Thaksin-Partei gewinnt

Thailand wählt die Militärherrscher ab

Anhänger der PPP feiern den Sieg der Partei

Anhänger der PPP feiern den Sieg der Partei

24. Dezember 2007 Aus der Parlamentswahl in Thailand sind die Anhänger des gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra als Sieger hervorgegangen. Die Partei der Volksmacht (PPP) verfehlte allerdings die absolute Mehrheit, wie die Wahlkommission in Bangkok am Sonntag mitteilte. Den zweiten Platz belegte demnach die Demokratische Partei. Ihr wurde am ehesten zugetraut, zusammen mit kleineren Parteien eine Regierung bilden zu können. Es war die erste Wahl seit dem Militärputsch vom September 2006.

Nach der Auszählung von 95 Prozent der Stimmen konnte die PPP laut Wahlkommission mit 228 der insgesamt 480 Parlamentssitze rechnen. Die Demokratische Partei kam auf 166 Mandate. Ein Endergebnis wurde den Angaben zufolge erst am Montag erwartet.

Thaksin erfreut sich noch immer großer Beliebtheit

Der scheidende Ministerpräsident Surayud Chulanont, der nach dem Putsch vom Militär eingesetzt wurde, erklärte, er hoffe nun auf einen friedlichen Übergang zur Demokratie. Thaksin wurde in einem unblutigen Coup gestürzt, während er sich im Ausland befand. Dem 58-jährigen Milliardär wird Korruption in unzähligen Fällen vorgeworfen. Dennoch erfreut er sich nach wie vor großer Beliebtheit - insbesondere bei der armen Landbevölkerung. Dies hat seinen Anhängern offensichtlich auch bei der Wahl geholfen.

Gegen den PPP-Spitzenkandidaten Samak Sundaravej wird ebenfalls wegen Korruption ermittelt. Der 72-jährige frühere Gouverneur von Bangkok und sechsmalige Kabinettsminister gilt als aggressiver Politiker, der eher spaltet als für Einigkeit sorgt. Im Wahlkampf hat er sich auf die populistischen Versprechen verlegt, mit denen Thaksin 2005 einen Erdrutschsieg errang: allgemeine Gesundheitsversorgung zu geringen Kosten, niedrige Zinssätze für Arme und die Finanzierung von Entwicklungsprojekten in ländlichen Regionen. Vor allem aber drehte sich der Wahlkampf auch um eine mögliche Rückkehr Thaksins.

Mehr als 5000 Kandidaten hatten sich beworben

Der Spitzenkandidat der Demokratischen Partei, Abhisit Vejjajiva, erklärte, der gestürzte Regierungschef müsse sich in Thailand für die ihm zur Last gelegten Vorwürfe verantworten, damit der Gerechtigkeit Genüge getan werde. Der 43-Jährige wurde in England geboren und erhielt seine Bildung in Eton und Oxford, was ihm Beobachtern zufolge einen ganz anderen Schliff verlieh als seinen politischen Gegnern. Abhisit versprach im Wahlkampf bessere Bildungschancen und Maßnahmen zum Aufschwung der Wirtschaft sowie die Bekämpfung der Korruption. Ihm fehlt aber der Draht zur armen Bevölkerung.

Insgesamt bewarben sich mehr als 5000 Kandidaten von 39 Parteien um die 480 Parlamentssitze. 400 Abgeordnete wurden direkt in den 157 Wahlkreisen gewählt, 80 zogen über Parteilisten nach dem Verhältniswahlrecht ins Parlament ein.

Text: DPA
Bildmaterial: dpa

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