13. April 2006 Für Deutschlands Frauenfußball-Aushängeschilder 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam fällt am Ostersamstag mit dem Bundesliga-Duell in der Main-Metropole (14.30 Uhr) der Startschuß für die entscheidenden anderthalb Monate der gesamten Saison.
Bis zum 27. Mai treffen die beiden Spitzenklubs im Kampf um die Meisterschaft, den DFB-Pokal und den Uefa-Cup gleich fünfmal aufeinander. Da wird sich der Charakter einer Mannschaft zeigen. Ich rechne aber damit, daß jedes Spiel anders werden wird, sagte Potsdams Coach Bernd Schröder und schoß schon einmal einen verbalen Giftpfeil Richtung Frankfurt: Wir sind als Team homogener und haben da unser Plus. Besonders aus psychologischer Sicht ist die erste Begegnung im Stadion am Brentanobad von großer Bedeutung, wie FFC-Coach Hans-Jürgen Tritschoks betonte: Auch wenn sich am Samstag noch nicht die Meisterschaft entscheidet.
Conny Pohlers: Fünf Tore in einem Spiel
Die zuletzt nicht ganz überzeugenden Hessinnen müssen allerdings im ersten Duell der Giganten vor heimischer Kulisse auf Nationalspielerin Sandra Smisek (Oberschenkel-Zerrung) verzichten. Großen Respekt hat der amtierende und fünfmalige Meister aus Frankfurt, der in der Bundesliga-Tabelle bei einem Spiel mehr auf dem Konto noch zwei Punkte Vorsprung auf Potsdam hat, vor Turbine-Stürmerin Conny Pohlers.
Die Nationalspielerin führt mit 28 Treffern in 13 Spielen die Bundesliga-Torjägerliste souverän an. Am vorigen Wochenende traf die 27-Jährige bei Heike Rheine (7:0) bereits zum zweiten Mal in dieser Saison fünfmal ins Schwarze. Weltfußballerin Birgit Prinz (13 Tore) folgt als beste Frankfurterin erst auf Platz drei der Liste.
Kritik am Duell in fünf Akten
Auch DFB-Trainerin Silvia Neid wird in den kommenden Wochen ihre helle Freude haben - immerhin tummeln sich beim Kräftemessen in fünf Akten insgesamt 15 deutsche Nationalspielerinnen auf dem Platz. Dem ersten Bundesliga-Duell folgt am 29. April das DFB-Pokalfinale in Berlin. Am 14. Mai stehen sich beide Klubs in Potsdam im zweiten Liga-Treffen gegenüber, ehe am 20. und 27. Mai die beiden Finalduelle im Uefa-Cup folgen.
Die äußerst unglückliche Terminplanung ist dabei nicht nur Coach Schröder ein Dorn im Auge. Das wäre mit ein bißchen Weitsicht zu vermeiden gewesen, aber die verantwortlichen Stellen haben es nicht hinbekommen, kritisierte Schröder indirekt auch den DFB.
Text: FAZ.NET mit Material von sid
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