Proteste gegen „Tatort“

Ein deutscher Karikaturenstreit?

Die Alevitische Gemeinde Deutschland protestiert gegen einen „Tatort“ des NDR. Der Regisseurin wird Volksverhetzung vorgeworfen. Am Donnerstag gab es eine Demonstration in Berlin, am Samstag soll es in Köln zu einer weiteren Demonstration kommen. Von Michael Hanfeld

Lesermeinungen zum Beitrag

04. Januar 2008 00:59

Dilettantisch und unsensibel

Michael Hofmann (mhofmann1603)

Wir sollten dieses peinliche Stück deutscher Fernsehgeschichte einfach schnellstmöglich vergessen. Die Reaktion der Aleviten ist aus meiner Sicht nachvollziehbar. Der Vorwurf der Volksverhetzung ist nicht ganz abwegig, allerdings wird sich ein Vorsatz wahrscheinlich nicht nachweisen lassen.
Dennoch nehme ich Frau Maccarone ihre Einlassung, sie habe nichts von dem von Muslimen geschürten Vorurteil des Inzests gewusst, nicht ab. Sie hat nach eigenen Angaben recherchiert. Sie wird sicher auch mit Aleviten gesprochen haben. Oder mit Muslimen. Es waren türkische Schauspieler am Set. Der zuständige Redakteur hat die Sendung abgenommen... Dass Maccarone erst nach der Ausstrahlung durch die Proteste Kenntnis von dem Problem erlangt habe, ist mir nur schwer nachvollziehbar.

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01. Januar 2008 15:58

Der Vorwurf der Volksverhetzung ist nicht völlig abwägig

Alexandra Mertens (mertens.alexandra)

sondern viel eher noch berechtigt.

Den Tatort selber fand ich zwar ziemlich fade. Aber auffällig ist, daß wieder mal nur Moslems kritisiert werden. Bei anderen Religionen traut man sich das offensichtlich nicht.

Es ist schon extrem merkwürdig.

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01. Januar 2008 15:55

Ungewollte Gräuelpropaganda? Ein Nachtrag...

Harry LeRoy (Cimon)

Ein kleinwenig kann ich den Zorn dieses Kultes verstehen; immerhin wird dort ein altes Gräuelmärchen aufgewärmt und wiedergegeben. Ungefähr so, als würde man einen Tatort über einen Ritualmord oder Brunnenvergiftung mit Juden drehen. Daher fragt es sich schon wie die Macher ausgerechnet auf diesen Kult kommen und dann rein zufällig genau dieses Gräuelmärchen bemühen.

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01. Januar 2008 15:26

Ein deutscher Karikaturenstreit? - Nein, es ist islamophober Populismus...

Moses Green (moses.green)

...Proteste gegen diesen „Tatort“ sind insofen berechtigt

Er fügt sich nahtlos in die populististischer "Stimmungsmache" gegen eine Religionsgemeinschaft wie den "Islam" ein. Die nahezu einseitig vorgetragene Kritik (an den Isalm) macht den unvoreingenommenen Beobachter sehr stutzig.

Oder kann sich jemand vorstellen, daß z. B. in einem Tatort kritisch über eine andere Religionsgemeinschaft, wie z. B. die Juden, berichtet wird.

Die dahinter stehende Doppelmoral ist abzulehnen.

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01. Januar 2008 05:44

Der Tatort ist für einen Aleviten zu ertragen!

Atila Saltik (saltik)

