Von Konstanze Crüwell
14. Januar 2008 Es sind Fotoarbeiten, die verrätselt und zugleich hochsuggestiv wirken. Was der junge Künstler uns mit seinen ziemlich uneindeutigen Bildern sagen will, bleibt also weitgehend im Dunkeln. Gleichwohl steht man als Betrachter fasziniert vor den Arbeiten von Flo Maak, dem das Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt (Römerberg 2) derzeit eine Einzelausstellung im Treppenhaus und den – gut von außen einsehbaren – Korridoren widmet. Stadtlandschaften“ nennt der Städelschüler eine Serie von farbigen Aufnahmen im eher bescheidenen Format von 20 mal 45 Zentimetern.
Blaugrüne Pflanzen vermutlich exotischer Herkunft mit großen Blättern sind im Vordergrund einer Szenerie zu sehen, die in leicht giftig anmutendes gelbliches Licht getaucht ist. Sie zeigt ein Wartezimmer mit schwarzen Stühlen in einer baumbestandene Straße mit zwei älteren Häusern: Es handelt sich um die Ausländerbehörde im Gallusviertel, und das mit Heute geschlossen“ beschriftete Schild hat offensichtlich gerade ein Beamter aufgestellt. Eine andere Arbeit dieser Serie schildert eine winterliche und verlassene Flusslandschaft vor einem in weiter Ferne sichtbaren Industriegebiet mit einer Brücke. Hier bildet eine aus bunten Brettern roh gezimmerte, eher luftige Behausung den Vordergrund.
Schon mehrfach ausgestellt
Flo Maak, der 1980 in Fulda geboren wurde, hat 2001 zunächst das Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Soziologie an der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität aufgenommen. Nach drei Jahren genügte es ihm nicht mehr, die Kunst nur zu interpretieren: Er beschloss, selbst künstlerisch zu arbeiten, und bewarb sich an der Städelschule. Dort studierte er von 2004 bis 2006 bei Wolfgang Tillmans und seither bei Willem de Rooij. Seine erste Auszeichnung hatte er schon 2000 mit dem Förderpreis zum Deutschen Jugendfotopreis erhalten, der Hauptpreis wurde ihm zwei Jahre später zuerkannt. 2007 studierte er mit dem Ermenegildo-Zegna-Reisestipendium in New York an der Cooper Union. Flo Maak hat schon mehrfach ausgestellt.
2006 nahm er im Rahmen der Frankfurter Positionen“ der BHF-Bank-Stiftung an der Gruppenausstellung der Klasse Wolfgang Tillmans im Frankfurter Museum für Moderne Kunst teil. Zuletzt präsentierte er im Herbst 2007 in der Off-Galerie haus nummer 11“ zusammen mit Jeronimo Voss eine muntere Assemblage von Styropor-Stühlen unter dem Titel soft skills“, was nichts anderes als Sozialkompetenz“ bedeutet.
Mit dem Verhältnis von Text und Bild setzt Maak sich auf ebenso witzige wie intelligente Weise auch in seinen Durchschrift“ benannten Ink-Jet-Drucken von ausgewählten Zeitungsausschnitten auseinander. So zeigt Tod und Hase“ das Fragment einer Todesanzeige, auf der von der Rückseite her ein Häschenkopf durchschimmert: Er gehört zur Anzeige mit der die F.A.Z. lesenden Ursula von der Leyen. ... und ein Ministerpräsident versucht ein Volk zu trösten“ steht über dem Foto eines Waldbrands: Hier wiederum schimmert die Hand unserer in China souverän mit Stäbchen speisenden Kanzlerin durch.
Die Ausstellung Durchschrift von Flo Maak ist im Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt, Römerberg 32, bis zum 22. Mai montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr zu sehen.
Text: F.A.Z.
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