01. August 2006 Präsident Giovanni Cobolli Gigli kämpft weiter für den Verbleib seines zum Zwangsabstieg verurteilten Klubs Juventus Turin in der Serie A. Er forderte zudem den aberkannten Titel zurück. Wir glauben nach wie vor, daß es zu großen Unterschieden bei den Urteilen gegen uns und der anderen Klubs gekommen ist. Wir sind auf eine Weise behandelt worden, die wir nicht verdient haben, sagte Gigli im Interview mit der italienischen Sporttageszeitung Tuttosport.
Als Folge des Skandals im italienischen Fußball ist am Dienstag abend der Start der Meisterschaft auf das Wochenende 9./10. September verschoben worden. Wie die Liga mitteilte, startet die Serie A statt am 27. August nun am 10. September; sie endet am 27. Mai 2007. Die Serie B beginnt einen Tag früher und geht am 10. Juni 2007 zu Ende.
Der Juve-Präsident betonte, daß der Rekordmeister nach dem bereits eingelegten Einspruch gegen das Urteil der Berufungsverhandlung auch gegen die Aberkennung des Meistertitels der vergangenen Saison beim Olympiaverband Coni vorgehen werde. Wir begreifen nicht, warum uns der Meisterschaftstitel 2006 aberkannt worden ist, da der Manipulationsskandal die Spielzeiten 2004 und 2005 betrifft, sagte Cobolli Gigli. Der Titel war Juve in der vergangenen Woche vom Sportgericht aberkannt und Inter Mailand zugesprochen worden.
Gigli setzt auf Fans und Trainer Deschamps
Unterdessen appellierte Gigli, der vor zwei Monaten das Ruder des Klubs übernommen hatte, an die Juventus-Anhänger, dem Klub treu zu bleiben. Einheimische Talente sollen in Zukunft die Fan-Identifikation stärken. Juve muß ein großer Klub bleiben. Wir können diese Phase ausnutzen, um italienischen Spielern mehr Raum zu geben.
Dabei vertraut der Juve-Boss ganz auf die Fähigkeiten des neuen Trainers Didier Deschamps, der die Nachfolge des zu Real Madrid gewechselten Fabio Capello antrat. Deschamps ist ein Mensch, der Vertrauen verdient. Er ist ein Mann des Sports, der der Mannschaft seine Werte vermitteln kann, so Gigli.
Milan wirbt um Ibrahimovic und Buffon
Der Ausverkauf bei Juve geht unterdessen offenbar weiter. Der schwedische Nationalspieler Zlatan Ibrahimovic steht vor einem Wechsel zum AC Mailand. Juve verlangt nach einem Bericht der Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport 40 Millionen Euro für den Torjäger. Milan wirbt auch um Weltmeister Gianluigi Buffon. Angeblich 30 Millionen Euro sollen die Mailänder für den 28-Jährigen Torwart auf den Tisch legen.
Die in den Manipulationsskandal verwickelte Spielervermittlungsagentur Gea ist inzwischen aufgelöst worden. Dies berichtete die Sporttageszeitung Corriere dello Sport. Die Gesellschaft unter Kontrolle von Alessandro Moggi, Sohn des skandalumwitterten Ex-Juve-Sportdirektors, Luciano Moggi, war der Nötigung von Fußballprofis bei Vertragsverhandlungen beschuldigt worden. In den Sog der Ermittlungen waren neben Moggi Junior auch Davide Lippi, Sohn des zurückgetretenen Nationaltrainers Marcello Lippi, geraten.
Text: FAZ.NET mit Material von sid
Bildmaterial: AFP, AP, dpa