Eine Abscheulichkeit, die nicht mehr steigerbar ist. Der Tatort "Wem Ehre gebührt" ist entweder sehr naiv produziert worden oder unter Einfluss von faschistischen Islamisten. Genau am 29.Jahrestages der "Maras-Progrogrome" wird ein Tatort ausgestrahlt. In Maras wurden hunderte unschuldige Aleviten von einem islamischen Mopp massakriert. Kinder, Schwangere Frauen, alte Menschen wurden bestialisch umgebracht. Nach dem Freitaggebet stürmte ein Mopp der aus der Moschee. Die Vorurteile über die Aleviten- "Die Aleviten betreiben doch nur Inzest!"- hat schon längst der Imam der Horde eingebrannt. Säuglinge wurden in zwei geteilt, Menschen wurden in Industrie-Öfen lebend verbrannt. Der radikale Islam hat sich "genüsslich" an den Aleviten vergangen. Es hörte nicht auf,1993: 35 alevitische Künstler und Intellkuelle wurden umgebracht. Unzählige Morde auch an Christen, Armeniern,folgten. 29 Jahre sind vergangen. Der Islam hat es nicht für nötig erklärt sich für die Taten zu entschuldigen.Warum auch es waren doch nur Ungläubige? Dem radikalem Pöbel steht nun der Tatort zur Seite, stärkt sie sogar in ihren kranken Argumentationen. Die Tochter konvertiert sogar zum Islam! Perverser kann eine Geschichte nicht geschrieben werden.

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31. Dezember 2007 00:33

Steinmeier soll besser unsere Grundwerte vertreten!

Till Blumenröder (Goller108)

Außenminister und Vizekanzler Steinmeier wird dafür bezahlt unsere Grundwerte zu vertreten! Stattdesssen opfert er sie mit seiner an unsere Medien gerichteteten Empfehlung, quasi Sebstzensur zu üben, einer sehr kurzsichtigen Appeasement-Politik.
Wir brauchen mutigere Politiker, die dazu stehen, dass in einer pluralistischen, freiheitlichen Gesellschaft jeder auch mal kritisch beleuchtet werden kann und soll. Wem das nicht passt, der sollte vielleicht besser woanders leben. Unser Grundgesetz jedenfalls schützt die Meinungsfreiheit und den öffentlichen Diskurs, weil Demokratie nur auf dieser Grundlage funktioniert. Das haben auch die Muslime zu akzeptieren.

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30. Dezember 2007 20:18

Für Furtwängler gibt es nur Schweigen

Georg Stöffler (georgio7)

Extrem traurig,daß sich in Deutschland Schauspieler schon wieder jeder Verantwortung entziehen.Von M.F. war allerdings auch nicht mehr zu erwarten.Eine bestenfalls mittelmäßige Begabung - hochgepuscht von einer vor Medien- Einfluß strotzenden Familie,die mit dem Fernsehpreis derselben unverdient ausgezeichnet wurde.

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30. Dezember 2007 11:40

Dass sich die Tatort-Macher die Aleviten vorgenommen haben,

Torsten Klier (TorstenKlier)

hat vermutlich nicht nur mit mangelndem Wissen über die Aleviten und deren Auffassung von Religiosität zu tun. Es könnte auch Kalkül sein. Die Aleviten pflegen keinen Märtyrer-Kult, sie sprengen sich nicht in die Luft; dafür legen sie großen Wert auf Bildung und Erziehung ihrer Kinder. Weil sie keinen Krawall machen und nicht immerzu beleidigt sind, werden sie auch nicht wahrgenommen. Und wenn sie doch mal auf die Straße gehen, um zu demonstrieren, muss niemand um sein Leben fürchten. So konnten auch die Tatort-Helden sicher sein, dass sie kein Risiko eingehen, wenn sie einen Krimi im Aleviten-Milieu spielen lassen. Hätten sie sich die Sunniten oder Schiiten vorgenommen, wäre nicht nur eine Anzeige wegen Volksverhetzung fällig gewesen.

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29. Dezember 2007 21:57

Ja, da ist was dran, an dem Vorwurf der Volksverhetzung

Ivan Poppov (poppov)

Es ist ganz einfach nicht glaubwürdig, daß der Regisseurin die Problematik des angesprochenen Themas nicht bewußt gewesen ist.

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29. Dezember 2007 19:25

Was wäre wohl wenn ...

Ogdan Ücgür (Ogdan)

... der grausame Überfall auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn genauso wie er tatsächlich stattgefunden hat im Tatort verfilmt worden wäre? Revolution?

Ich würde auch gerne wissen, wie die Aleviten-Gemeinde begründet, daß ein derartiges Verbrechen - wie es in diesem (schlechten) Tatort gezeigt wurde - in den Reihen ihrer Gemeindemitglieder nicht vorkommen kann.

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29. Dezember 2007 12:45

Der Protest ist berechtigt...

