Mein Fitness-Kick

Auf die Weihnachtsfalle folgt der größte Erfolg

Von Michael Horeni

“Von regelmäßigen Sport bringt mich so schnell nichts mehr ab“: Michael Horeni

"Von regelmäßigen Sport bringt mich so schnell nichts mehr ab": Michael Horeni

24. Januar 2008 Kurz vor Weihnachten hatte mich die erste Krise in meinem neuen Fitness-Leben ereilt. Sie dauerte länger, als ich vermutete - drei bis vier Wochen. Aber sie endete ganz anders, als die sportliche Krisen in den vergangenen Jahren. In der Vergangenheit, war der erste größere Rückschlag immer wieder der Anfang vom Ende meiner aufgeflammten sportlichen Bemühungen. Diesmal nicht. Seit einer Woche trainiere ich wieder mit neuer Freude und zudem ziemlich intensiv. Das ist bisher einer der schönsten Überraschungen in meinem Fitness-Leben.

Vor dem Jahreswechsel war einiges zusammengekommen: Eine hartnäckige Erkältung, die Einkäufe vor den Feiertagen, Weihnachtsfeiern und dazu auch der Wunsch, mal eine Pause einzulegen. In den ersten Ferientagen, als die Erkältung endlich verflogen, die Geschenke verteilt und das Feiertagsessen verputzt war, kehrte auch ganz schnell der Wunsch zurück, wieder etwas im Fitness-Studio zu machen.

Gutes Essen, guter Wein, wenig Bewegung

Aber plötzlich offenbarte sich ein weiteres Problem: Der neue Ferienrhythmus passte nicht mehr zu meinem Fitnessklub-Abo. Das erlaubte mir den Zutritt nur von morgens um 6.30 bis 13 Uhr. Das klappt unter der Woche sehr gut, wenn die Kinder früh aus dem Haus müssen und dann noch Zeit bis zum Arbeitsbeginn bleibt. Aber nicht, wenn alle länger schlafen können. Da bin ich auch viel zu gerne liegen geblieben und habe mich stattdessen auf das gemeinsame Frühstück konzentriert - ein gesundes natürlich.

Mehr war morgens nicht drin. Ich bin dann zwar ab und zu noch gelaufen, aber nur einmal die Woche für eine knappe Stunde. An Gewicht habe ich angesichts der nur noch sporadischen Bewegung auch ganz schnell zugelegt. Gutes Essen, guter Wein, wenig Bewegung: machte zusammen rund zweieinhalb Kilo. Die klassische Weihnachtsfalle.

Skifahren machte noch nie so viel Spaß

In der letzten Ferienwoche waren wir dann eine Woche zum Skifahren. Ich war gespannt, ob sich mein Training seit dem Sommer in irgendeiner Weise trotz der aktuellen Trainingspause und der erstmaligen Gewichtszunahme bemerkbar machen würde. Um es mit einem Satz zu sagen: Skifahren machte noch nie soviel Spaß wie in diesem Urlaub! Nach keiner Abfahrt taten mir die Oberschenkel weh. Ich konnte eine komplette Abfahrt runter bringen, ohne wie sonst irgendwann den dringenden Wunsch nach einer Pause zu verspüren. Kein Problem.

Ich fühlte mich auch nach sechs, sieben Stunden auf der Piste bestens. Mein Körper wollte auch von Muskelkater oder Müdigkeit am nächsten Morgen nichts wissen. Ich merkte, wie auch der Respekt meiner Frau vor meiner körperlichen Aufbauleistung wuchs - auch nicht gerade unangenehm.

Regelmäßiger Sport als mein größter Erfolg

Das Erfolgserlebnis in den Schweizer Bergen hat mich jedenfalls zusätzlich motiviert. Ich konnte es kaum erwarten, nach den Ferien wieder ins Fitness-Studio zu gehen. Seit in der vergangenen Woche die Schule wieder begonnen hat, bin ich auch wieder ganz regelmäßig und sehr intensiv dabei.

Manchmal arbeite ich mich fast zwei Stunden an den verschiedenen Teilen der neuen und erweiterten Programme (stabilisierende Übungen, Kraft- und Laufeinheiten) von Oliver Schmidtlein und Shad Forsythe ab. Obwohl eine Stunde nach Plan schon reichen würde. Aber das Schönste für mich als jahrelangen Nicht-Sportler ist eindeutig, dass ich nach der überstandenen Krise ziemlich sicher bin: Von regelmäßigen Sport bringt mich so schnell nichts mehr ab. Das ist mein größter Erfolg.

Teil 1: Ich weiß nicht mehr, wie es sich anfühlt
Teil 2: Es ist die reine Fleischbeschau
Teil 3: Chinesen joggen nicht
Teil 4: Sogar verschollene Bekannte tauchen wieder auf
Teil 5: Interkulturelle Sportpark-Beobachtungen
Teil 6: Meine Frau ist mir einfach davongelaufen
Teil 7: Um den Bauch so etwas wie Muskulatur
Teil 8: Reich, fit und vernünftig
Teil 9: Schnäppchenjäger in der Hochglanzwelt
Teil 10: Das ist kein richtiger Sport!
Teil 11: Cardio-Programm mit Uli Hoeneß im Ohr
Teil 12: Die gefühlte Größe steigt
Teil 13: Schlafes Nutzen
Teil 14: Irgendwann wird es auch der letzte Klub begreifen
Teil 15: „Wahrscheinlich leide ich am Bayern-Syndrom“
Teil 16: „Auch Sportler dürfen und sollen genießen“

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: F.A.Z. - Wonge Bergmann

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„Auch Sportler dürfen und sollen genießen“

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„Wahrscheinlich leide ich am Bayern-Syndrom“

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