21. Juli 2008 Zum zweiten Mal binnen weniger Monate ist Papst Benedikt XVI. mit Missbrauchsopfern katholischer Priester zusammengetroffen. Wenige Stunden vor seinem Abflug aus Sydney traf der Papst am Montag zwei Frauen und zwei Männer, die in jungen Jahren von Geistlichen sexuell missbraucht worden waren. Der Papst hatte sie zu früher Stunde zu einer privaten Messe in einer Kapelle der St.Mary's- Kathedrale eingeladen, sich persönlich ihre Leidensgeschichte angehört und sein tiefes Mitgefühl ausgedrückt. Im Anschluss habe Benedikt XVI. mit jedem einzelnen gesprochen und ihnen seine Verbundenheit bekundet.
Durch seine väterliche Geste wollte der Heilige Vater erneut sein tiefes Mitgefühl für alle demonstrieren, die sexuell missbraucht worden sind, teilte der Vatikan nach der überraschenden Zusammenkunft mit. Das erste Treffen dieser Art hatte während seines Nordamerika-Besuchs im Frühjahr stattgefunden. Es galt als historischer Schritt für eine Versöhnung zwischen der Kirche und den Opfern. Viele Diözesen hatten die Skandale jahrelang verschwiegen und vertuscht. Allein in Australien wurden mehr als 100 Priester wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt.
Treffen bis zuletzt geheim gehalten
Das Treffen in Sydney war zunächst geheim gehalten worden. Die zwei Frauen und zwei Männer sprachen anschließend nicht mit der Presse. Der Papst hatte die Missbrauchsskandale schon in einer Messe mit australischen Bischöfen am Samstag scharf verurteilt und den Opfern sein Mitgefühl ausgesprochen. Einige Opferverbände forderten aber ein persönliches Treffen und würdigten die päpstliche Geste am Montag entsprechend.
Andere setzten ihre Kritik an der Kirche fort. Ich fürchte, sie haben nur Leute ausgesucht, die kein Problem haben mit der Art, wie die Kirche mit den Missbrauchsfällen umgeht, sagte eine Sprecherin der Opfergruppe Broken Rites. Opfer, die damit nicht einverstanden sind, haben auch ein Recht, gehört zu werden. Der Vater zweier Opfer, der in vergangenen Tagen besonders vehement eine persönliche Begegnung mit dem Papst gefordert hatte, sprach gar von einem Schlag ins Gesicht.
Papst Benedikt hatte in Sydney am Weltjugendtag teilgenommen. Was für eine wunderbare Erfahrung dies war, sagte er kurz vor dem Abflug. Benedikt bedankte sich bei den 8000 Freiwilligen des Weltjugendtages, ehe er das Flugzeug zur Heimreise nach Rom bestieg. Insgesamt hatten sich 223.000 Pilger registrieren lassen, unter ihnen 6000 Teilnehmer aus Deutschland. An der Abschlussmesse nahmen mehr als 350.000 Pilger teil. In Fernsehen und Internet verfolgten nach Schätzungen der Organisatoren eine Milliarde Menschen das Programm in Sydney.
Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa
Die Stimme der Uiguren: Rebiya Kadeer - Die ![]()
Biden schließt israelischen Angriff auf Iran nicht aus
Obama und Medwedjew wollen abrüsten