Jennifer Pahlke (JenPahlke)

...wenn "kritische Berichterstattung" regelmäßig dieselbe Religionsgemeinschaft trifft, sollten vernunftbegabte Menschen hellhörig werden.

Insbesondere dann, wenn Kritik an anderen Religionsgemeinschaften, unterbleibt.

Das hatten wir doch schon mal, dieses systematische kritisieren, in den 30/40er Jahren d. v. Jahrhunderts in Deutschland.

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29. Dezember 2007 10:13

fragwürdige Recherche

H. Gebhardt (hgebhardt)

In einem FAZ-Interview behauptetdie Regisseurin, sie sei bei ihren "Recherchen leider nicht darauf gestoßen, dass den Aleviten seit dem Mittelalter von den Sunniten ausgerechnet der Vorwurf des Inzestes gemacht wird und dass sie in dieser Weise stigmatisiert werden. "

Was und wie und wo hat sie überhaupt recherchiert?

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28. Dezember 2007 23:36

Keine Sorgfalt, mangelndes Verantwortungsbewusstsein

Mario Gotterbarm (Mario81)

Lieber Herr Hanfeld,

die Regisseurin hat in dem von Ihnen geführten Interview selbst zugegeben, dass sie während ihrer Recherchen im Vorfeld des Films nicht auf das seit dem Mittelalter bestehende Vorurteil, die Aleviten betrieben innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft systematisch Inzest, gestoßen sei. Damit ist sie ihrer Verantwortung, die sie als Regisseurin hat, leider nicht gerecht geworden. Punkt. Wie man derart lax recherchieren kann, gerade wenn man eines der wenigen durch so gut wie alle Kulturen bestehenden Tabus wie Inzest zu seinem Thema macht, kann ich nicht nachvollziehen. Ebenso ist die Frage berechtigt, warum nicht der Programmdirektion des NDR diese Problematik aufgefallen ist. Spätestens da hätte irgendjemand der Verantwortlichen aufmerken müssen (ein Drehbuch geht schließlich durch mehrere Hände, bis es verfilmt wird). Ihr Urteil, Herr Hanfeld, hätte insofern härter ausfallen sollen.

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28. Dezember 2007 15:57

99% aller Mörder im Tatort sind Deutsche

Carsten Maybach (der_kapitalist)

In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle (habe leider keine Statistik an der Hand) sind Deutsche die übelsten Halunken, die morden und totschlagen, und dies wiederum aufgrund der übelsten Hintergründe. Jetzt habe ich noch nicht mitbekommen, daß Deutsche gegen einen Tatort wegen Volksverhetzung klagen. Ich wünsche mir im Sinne der Gleichberechtigung der verschiedenen Kulturen, daß auch Nicht-Deutsche einmal die Täterrolle einnehmen dürfen, ohne daß dies gleich als "Volksverhetzung" angesehen wird. In einer demokratischen Gesellschaft sollte dies möglich sein.

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28. Dezember 2007 13:51

säkularer Staat ??

Michael Pörschke (michaelpoerschke)

Sehr geehrter Herr Hanfeld,

jetzt würde mich wirklich mal interessieren, von welchem "säkularen Staat"
Sie hier reden. Ich nehme an, Sie meinen die Türkei.

Deutschland ist nämlich kein säkularer Staat. Das wird jedenfalls unermüdlich
betont von (wenn auch radikalen Minderheiten) der katholischen Kirche und
ihrer politischen Lobby, speziell in der CSU. Diese Gruppen pochen permanent
darauf, dass Deutschland in religiöser Staat (selbstverständlich in ihrem Sinne,
also für die eine einzig wahre Religion) sei und fordern entsprechende Gesetze.

Der "säkulare Staat" ist also gerade das erklärte Feindbild dieser Deutschen.
Sie sind es, die ständig wachsenden Einfluss religiöser Dogmen im öffentlichen
Leben fordern, für ihre Feiertage das öffentliche Leben in unserem Land lahm-
legen und ohne jede demokratische Legitimation von allen Steuerzahlern
alimentiert werden müssen, selbst wenn ihre Vertreter verfassungswidrige
Lehren verbreiten.

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