Vereinigte Staaten

Republikaner erweitern Mehrheit im Kongreß

Gescheitert: Demokrat Tom Daschle

Gescheitert: Demokrat Tom Daschle

03. November 2004 Die Republikaner gehen gestärkt aus der Kongreßwahl in den Vereinigten Staaten hervor. Sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat konnte die Partei von Präsident George W. Bush am Dienstag ihre Mehrheit erweitern.

Tom Daschle, der Führer der Demokraten im Senat, verlor in South Dakota gegen seinen republikanischen Kontrahenten John Thune. Seit 1978 hatten die Wähler in South Dakota Daschle stets in den Kongreß gewählt. Inzwischen schlug das Pendel aber zu Gunsten der Republikaner aus. Es war das erste Mal seit 1952, daß ein Fraktionsführer des Senats eine Wahl verlor.

Zog als einziger Schwarzer ins Oberhaus ein: Demokrat Barack Obama

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Bis Mittwoch morgen hatten die Republikaner im Repräsentantenhaus 228 Sitze sicher und konnten mit fünf weiteren rechnen. Auf die Demokraten entfielen mindestens 199 Mandate, bei zwei weiteren Entscheidungen lagen sie in Führung. Insgesamt waren 435 Sitze zu vergeben. Derzeit halten die Republikaner 227 Mandate, die Demokraten 205, ein Abgeordneter ist parteilos, und zwei Sitze waren zuletzt vakant.

Im Senat standen 34 der 100 Posten zur Wahl. Obwohl zwei Ergebnisse in Alaska und Florida auch zwölf Stunden nach Schließung der Wahllokale noch nicht offiziell feststanden, werden sich die Republikaner aller Voraussicht nach auf eine bequeme Mehrheit von 55 der 100 Sitze im Senat verlassen können. Die Demokraten kamen auf 44 Sitze, 4 weniger als zuvor. Ein Sitz wird weiter von einem unabhängigen Abgeordneten gehalten, der üblicherweise mit den Demokraten stimmt.

Barack Obama herausragender Sieger

Der Fraktionsführer der Republikaner, Bill Frist, zeigte sich vom Erfolg seiner Partei überrascht. Damit habe niemand gerechnet, sagte er.

Zu den herausragenden Erfolgen der Demokraten gehörte das Ergebnis ihres Politikers Barack Obama. Der 43 Jahre alte Sohn eines Kenianers und einer weißen Amerikanerin wird künftig als einziger Farbiger im Senat sitzen. Er gewann einen bisher von den Republikanern gehaltenen Sitz in Illinois. Der neue Kongreß tritt im Januar zusammen.

Gouverneurswahlen: Beide Parteien erringen Siege

Bei den Gouverneurswahlen in elf Staaten haben am Dienstag jeweils fünf republikanische und fünf demokratische Politiker gewonnen. Im Staat Washington lieferten sich die Kandidaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das wahrscheinlich erst nach Auszählung der Briefwahlstimmen in einigen Tagen entschieden wird.

In Indiana verlor der demokratische Amtsinhaber Joe Kernan gegen seinen republikanischen Herausforderer, den früheren Budgetdirektor des Weißen Hauses Mitch Daniels. Auch in New Hampshire wurde der Gouverneur abgewählt. Der demokratische Geschäftsmann John Lynch schlug den republikanischen Amtsinhaber Craig Benson. In Montana übernahmen die Demokraten mit Brian Schweitzer erstmals seit 16 Jahren den Gouverneurssitz. Die Amtsinhaberin Judy Martz von den
kandidierte nicht mehr.

In Delaware gewann die demokratische Amtsinhaberin Ruth Ann Minner. Auch in North Carolina sicherte sich der Demokrat Mike Easley eine zweite Amtszeit. West Virginia ging ebenfalls an die Demokraten. Hier gewann der bisherige Innenminister Joe Manchin. Der bisherige demokratische Gouverneur Bob Wise trat nicht mehr an.

In North Dakota sicherte sich der Republikaner John Hoeven eine zweite Amtszeit. In Utah siegte der Republikaner Jon Huntsman, und in Vermont wurde der Republikaner Jim Douglas wiedergewählt.

Text: FAZ.NET mit Material von AP, dpa und Reuters
Bildmaterial: dpa, dpa/dpaweb

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