Theatersommer

Feiern und Spielen

Von Eva-Maria Magel

13. Juni 2008 Endspurt! Das Spielfeld ist frei für die Frischluft-Theater, in Bad Vilbel, Bad Hersfeld, in Hanau, Höchst oder Eltville, denn am 22. Juni ist Schluss in den Theaterhäusern - am Staatstheater Darmstadt, wo an diesem Abend Lutz Hübners „Hotel Paraiso“ die Zuschauer in hoffentlich weniger konfliktreiche Ferien entlässt. Und am Schauspiel Frankfurt, wo am selben Abend um 19 Uhr zum letzten Mal die „Dreigroschenoper“ zu erleben sein wird. Für diese Spielzeit. Denn auch ihre letzte Frankfurter Saison wird Intendantin Elisabeth Schweeger sicher nicht ohne den Dauerbrenner mit dem Ensemble Modern gestalten. Zum Spielzeitende wird aber noch einmal mit einer „Haifischbar“ gefeiert, jener schon fast legendären Zusammenkunft der singenden Schauspieler und ihrer Zuschauer, begleitet von Tibor Stettin am Klavier.

Beginn ist nach der Vorstellung: Eine schwere Entscheidung für Fußballfreunde, schließlich könnte man auch prima die zweite Halbzeit des Europameisterschafts-Viertelfinales ansehen. Und eine schwere Entscheidung für Theaterfreunde. Denn die könnten sich auch das Finale der „Neuen Stücke aus Europa“ ansehen, die ebenfalls am 22. Juni am Staatstheater Wiesbaden zu Ende gehen. Die Biennale hat am Donnerstagabend begonnen - auch heute sind die Eröffnungsstücke, Tena Stivicics „Funkenflug“ und Roberto Savianos „Gomorra“, zu sehen. Sich unter 29 Stücken aus 24 Ländern entscheiden zu müssen, ist noch etwas schwieriger, als sich regelmäßig um 18 und 20.45 Uhr vor den Bildschirm zu setzen. Insofern ist „Now here & Nowhere“, der Titel des Stücks von Nico Helminger, das am 22. Juni um 17 Uhr den Abschlussabend beginnt, geradezu Programm, nach zehn Tagen Hier und Jetzt europäischen Theaters. Inklusive eines Rahmenprogramms, in dem die Autorenbrüder Guy und Nico Helminger am 21. Juni um 17 Uhr im Festivalzelt „Zusammen aus der Fassung“ lesen werden, Falk Richter am 14. Juni um 16 Uhr mit einem Stadtsoziologen über den „Traum vom Zaun“ sprechen wird, bevor am Sonntag um 19.30 Uhr sein Stück „Im Ausnahmezustand“ gezeigt wird.

Das läuft am Staatstheater Mainz, diesmal Partner der Biennale. Dort beweisen die Ensemblemitglieder schon seit geraumer Zeit, dass Theater und Party bestens zusammengehören, mit dem „Radio Unfertig“. Für das Festival gibt es Extraausgaben, die erste ist heute abend von 21.55 Uhr an, die nächsten sind am 16. und 18. Juni jeweils nach den Vorstellungen. Mit „Radio Unfertig“ schließt Mainz auch, als letztes der großen öffentlichen Häuser, am 29. Juni die Spielzeit ab: Die zumindest ist dann fertig - im September geht es weiter.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

 
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