Frauenfußball-EM

Das Unglück der Ariane Hingst

Von Christian Kamp, Helsinki

Pechvogel: Ariane Hingst fällt wegen eines Außenmeniskusschadens aus

Pechvogel: Ariane Hingst fällt wegen eines Außenmeniskusschadens aus

06. September 2009 Die Pläne für Ariane Hingst sahen ganz anders aus - und zwar in doppelter Hinsicht. Die Abwehrchefin war vom Pressestab des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) schon auserkoren, vor dem Europameisterschafts-Halbfinale Auskunft über den erwarteten Gegner Schweden zu geben. Schließlich hat die Dreißigjährige selbst eine Saison beim Stockholmer Spitzenklub Djurgarden gespielt, ehe sie sich in diesem Januar dem 1. FFC Frankfurt anschloss. Die deutschen Damen allerdings treffen an diesem Montag in Helsinki nun auf Norwegen, das sich überraschend gegen die Schwedinnen durchsetzte.

Und Ariane Hingst, das ist die weitaus unerfreulichere Nachricht, wird nicht einmal dabei sein. Für sie ist das Turnier schon zu Ende. Am Samstagnachmittag teilte Teamarzt Bernd Lasarzewski mit, dass sich der Verdacht vom Vortag bestätigt hat: Ariane Hingst erlitt im Viertelfinalspiel gegen Italien in Lahti (2:1) eine Verletzung des Außenmeniskus im linken Knie.

Hingst bleibt in Finnland

Da war noch alles gut, nun ist das Innenverteidigerduo Krahn (l.) und Hingst auseinandergerissen

Da war noch alles gut, nun ist das Innenverteidigerduo Krahn (l.) und Hingst auseinandergerissen

Das hätte man beim DFB gerne noch ein bisschen präziser gehabt. Doch trotz aller Bemühungen des Verbandes ließ sich weder in Lahti noch in Helsinki vor Montag ein Termin für eine Kernspintomographie bekommen. Eines aber ist gewiss: Ariane Hingst wird sich nach ihrer Rückkehr aus Finnland einer Operation unterziehen müssen und damit auch ihrem Klub FFC Frankfurt einige Zeit nicht zur Verfügung stehen. „Der Eingriff wird direkt nach unserer Rückkehr erfolgen“, sagte Lasarzewski, der bereits Kontakt mit FFC-Arzt Ingo Tusk aufgenommen hat. „Sie muss dann mit einer Trainingspause von mindestens drei bis vier Wochen rechnen.“

Zunächst aber bleibt Hingst bei der Mannschaft, um die Kolleginnen bei den weiteren Aufgaben zu unterstützen - wenn möglich also bis nach dem Finale am Donnerstag. „Für mich zählt nach wie vor das Turnier“, sagte Hingst. „Wir wollen Europameister werden.“

Passiert ist das Malheur in einer eigentlich unauffälligen Szene in der ersten Halbzeit, als die Innenverteidigerin den Ball in Richtung linke Abwehrseite spielte. Trotz Schmerzen im Knie hielt sie bis zur Pause durch, musste dann aber doch ausgewechselt werden. Bundestrainerin Silvia Neid sprach von einem „schweren Verlust“ und von dem „harten Weg“, den Hingst gerade erst hinter sich gebracht hatte. Nach einem Knorpelschaden im rechten Knie musste die Weltmeisterin von 2003 und 2007 bis zuletzt um die EM-Teilnahme kämpfen. „Sie hatte sich toll zurückgearbeitet und ist topfit ins Turnier gegangen“, sagte Neid. In den bisherigen Spielen gehörte Hingst zu den Stützen der Mannschaft.

Text: F.A.S.
Bildmaterial: AP, dpa

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