13. Februar 2008 Im wilden Flockenwirbel von Istanbul hat Bayer Leverkusen seine gute Form nicht bestätigen können, kann sich aber dank Torwart René Adler berechtigte Hoffnungen auf den Einzug ins Achtelfinale des Uefa-Cups machen. Der junge Schlussmann sicherte dem Bundesliga-Vierten mit mehreren guten Paraden am Mittwochabend ein 0:0-Unentschieden beim vom deutschen Trainer-Routinier Karl-Heinz Feldkamp betreuten Galatasaray Istanbul.
Im Rückspiel am Donnerstag kommender Woche in der heimischen BayArena reicht dem Europapokal- Champion des Jahres 1988 gegen die Türken schon ein knapper Sieg zum Erreichen der nächsten Runde. Dort könnte dem Fußball-Werksclub dann ein rein-deutsches Duell mit dem Hamburger SV bevorstehen.
Mehr war heute nicht drin
Bei unerwartet niedrigen Temperaturen um den Gefrierpunkt und teilweise dichtem Schneetreiben mussten beide Mannschaften im Ali-Sami-Yen-Stadion vor allem den widrigen Platzverhältnissen trotzen. An ein technisch hochstehendes Spiel war nicht zu denken. Ich bin sehr zufrieden. Mehr war heute nicht drin. Istanbul hat 90 Minuten Druck gemacht und René Adler hat ein paar Mal sehr gut gehalten. Wir müssen uns nächste Woche fußballerisch steigern, sagte Bayer-Trainer Michael Skibbe. Sein Galatasaray-Kollege Feldkamp trauerte den Chancen nach. Wenn wir beim Boxen wären, hätten wir nach Punkten gewonnen. Ich bin ein bisschen traurig, dass unser Engagement nicht mit einem Tor belohnt wurde, sagte er.
Bayer-Trainer Michael Skibbe veränderte sein Team im Vergleich zum hoch gelobten Bundesliga-Auftritt gegen den HSV am vergangenen Samstag nur auf den Abwehr-Außenbahnen. Gonzalo Castro (rechts) und der vom Afrika-Cup zurückgekehrte Ghanaer Hans Sarpei (links) besetzten diese Positionen. Bei den mit ihren Chancen zu fahrlässig umgehenden Hausherren kam der frühere Schalker Lincoln nach langer Verletzungspause nur zu einem Kurzeinsatz in den letzten sieben Minuten des Spiels.
Bayer konzentrierte sich auf eine geordnete Abwehr und überließ den Türken viel Raum. Galatasaray benötigte allerdings eine knappe halbe Stunde, um das Übergewicht in gefährliche Aktionen umsetzen zu können. Ümit fand aus spitzen Winkel in Adler seinen Meister (28.). Arda Turan köpfte aus kurzer Distanz über das Tor (38.). Glück hatten die Leverkusener, dass Hakan Sükür nach einem Fehler von Nationalverteidiger Manuel Friedrich der Ball in aussichtsreicher Position leicht versprang (42.).
Istanbul bestimmte das Geschehen
Eigene Offensiv-Aktionen waren von Bayer praktisch nicht zu sehen. Nur nach einem Schnitzer von Emre bot sich eine Möglichkeit, doch Sergej Barbarez (29.) spielte beim Passversuch auf den frisch gebackenen Vater Stefan Kieling dem Gegner den Ball wieder vor die Füße.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit ließ der Schneefall nach, doch am Spielverlauf änderte sich wenig. Istanbul bestimmte das Geschehen, die wenigen Bayer-Angriffe verpufften wirkungslos. Auf der Gegenseite scheiterte der gebürtige Berliner Ümit (52.) aus kurzer Distanz wiederum an Adler. Der 23 Jahre alte Schlussmann war auch in der 72. Minute gegen den einschussbereiten Sükür rechtzeitig zur Stelle und sicherte seinem Team damit das Remis. Daran änderte auch ein Patzer in der Nachspielzeit nichts mehr.
Galatasaray Istanbul - Bayer Leverkusen 0:0
Istanbul: Orkun Usak - Ugur Ucar, Servet, Emre, Volkan (84. Lincoln) - Ayhan (66. Hakan Balta), Baris Özbek, Topal, Arda - Ümit Karan, Hakan Sükür (79. Nonda)
Leverkusen: Adler - Castro, Friedrich, Callsen-Bracker, Sarpei - Vidal (86. Schwegler), Rolfes - Schneider (62. Freier), Barbarez, Barnetta - Kießling
Schiedsrichter: Batista (Portugal)
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Arda, Emre / -
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP
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