„Schade, dass so eine Mannschaft einen der 36 Plätze im Profifußball wegnimmt“ – Falsch.
Richtig: Gut, dass sie nicht mehr im Amateurfußball für ungleiche Verhältnisse sorgt und endlich im sogenannten bezahlten Fußball angekommen ist!
„Die Fans wissen, dass keiner wegen des Geldes in der Nationalelf spielt“ – Falsch.
Richtig: Dass die Fans so denken, offenbart ihre Nostalgie-Denke und die rosa-rote Brille, die sie tragen. Die Tatsache, dass ein Spieler im Nationalteam seines Landes vertreten ist, steigert seinen Preis auf dem Markt. Das wissen die Spieler und auch die Vereine - und entscheidend: die Berater.
Her Herrmann sagt: „Auch wenn die Sichtweise objektiv falsch ist, ... . Doch dieses Denken ist zu oberflächlich, denn es gibt viele gute Gründe für unseren Erfolg.“ Unbestritten. Objektiv falsch wäre das Geld als alleinigen Grund für den Erfolg anzuführen. Es ist aber vielmehr eine Frage der Gewichtung.Wo würde Hoffenheim ohne die in dieser Saison investierten 20 Millionen Euro stehen? Sicherlich nicht auf einem Aufstiegsplatz, was die Millionen zur NOTWENDIGEN Bedingung Nr 1 für die GESCHWINDIGKEIT macht, mit der der Erfolg einzutreten scheint. HINREICHENDE Bedingung ist natürlich auch die ansonsten auf verschiedensten Ebenen geleistete Arbeit. Warum aber wurde nicht in jene "nichtfinanziellen" Faktoren vertraut, sondern plötzlich in Beine investiert? „Mit Tradition kann man alles blockieren." Richtig. Auch richtig ist allerdings, dass man mit Geld einem Fussballverein die"Aura" oder "Seele" austreiben kann, wenn man damit um sich wirft. Eine ernstzunehmende Geschichte und Tradition ensteht dann, wenn IN ERSTER LINIE immer wieder neu "ERARBEITETES" Geld in Beine und Strukturen investiert wird. Nicht aber, wenn die Schatulle plötzlich ganz weit aufgeht.
SAP? Ja. 1899 Hoffenheim? Ein Witz? Nein. Richig:2007 Hoffenheim.
Ich als Hoffenheim-Anhänger kann mich freilich nur freuen: über Leute wie Hans-Dieter, über modernsten Fußball und eine stetig wachsende Fankultur.
Attribute wie "erkaufter Erfolg" und "mangelnde Tradition" werden wir noch lange zu hören bekommen, mindestens so lange wie es auch Bayern-Hasser gibt oder sich Dortmunder und Schalker nicht riechen können...
Bis dahin sollten wir alle unseren Sport genießen und Herrn Hopp wenn schon nicht für seine Investitionen ins Zweitligateam, dann aber zumindest für sein Engagement in der Nachwuchsförderung und Weiterentwicklung des Fußballs dankbar sein. Spätestens wenn die ersten Spieler aus Hoffe in der Nationalmannschaft spielen, wird dann auch der Rest der Republik wieder begeistert mitfiebern, da bin ich mir sicher!
So, muß jetzt weiterarbeiten, ich muß nachher zum Heimspiel gegen Augsburg - AUF GEHTS HOFFE !!!!
Was ist daran falsch, Geld in Deutschland zu investieren. Welchem Verein hat Hoffenheim bisher die guten Spieler weggekauft um sie bei sich auf die Bank zu setzen?
Was Bayern München macht ist richtig. Was Chelsea, Manchester, Madrid, Barca oder Milan machen auch. Warum soll das in Hoffenheim falsch sein.
Was viele außer acht lassen ist, das dem Verein tatsächlich die Basis fehlt. Damit aber ist der Verdienst von R. Rangnick umso höher zu bewerten. Aus einer "Retorten-Mannschaft" ein bundesligataugliches Ensemble zu schaffen verdient Hochachtung.
Wenn die Presse diesen Verein mit Missachtung straft, Aachen, Kaiserslautern, 1860 o.a. wichtiger sind, dann wird es nächste Saison ein angenehmes Erwachen geben.
Wo das Technikmuseum Sinsheim ist, wissen viele, wo das Stadion von Hoffenheim stehen soll - genau gegenüber - noch die wenigsten.
Wenn ein Deutscher sein Geld nach Lichtenstein schafft, ist das falsch. Wenn er sich, wie in Amerika gern getan, seine eigenen Sportmannschaft kauft, auch?
Was wollen wir denn eigentlich?
Nun, dann hoffen wir mal, dass dieser Verien viel Erfolg haben wird. Der deutsche Fussball kann weiß Gott neben Bayern München einen weiteren Spitzenclub vertragen. Was die fehlende Finanzbasis bewirkt, können wir leidvoll am Beispiel Werder Bremen feststellen. Toller Verein, tolle Spieler und doch nachhaltig nur ein eingeschränkter Erfolg. Sobald es darauf ankommt, winken andere Vereine mit lukrativen Verträgen und die Konzentration der Spieler leidet darunter. Beispiele in der Vergangenheit und Gegenwart gibt es reichlich.
Sollte Herr Hopp den Spaß am Verein nicht verlieren, könnte sich die Monogamie in Deutschland ändern. Das Beispiel der Werksclubs wie Bayer Leverkusen oder schlimmer Uerdingen zeigt keine gut Perspektive. Hier zählt nicht die Person, sondern der shareholder value. Vielleicht bekommen wir in Deutschland zukünftig doch englische Verhältnisse. Nur, für den Fan wird das Ereignis Fußball dann deutlich teurer werden.
