Uefa-Pokal

HSV gewinnt 2:0 gegen Slavia Prag

Trotz Hochsprung gereichte es Slavia Prag nicht zum Sieg

Trotz Hochsprung gereichte es Slavia Prag nicht zum Sieg

15. Dezember 2005 Zum ersten Mal seit 16 Jahren überwintert der Hamburger SV wieder im Europacup. Der Bundesliga-Zweite setzte sich im letzten Spiel der Uefa-Pokal-Gruppenphase am Donnerstag mit 2:0 (1:0) gegen Slavia Prag durch und zog als Zweiter der Gruppe A hinter dem punktgleichen AS Monaco und vor Prag in die Runde der letzten 32 ein.

Als Gegner für die K.o.-Spiele am 15. und 23. Februar wird am Freitag in Nyon einer der Champions-League-Absteiger aus dem Lostopf gefischt. „Damit beschäftige ich mich aber überhaupt noch nicht. Wir nehmen, was kommt“, sagte HSV-Trainer Thomas Doll. Die Tore für die Hamburger, denen bereits ein Unentschieden zum Weiterkommen gereicht hätte, erzielten Sergej Barbarez (9.) per Kopf und Emile Mpenza (57.), der zuvor die Chance auf einen höheren Sieg vergeben hatte. Der Belgier verschoß in der 31. Minute den fälligen Elfmeter nach einem an ihm begangenen Foul.

Rote Karte für Slavia-Torhüter Kozacik

Jubel beim HSV nach dem 1:0 gegen Slavia Prag

Jubel beim HSV nach dem 1:0 gegen Slavia Prag

Torhüter Matus Kozacik sah für die Notbremse im Strafraum die Rote Karte (27.). Der ohne die Chance zum Aufwärmen eingewechselte Ersatz-Keeper Aleksander Seliga parierte den schwachen Schuß von Mpenza. „Wir haben von der ersten Minute an gezeigt, daß wir auch im nächsten Jahr dabei sein wollen. Das war klasse“, sagte Doll, dessen Mannschaft Selbstvertrauen für die zwei letzten Spiele vor der Winterpause tankte. Am Sonntag wollen die Hamburger bei Verfolger Werder Bremen den zweiten Platz in der Bundesliga-Tabelle verteidigen, am kommenden Mittwoch wartet im DFB-Pokal-Achtelfinale Cupverteidiger Bayern München.

Die 46.353 Zuschauer in Hamburg sahen gegen den zwölfmaligen tschechischen Meister ein abwechslungsreiches Spiel, nur der arg ramponierte Rasen paßte nicht recht ins Bild. Mit den Worten „Die Partie gegen Prag ist ein Endspiel“ hatte Doll seine Mannschaft auf das Entscheidungsspiel eingestimmt, das die Hamburger ohne ihren besten Europacup-Torschützen absolvieren mußten. Rafael van der Vaart hatte bis zum Prag-Spiel vier der fünf HSV-Treffer im Uefa-Cup erzielt. Doch der Niederländer mußte die Partie nach einer Operation an beiden Knöcheln zu Hause vor dem Fernseher verfolgen. Es wurde ein ruhiger Fernsehabend, denn Barbarez und Mpenza sprangen für den treffsicheren Regisseur in die Bresche. Das Sturmduo sorgte vom Anpfiff weg für Unruhe im Slavia-Strafraum. In der 6. Minute verpaßte Barbarez im Fünfmeterraum noch eine flache Eingabe von Stefan Beinlich. Drei Minuten später brachte er seine Mannschaft mit einem herrlichen Kopfball nach einer Beinlich-Flanke in Führung.

„Wenn du für die Mannschaft arbeitest, kommen die Tore immer“

Mpenza war ebenfalls fleißig, zunächst jedoch glücklos im Abschluß. In der 8. und 15. Minute vergab er hochkarätige Chancen. Und als ihn seine Mitspieler beim Elfmeter zu seinem Glück zwingen wollten, versagten ihm die Nerven. In der zweiten Halbzeit brach Mpenza mit einem gefühlvollen Heber dann doch noch den Torbann: Es war sein erster Treffer seit dem 6. August. „Wenn du für die Mannschaft arbeitest, kommen die Tore immer“, meinte er nach dem Schlußpfiff erleichtert.

Glücklich war auch HSV-Mittelfeldspieler David Jarolim, denn der Familienfrieden blieb trotz der Prager Niederlage gewahrt. Durch den 2:1-Erfolg des AC Monaco über ZSKA Sofia zog Slavia mit Davids Vater Karel und Bruder Lukas Jarolim ebenfalls in die k.o.-Runde.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Bildmaterial: dpa/dpaweb, REUTERS

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