Der Grenzwachturm “Kieler Eck“ in Berlin ist eine Gedenkstätte für Günter Litfin

DDR-Schießbefehle

Die fast vergessenen Grenzfälle

Nun wurde ein Dokument gefunden, wonach Spezialtruppen der Stasi sogar auf Kinder hätten schießen sollen. Schon wird nach neuen Mauerschützen-Prozessen gerufen. Doch im juristischen Hickhack spielte ein Umstand bisher keine Rolle: Warum hat die Mehrheit der Rekruten nie geschossen?

Lesermeinungen zum Beitrag

13. August 2007 14:17

Moralische Zumutung

Josef Bujtor (Mramorak)

Das mit der moralischen Zumutung ist wohl eine Erfindung Ihrer Kommentarschreiberin und ihre Gleichen. Kein wunder müssen so viele Menschen, die unter dem Komunismus gelitten haben, wie ich, immer noch leiden und durch solche Kommentare verhönt werden.

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13. August 2007 13:44

Nochmal Mexiko/USA

Andreas Koerner (follow22)

Eine Mauer dient immer der Abschottung, der Ab- oder Ausgrenzung anderer. Unter welchen Deckmantel auch immer, und egal wie man sie deklariert und erklärt. Fast ignoriert von der Welt geht dort zwischen USA und Mexiko ein gewaltiges wirtschaftliches und soziales Problem vor sich. Und so erhöhte sich laut der Tageszeitung USA Today und nach Angaben der Organisation Humane Borders sowie örtlicher Behörden allein im Grenzgebiet des US-Bundesstaates Arizona und des mexikanischen Staats Sonora die Zahl der Todesopfer (!!!) in den Monaten Januar bis Juli im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 155. Und als Problem sahen das am 3. November 2006 in Montevideo beim Ibero-amerikanischen Gipfel die versammelten 22 Außenminister, darunter auch der spanische (unbeschadet der EU-Grenzbefestigungen zwischen Marokko und dem spanischen Territorium Melilla) auch. Sie bezeichneten diese Absicherung, diesen „Mauerbau für eine Praxis, die unvereinbar ist mit guten Nachbarschaftsbeziehungen und guter Zusammenarbeit zwischen Staaten.“
Geregelter Grenzverkehr?
Damit es zu keinem Missverständnis kommt, der so genannte antifaschistische Schutzwall (welch Hohn) diente einem Unterdrückerstaat. Unbestritten. Aber USA als Vorbild ?

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13. August 2007 13:31

G. Lifin

Alfons Schröer (Delphi1)

Nach meiner Kenntnis war Günter Lifin schwul und wollte zu seinem Freund nach Westberlin. Leider wird auf diesen Punkt kaum hingewiesen. Es gab nicht nur heterosexuelle Beziehungen die unter der Mauer gelitten haben!

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13. August 2007 12:22

Schon mal die Grenzbefestigung USA/Mexiko gesehen?

Markus Teuber (arathorn)

Ja,die Grenze USA-Mexico habe ich gesehen.
Der Vergleich ist absurd , überflüssig !
Diese Grenze ist nicht dazu gedacht,Amerikaner in den USA festzuhalten oder Mexikaner/Südamerikaner nicht hineinzulassen (wenn dem so wäre,gäbe es keinen einzigen Mexikaner in Los Angelas!).
Dort geht geht es darum,einen geregelten Grenzverkehr zu ermöglichen .Ansonsten gäbe es eine Massenbewegung in Richtung der USA aus Mittel- und Südamerika.
Es waren nun einmal die USA,die dafür gesorgt haben,daß der Kommunismus an der Friedrichstraße in Berlin stoppen mußte und nicht weiter nach Europa drang.
Und daß Teile (!) der DDR-Bevölkerung die DDR selbst aufgelöst haben,das konnten sie nur,WEIL es einen nichtkommunistischen Westen gab,in den man ausreisen konnten,weil es ein anderes System gab,das Anziehungskraft ausübte!
Aber zu dieser eigentlich logischen Erkenntnis kommen heute offenbar die wenigsten.

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13. August 2007 11:04

Fast vergessen, aber warum?

Andreas Koerner (follow22)

So etwas kann und sollte man niemals vergessen! Allerdings hat die neue -alte- BRD nichts, aber auch gar nichts getan, dies in der Erinnerung der Menschen zu halten! Diese Chance ist schlicht verschenkt wurden, oder ist nicht gewollt gewesen, ist man fast geneigt anzunehmen. 17. Juni als Feiertag? Abgeschafft!! Viele wissen gar nicht mehr, was das war, im Westen und im Osten!! 13. August, Tag des Mauerbaus? Den Meisten kaum noch bewusst! Statt dessen ein 3. Oktober als ein bis heute immer noch nicht zur Identifikation tauglicher Feiertag der Deutschen Einheit. In der Schule wird das Thema DDR mehr als magelhaft aufbereitet. Fragt man heute Teenager zu diesem Thema, wird einem Angst und Bange... Und zu einem der Kommentare, ausgerechnet die USA hier als Vorbild zu erwaehnen, grenzt an Zynismus. Schon mal die Grenzbefestigungsanlagen USA/Mexiko betrachtet?? Da wirkte ja der antifaschistische Schutzwall der DDR fast wie der Limes...

