Burma nach dem Zyklon „Nargis“

Katastrophale Zustände - Helfer warten auf Visa

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07. Mai 2008 Im Katastrophengebiet von Burma sind die ersten Hilfsleistungen eingetroffen. Das Kinderhilfswerk Unicef ist mit gut 100 Mitarbeitern vor Ort und verteilt nach eigenen Angaben in der Küstenregion bereits Erste-Hilfe-Pakete mit dem Nötigsten. Allerdings sitzen viele Helfer noch im Nachbarland Thailand fest und warten auf eine Einreisegenehmigung. Die UN haben dringend an die Militärregierung appelliert, die Visa-Bestimmungen zu lockern.

Die Regierung gab die Opferzahlen am Dienstagabend mit 22.000 Toten und 41.000 Vermissten an. „Wir gehen davon aus, dass mindestens 100.000 umgekommen sind“, sagte der Direktor des Büros der Exilregierung im thailändischen Mae Sot, Aung So.

„Wir haben noch keine konkrete Vereinbarung mit der Regierung“, sagte Unicef-Sprecher Patrick McCormick im BBC-Fernsehen. „Wir haben die Bitte um Hilfe einfach als grünes Licht interpretiert, dass wir in die betroffenen Gebiete vordringen können.“ Die Militärregierung habe auch eigene Ressourcen, die dringend mobilisiert werden müssten. „Wir brauchen zum Beispiel dringend Hubschrauber“, sagte McCormick.

„Berge von Leichen“

Auch im Inland wächst die Kritik an dem abgeschotteten Regime. Hilfslieferungen aus China und Thailand seien am Flughafen in Rangun vor der Auslieferung umgepackt worden, um den Anschein zu erwecken, dass die Rationen von der Regierung selbst kamen, sagte Aung So.

Die Organisation „Save the Children“ rechnet damit, dass Millionen Menschen ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. „Es ist ganz klar, Millionen Menschen sind obdachlos. Wir wissen nur noch nicht, wie viele Millionen“, berichtete der für Burma zuständige Vertreter, Andrew Kirkwood, am Mittwoch telefonisch aus Rangun. „Save the Children“ ist eine der wenigen Organisationen, die das Militärregime bisher in das Land gelassen hat.

Kirkwood klagte über die mangelnde Kooperation der Junta. Obwohl dringend Nachschub an Hilfskräften und Hilfe benötigt werde, warteten die Helfer weiter in Bangkok auf ihre Visa. Kirkwood berichtete von katastrophalen Zuständen vor allem im Irawadi-Flussdelta, der am schwersten betroffenen Region. In einer der abgelegenen Orte habe sein Team tausende Tote gesehen. „Berge von Leichen“ verrotteten in den Straßen.

Besorgniserregende Berichte kämen auch aus Pyinkaya, einem 150.000 Einwohner zählenden, schwer zugänglichen Ort im Südwesten des Deltas. Dort sei bis Mittwoch noch keine Hilfe eingetroffen, die Sterbenden seien sich selbst überlassen.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, dpa, reuters

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