Dauerleihgabe

Deutsche Bank überlässt Städel 600 Kunstwerke

Städel-Chef Max Hollein (links) konnte sich dieses Jahr schon über eine Dauerleihgabe der DZ Bank freuen

Städel-Chef Max Hollein (links) konnte sich dieses Jahr schon über eine Dauerleihgabe der DZ Bank freuen

01. Oktober 2008 Die Deutsche Bank überlasst dem Frankfurter Städel-Museum 600 moderne Kunstwerke im Wert von 20 Millionen Euro. Die Dauerleihgabe beinhaltet Arbeiten von Anselm Kiefer, Sigmar Polke oder Gerhard Richter. Die Deutsche Bank wolle damit ihre Kunstsammlung einem größeren Publikum zugänglich machen, sagte Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann bei der Vertragsunterzeichnung am Mittwoch. Es handle sich um eine der größten Sammlungserweiterungen in der Geschichte des Hauses, sagte Städel-Direktor Max Hollein.

Ein kleiner Teil der 60 Gemälde und Skulpturen, 161 Papierarbeiten und 379 Druckgrafiken von 45 Künstlern ist ab sofort im Städel zu sehen. Die Sonderausstellung „Erste Wahl“ ist bis 9. November geöffnet. Der Großteil der Arbeiten soll in dem neuen Erweiterungsbau des Städel präsentiert werden, der bis 2011 fertig sein soll.

„Wir betreiben hier nicht Wohltätigkeit mit dem Geld unserer Aktionäre“

„Was die Deutsche Bank hier heute tut, ist weder Opfer noch Alibi, weder Ablasshandel noch Reparaturauftrag“, sagte Ackermann. „Wir betreiben hier nicht Wohltätigkeit mit dem Geld unserer Aktionäre, sondern tätigen eine finanzielle Investition in unsere eigene Zukunft und zugleich in die der Gesellschaft, in der wir operieren.“ Ein Museum könne hochwertige Arbeiten, die inzwischen „zu musealer Qualität gereift sind“, weitaus besser präsentieren als eine Bank.

Die Zuwächse aus der Sammlung der Deutschen Bank ergänzten die bereits vorhandenen Kunstwerke im Städel hervorragend, sagte Hollein. Von zentralen Persönlichkeiten wie Georg Baselitz oder Markus Lüpertz könne man mehr zeige, andere Künstler wie Neo Rauch kämen neu hinzu. Von einigen Künstlern wie Blinky Palermo erhalte man das komplette druckgrafische Werk. Der am Mittwoch unterzeichnete Vertrag besiegelt eine unbefristete Leihgabe und die Option, die Werke zu einem Viertel des aktuellen Werts - zahlbar in 25 Jahren - anzukaufen.

Text: FAZ.NET mit dpa/lhe
Bildmaterial: Helmut Fricke

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