Second Life

Reale Enttäuschung in der virtuellen Welt

Millionen Menschen, so wird behauptet, haben sich schon eine zweite Existenz in „Second Life“ zugelegt. Doch die von den Medien gefeierte „Wunderwelt“ wird überschätzt. Ein Besuch holt den Neugierigen schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Von Stefan Tomik.

Lesermeinungen zum Beitrag

26. März 2007 15:19

@Herrn Moskaliuk

Andreas Wessels (PhunkyData)

Es ist bedauernswert das unsere reellle Gesellschaft dank kapitalistischen Größenwahns mitlerweile keine wirklich freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit zulässt. Oder sagen wir es diplomatisch, es sehr schwer macht.
Ganz im ernst.

Wenn ich diesem ganzen Marketingwahn und der wirklich mitunter penetranten Werbeverdummung entfliehen will, die mich im realen Leben eh schon annervt das es kracht.

Ja warum sollte ich mich dann in eine virtuelle Welt abseilen die zwar ein grundlegend nettes Konzept hatte, nun aber mit dem gleichen Werbe- und Statussymbolquatsch beladen/überladen wird, den ich im RL nicht mehr ertrage?

Meiner Ansicht nach tummeln sich in Second Life höchstens gestörte Konsumjunkys die sich im RL nurnoch schwerlich das Leisten können, was sie gerne wollen würden.
Um angesagt und akzeptiert zu sein.

Bei Second Life sicherlich nicht schwierig weil die Spielerschaft die kontinuierlich diesem Spiel fröhnt sicherlich absolut gleichgesinnte sind.

Ich finde so ein Spiel jedenfalls Kritikwürdiger als die Killerspieldiskusion und das Theater um WoW zusammen.
Es birg die Gefahr der Konsumsucht die sich auf das reale Leben übertragen soll.

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26. März 2007 08:07

@Moritz Büsing

St. Koch (Pensacola)

Sehen Sie - ich habe so viele Fragen und Ansätze geliefert. Sie haben es grad geschafft eine einzige Frage zu beantworten - und zwar eine die garnicht gestellt war: Wie Sie meine Meinung finden.

Na gut so läuft´s vielleicht im Second Life, hier sehen Sie damit einfach nur sehr ....einfach aus.
Stört Sie nicht ? Dacht ich mir.

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24. März 2007 18:58

Vermarktung von Emotionen

Johannes Moskaliuk (moskaliuk)

Bei der Probefahrt im virtuellen Traumauto geht es nicht um einen möglichst realistischen Eindruck von den Vorzügen eines Autos zu oder gar darum eine Probefahrt im echten Leben zu ersetzten.

Viele der mehreren hundertausend Second Life Benutzer generieren sich mit viel Liebe ihren persönlichen Avater im Zweiten Leben und geben ihm ein Aussehen, Auftreten und Verhalten, das zu ihrer Persönlichkeit oder ihrer Wunschpersönlichkeit passt. Und da liegt es nahe auch die Statussymbole und Life Style Produkte des wahren Lebens mit einzubeziehen. Und so fährt eben auch in der virtuellen Wunderwelt der einen eine Porsche, der andere trägt seinen iPod stolz zur Schau.

Und da genau liegt das Potential für Marketing: Emotionen und Lebensgefühl an das eigenen Produkt zu koppeln, verbunden mit der Hoffnung, dass es dann auch im echten Leben leichter fällt, Geld für ein Produkt auszugeben, dass eigene Persönlichkeit aufwertet.

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23. März 2007 17:12

Ich danke für diesen Beitrag...

Andreas Wessels (PhunkyData)

Ich habe mir Second Life heute mal angesehen nachdem ich wiedereinmal Hipphipphurra Nachrichten eines renomierten Unternehmens lesen musste das sich für viel reales Geld in Second Life ansiedelt weil das angeblich die Zukunft des Marketings sein soll.
Alles was ich dort gesehen habe, war der größte, in höchsten Tönen gelobte Schrott den meine Augen und mein Spielerherz jeh zu Gesicht bekommen haben.

