvoll J. Mense

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11. Juni 2008 13:49

Verlorene Jahre

Paul Rabe (heidelpaul)

Seriöse amerikanische Wissenschaftler haben neulich errechnet, daß man mit den Kosten des Irak Krieges (deutlich über einer Billion Dollar) auch eine Solar gestützte Energieinfrastruktur in den USA hätte finanzieren können, die pro Jahr weit mehr Energie liefert als die USA aus dem nahen Osten heute importiert. Da die Fixkosten in dieser Rechnung durch die (dann nicht entstandenen) Kriegskosten beglichen wurden, wäre Energie in diesem Szenario unglaublich billig (es wären nur noch die laufenden Wartungskosten) und hätte in den USA zu einem großen Wirtschaftsaufschwung geführt. Schade, es waren verlorene Jahre und vergebene Chancen unter Bush.

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