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13. August 2007 10:33

Schiessbefehl - SED - PDS - Linke

Franz-Josef Wilde (drfjwilde)

Was gibt es denn eigentlich noch zu überlegen? Wurden etwa die Flüchtlinge so aus Zufall oder Gutdünken der Grenzsoldaten erschossen? Die Toten an der innerdeutschen Grenze sind ein Resultat von Befehl und Befehlsausführung - beides aus der damaligen DDR-Sicht sogar rechtmäßig aber im Sinne der Menschlichkeit ein Verbrechen. Verantwortung trifft diejenigen, die Befehle gaben und diejenigen, die sie befolgten. Wer waren denn die Befehlsgeber? Es waren Funktionäre der SED, die in die PDS und dann in die Linke eingingen. An dieser Stelle habe ich es schon einmal gesagt: Wann endlich werden die Tabellen der Funktionäre öffentlich gemacht und wie diese Personen von der "Linken" resorbiert wurden. Sie machen heute Politik von Gestern und nutzen als Grundlage unsere demokratische Grundordnung. Es ist nicht zu fassen.

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13. August 2007 10:30

Bitter

gisbert heimes (gisbert4)

Jedes Kind, das in diesem Augenblick durch eine Bodenmine (egal, wer sie hergestellt hat und für welche Idee sie gelegt wurde) zu Tode kommt oder verstümmelt wird, ist ein bitteres Menetekel in der Menschheitsgeschichte.

Seht es mal so: natürlich war es die Perversion einer Idee, das Mauer-Regime. Es war der Reflex auf den Wettbewerb der Systeme. Glaubt deshalb nicht, daß es die einzige Perversion war und ist. Glaubt vor allem nicht, daß die Idee einer Wettbewerbsordnung, von der ökonomischen Freiheit des Individuums, keine Perversion ist. Schaut auf die Realitäten 17 Jahre nach dem Mauerfall, weltweit, und diese Idee ist widerlegt. Angefangen bei den Kriegsherden bis zu der Angst, was denn wohl die Börsen heute machen...

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13. August 2007 10:26

Und selbst?

curd cramer (c.cramer)

Das herrschende System der DDR wurde von der eigenen Bevölkerung abgeschafft - unter anderem wegen der Zustände an der Grenze. Die Aufarbeitung der Vorgänge an der Grenze sollte jedoch nicht ein System vornehmen, das sich ohne Not an Kriegen beteiligt und in dem mittlerweile ebenfalls Menschen ohne Gerichtsprozeß in irgendwelchen Lagern verschwinden.

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13. August 2007 09:38

Die Aufarbeitung steht noch bevor

Markus Teuber (arathorn)

und ist dringender und notwendiger als je zuvor.
In einer Zeit,in der allzuviele die DDR romantisieren,in der ( wider besseres Wissen) behauptet wird,"so schlimm sei das alles ja gar nicht gewessen",in der eine mit alten Stalinisten (die nun die sozialbesorgten Menschenfreunde geben) besetzte Partei sich anschickt,wieder Macht in Deutschland zu erlangen,in der die Vergangenheit gedreht und "der Westen" (allen voran die USA) als der eigentliche Bösewicht,der Kriegstreiber des kalten Krieges und Unterdrücker des freien Willens der Völker dargestellt wird,ohne daß sich Widerspruch über solchen hahnebüchenen Unfug vor der Geschichte regt - in dieser Zeit wäre es ungemein wichtig,endlich mit der Aufarbeitung des Kommunismus in Deutschland und Europa zu beginnen.

Dann aber bleibt von der vermeintlichen Romantik und den angeblich auf die Menschlichkeit ausgerichteten Ziele dieser Ideologie nichts mehr übrig.

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13. August 2007 09:27

Konstruktiver Lösungsvorschlag:

Angelika Fritz (MyDocAngel)

ich schlage eine Veröffentlichung der Namen vor, die geschossen hatten und eine darüber, wer erschossen wurde.

Denn so, wie die Hinterbliebenen in der DDR geächtet wurden, so, wie im Nachhinein gelogen wurde - sollten die Schützen geächtet werden.

Mindestens sollten die Hinterbliebenen entschädigt werden - nicht allein durch finanzielle Massnahmen - aber durch eine Gedenkfeier, an der Bundeskanzlerin Merkel die Patenschaft übernimmt...

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13. August 2007 05:52

Debiler Umgang mit dem Thema!

Etienne Corbeille (Etienne6)

Der streckenweise debile Umgang mit dem Thema verletzt jeden anständig und gerecht denkenden Menschen. Das, was an der inndeutschen Grenze passiert ist, ist - zumindest moralisch - als Mord zu werten. Den natürlichen Freiheitsdrang der eigenen Bürger unterdrückend, hat sich dieses Regime mit den Mauerschüssen quasi am Leben erhalten, reanimiert, weil es schon tot war, bevor es anfing, zu existieren. Durch Tote am Leben erhalten - was für ein makabrer Ausweis für den sog. "Arbeiter - und Bauern - Staat". Ausser den, später, viel gescholtenen Betonköpfen hat es doch kaum einer in dieser Diktatur des Proletariats ausgehalten. Nur die Verbrecher selbst waren, hielten es bei den SED - Bonzen aus. Oder jene, die sich diesen ganzen Schwachsinn schön geredet haben und heute in ostalgischen Schönfärbereien schwelgen. Es war die Ausgeburt des Bolschewismus, die da über uns gekommen war, uns 30 Jahre lang nicht losgelassen hat. Und denen, die das heute noch richtig finden müsste man so in Gefängnissen misshandeln, wie es die Stasi - Schergen getan haben. Nicht aus Rache - nein, wir sind da moralisch weiter - sondern um sie davon zu überzeugen, wie falsch das war, für was sie sich verkauft haben. Die Unbelehrbaren sperren wir aber lieber ein!

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