29. Mai 2007 Einen Aufschrei der Empörung hat es in Bolivien nach der Entscheidung des Fußball-Weltverbandes Fifa gegeben, Länderspiele in einer Höhe über 2500 Metern zu untersagen. Boliviens Präsident Evo Morales forderte die Fifa auf, die Entscheidung zurückzunehmen. Dieses Verbot diskriminiert die legitimen Rechte der Leute, Fußball zu spielen, und ignoriert den Gleichheits-Grundsatz, der in der Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen festgelegt ist, erklärte Morales.
Er kündigte an, mit anderen Ländern und Städten, die ebenfalls vom Höhen-Limit durch die Fifa betroffen sind, Kontakt aufzunehmen. Morales möchte mit einer konzertierten Aktion ein Umdenken beim Weltverband herbeiführen. Er lud sogar andere südamerikanische Länder zu einem Krisengipfel nach La Paz ein, um die Angelegenheit zu diskutieren.
Blatter verweist auf die Gesundheit der Spieler
Um mögliche Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, hatte die Fifa am Pfingstwochenende das Höhen-Limit für Pflichtspiele von Nationalteams eingeführt. Aus medizinischen Gründen und damit zum besseren Schutz der Spieler entschied das Fifa-Exekutivkomitee, dass in Zukunft keine internationalen Spiele mehr an Orten über 2500 Metern über dem Meeresspiegel ausgetragen werden dürfen.
Vor allem die Tatsache, dass im bolivianischen La Paz in 3700 Metern Höhe gespielt wurde, hatte immer wieder zu Kritik geführt. Bolivien hatte in den Qualifikationsspielen vor allem zu Hause überraschende Ergebnisse erzielt. Außerdem sind die kolumbianische Hauptstadt Bogota (2600 m) sowie Quito (2800 m) in Ecuador betroffen. Ich weiß, dass diese Entscheidung in Südamerika nicht so gut aufgenommen wird, aber wir müssen an die Gesundheit der Spieler denken, hatte Fifa-Präsident Joseph S. Blatter auf einer Pressekonferenz in Zürich erklärt. Die mexikanische Hauptstadt Mexiko-Stadt liegt mit 2240 Metern knapp unter dem Höhen-Limit der Fifa.
Text: FAZ.NET mit sid
Bildmaterial: AP, REUTERS