Das einzige was mit Second Life passieren wird ist das, was die angeblichen achso inovativen Macher dieses Spiels bezwecken. Haufenweise Unternehmen werden Dollars in einen ofen werfen der allein durch eine große, mediale Lüge gefeuert wird.
Und alles was sie dabei erhalten werden sind Ausgaben die nichts weiter produzieren als heisse Luft.

Und auf lange sicht darf man einigen Arbeitslosen, weil Unternehmenskassen nicht mehr stimmen einen Aufkleber anpappen. Lost my job because Linden cheated my company.

Ganz ehrlich. Jeder normal denkende Mensch der sich das mal angesehen hat, gehört nicht zur Zielgruppe der Unternehmen. Und genau um die geht es ja eigentlich.

Ich habs nach 5 Minuten wieder von der Platte geputzt.
Hinter SF steckt ein kapitalistisches Unternehmen.
Es geht ums abschöpfen.

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23. März 2007 07:40

Wirklich nicht...

St. Koch (Pensacola)

Was bitte veranlasst Menschen sich ein virtuelles "second Life" zuzulegen ? Reicht ein reales nicht ? Oder ist es zu anstrengend im real Life authentisch zu sein ? Woran fehlts ? An Ideen besteht ja augenscheinlich kein Mangel.

So hapert es -scheints- an der Durchführung. Konfliktunfähigkeit ? Bindungsängste ? Schiß vor Veranwortung in jeglicher Form ? Da kann auch der virtuelle Space höchstens als Testfeld weiterhelfen. Allerdings - wer möchte mit hunderten von innerlich pubertierenden 20-70jährigen eine Community bewohnen ?

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22. März 2007 19:10

Wieso?

Marta Lohse (martalohse)

danke herr tomik, so ein kritischer artikel war schon längst überfällig.
wozu überhaupt "second life"? so vieles, was man dort macht, kann man auch im "real life" machen...aber anscheinend gibt es genügend leute, die genug geld haben, um es aus dem fenster zu werfen für hässliche, schlechtgemachte pixelig-grob gestaltete pseudowelten...die kasse von "second life" klingelt - aber das ist ja schliesslich auch beabsichtigt....

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22. März 2007 17:22

Je ähnlicher die virtuelle Welt der wirklichen wird,

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)


um so überflüssiger wird sie.

Je stärker sich "Second Life" - oder andere virtuelle Welten - vom realen Regelwerk unterscheidet, um so anspruchsvoller könnte es sich entwickeln.

Mit der Duplizierung real existierender Ödnis ist wahrlich niemandem gedient.

Um wieviel interessanter wäre es, Anarchie und Chaos - die Ursuppe jeder Entwicklung - virtuell ganz bewußt zuzulassen und gar zu fördern.

Die Chance ist das interessante.

Es wäre doch gelacht, wenn die User nicht alleine mit den meist intellektuell zurückgebliebenen Spinnern fertig werden könnten. Endlich mal eine Herausforderung, die jenseits von political correctness beantwortet werden und überzeugen könnte.

Einen Versuch wäre es wert.

Und wenn es denn schief gehen sollte - macht nichts, fangen wir von vorne an.



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22. März 2007 16:38

Bitte nicht überbewerten.

Till Kulawik (ausserordentlich)

Die Idee ist faszinierend. Eine neue Welt, in der bestimmte physikalische Gesetze einfach abgeschafft werden, das klingt hochinteressant. Aber diese Welt kann nicht gut werden, wenn sie von ihren Bewohnern gestaltet wird. Es wird sich meiner Meinung ähnlich wie in Chats verhalten: Die Idee, dass man sich mit Bekannten wie Unbekannten auf diese Weise austauschen kann, hört sich wirklich gut an. Aber die Realität sieht äußerst langweilig aus, weil die Benutzer entweder nicht besonders phantasievoll oder pervers sind.

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