29. April 2008 Fußballer sind ja alle noch sehr jung, sagt Charles Schumann: Da geht es immer um die gleichen Geschichten: Musik, Frauen. Der Besitzer der Münchner Bar im FAZ.NET-Interview.
Charles Schumann, Sie sind Besitzer der bekanntesten Münchner Bar. Waren Luca Toni und Franck Ribéry schon bei Ihnen?
Als die noch neu in der Stadt waren, sind sie gekommen. Mittlerweile kennen die auch die anderen Plätze, wo was los ist, da sind wir nicht mehr so interessant. Fußballer haben eher eine Affinität zu Nachtclubs. Die sind ja alle noch sehr jung. Da geht es ja immer um die gleichen Geschichten: Musik, Frauen. Nur für manche gehört der gepflegte Barbesuch auch dazu. Den Hoeneß hab' ich hier übrigens noch nie gesehen. Der Einzige, der überall rumläuft, das ist der depperte Matthäus. Der geht in jeden Laden.
Zurück zu Signore Toni.
Na ja, wenn die aus dem Süden kommen, wie Luca Toni, die trinken gerne, sind lustig und gut drauf. Und Luca, der ist wirklich gut drauf. Bei uns trinkt er gerne Cuba Libre. Mittlerweile geht er aber fast täglich ins Hugo's, das neue In-Lokal. Da kriegt er seine Pizza, da sind die Weiber. Auf gut Deutsch: Da geht's rund. Bei uns kennt er einige Mitarbeiter, deswegen kommt er und besucht sie. Aber eigentlich ist es ihm hier zu spießig.
Und Ribéry?
Ich habe ihn leider nie persönlich angetroffen, als er am Anfang zu uns kam. Sonst hätte ich ihn emotional sofort an mich gebunden. Als jemand, der in Frankreich aufgewachsen ist, ich bin doch selbst ein halber Franzose. Aber dann kam seine Frau, und es war Ende der Vorstellung. Ich glaube auch, dass der nicht jeden Tag um die Häuser zieht.
Ist Oliver Kahn bei Ihnen Stammgast?
Ja, der kommt regelmäßig. Früher mehr in die Tagesbar, erst in den letzten Jahren ist er auch hier aufgetaucht. Aber Oli ist auch nicht locker. So oft, wie er da war, könnte er hier völlig normal reinspazieren. Tut er nicht. Aber vielleicht wird er jetzt locker. Das liegt schon daran, dass niemand wirklich in der Mannschaft mit ihm kann. Angeblich kommen ja auch die neuen Spieler nicht mit ihm klar. Hört man so.
Wer kommt regelmäßig?
Der Einzige, der wirklich regelmäßig kommt, ist der Beckenbauer. Der kommt aber auch immer nur, wenn er zum Friseur nebenan geht. So ein-, zweimal im Monat. Und wenn er noch warten muss, kommt er her, setzt sich hin, trinkt sein Glas Weißwein und geht dann wieder zu seinem Termin.
Die Fragen stellte Thilo Komma-Pöllath.
Text: F.A.S.
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