06. Februar 2008 Die deutschen Fußball-Nationalspieler gingen durchaus kritisch mit ihrer eigenen Darbietung beim Spiel gegen Österreich ins Gericht - waren aber auch stolz darauf, nach holprigem Start noch klar gewonnen zu haben. Die Stimmen zum Spiel.
Michael Ballack: Wir waren in den entscheidenden Momenten kaltschnäuziger und haben unsere Chancen genutzt. Es war ein holpriger Start mit vielen Fehlern, nicht flüssig. Das Ergebnis gibt nicht hundertprozentig den Spielverlauf wieder. Ich hatte Wadenprobleme, war nicht fit. Wir wussten, dass wir in der zweiten Halbzeit mehr bringen müssen.
Thomas Hitzlsperger: Wir müssen ehrlich zugeben, dass das Ergebnis in der Höhe unverdient ist. Es ist schon ein bisschen glücklich verlaufen, aber vielleicht haben wir uns das auch ein Stück weit erarbeitet. Wir haben nicht aufgegeben und sind belohnt worden.
Philipp Lahm: Es ist positiv, wie wir uns gesteigert haben in der zweiten Halbzeit. Mit der ersten können wir nicht zufrieden sein. Ich sehe das Spiel nicht als Rückschritt, sondern wir müssen daraus lernen und es besser machen.
Heiko Westermann: Wir sind in der ersten Halbzeit sehr schwer ins Spiel gekommen, aber in der zweiten Halbzeit war es okay.
Jens Lehmann: Wir sind einfach nicht so konzentriert ins Spiel gekommen. Dazu waren wir auch überrascht von der Härte der Österreicher. Wir wissen, was wir zu erwarten haben bei der EM. Die Standardsituationen haben die Österreicher sehr gut gespielt.
Joachim Löw: Der Sieg war sicherlich für uns positiv, das Ergebnis ist aber zu hoch. In der ersten Halbzeit haben wir keinen Fußball gespielt, weder defensiv noch offensiv. Es war wichtig für uns, dass wir uns in der zweiten Halbzeit gesteigert haben, geistig und körperlich hoch geschaltet haben. In der Halbzeitpause musste ich einige Dinge ansprechen. Da war mir zu wenig Engagement. Wir sind zu wenig engagiert ins Spiel gegangen, zu wenig gelaufen. Wir haben viele Bälle im Ansatz verloren, schlampig gespielt. Es war das erste Spiel nach einer längeren Pause. Mit der ersten Halbzeit kann man nicht zufrieden sein, mit der Steigerung in der zweiten dagegen schon. Für uns ist es ganz wichtig, dass Michael Ballack wieder dabei war. Es wird seine gute Form bei der EM haben. Die nächsten 14, 15 Wochen werden entscheidend sein, dass die Basis besser wird. Da haben die Spieler die Aufgabe, hart an sich zu arbeiten.
Josef Hickersberger: Wir haben eine großartige erste Spielhälfte gezeigt. Waren die klar bessere Mannschaft und hatten mehrere klare Chancen. Aber so ist es im Fußball: Wenn man die Gelegenheiten nicht nutzt und der Gegner praktisch bei der ersten Chance das Tor macht, dann verliert man so ein Spiel. Aber wir haben gesehen: Wir brauchen bei der EM nicht in Ehrfurcht zu erstarren.
Text: FAZ.NET
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