Ausstellung

Museum der Weltkulturen zeigt Kirchners Afrika

Von Eva-Maria Magel

13. Juni 2008 Von „Negerplastik“ redet heutzutage erfreulicherweise niemand mehr. Als der Maler und Bildhauer Ernst Ludwig Kirchner (1880 bis 1938) den Ausdruck benutzte, meinte er das allerdings nicht abwertend. Eine Ausstellung im Frankfurter Museum der Weltkulturen, verändert übernommen vom Zürcher Museum Rietberg, zeigt bis zum 9. November die Anregungen, die Kirchner aus dem Studium der afrikanischen Kunst gewonnen hat.

Dass diese nicht nur bestenfalls als Kunsthandwerk verstanden wird, dazu haben Künstler des frühen zwanzigsten Jahrhunderts wie Kirchner beigetragen. Er studierte Skulpturen aus Kamerun wie die auf unserem Foto im Vordergrund stehende Gedenkfigur einer Mutter mit Kind und schuf selbst von deren Form und Wirkung inspirierte Arbeiten.

Kunst und Kontext

Aber auch er war beeinflusst von Urteilen und Vorurteilen, die zum Teil noch heute den europäischen Blick auf die afrikanische Kultur prägen. Kunst und ihren Kontext immer wieder neu zu betrachten, sieht Direktorin Anette Rein als Aufgabe ihres Museums. Leisten soll dies neben den Erläuterungen in der Schau ein umfangreiches Begleitprogramm.

Schau bis zum 9. November.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z. - Helmut Fricke