Champions League

Der FC Bayern stürmt ins Achtelfinale

Von Elisabeth Schlammerl, München

Jawohl! Bayern steht mit Torschütze Miroslav Klose im Achtelfinale

Jawohl! Bayern steht mit Torschütze Miroslav Klose im Achtelfinale

26. November 2008 Ein Punkt hätte schon gereicht, um vorzeitig das Achtelfinale der Champions League zu erreichen, aber der FC Bayern München wollte sich nicht mit einem mageren Unentschieden begnügen. Trotz des 3:0-Sieges gegen Steaua Bukarest aber blieb der deutsche Rekordmeister auf Rang zwei in der Gruppe F, da gleichzeitig Olympique Lyon 2:1 beim AC Florenz gewann (siehe auch: Champions League: Die Ergebnisse der Qualifikationsspiele ).

Den Münchnern reicht deshalb ein Unentschieden - außer einem 0:0, dann läge Lyon nach dem 1:1 in München im „Hinspiel“ im direkten Vergleich vorne - im letzten Vorrundenspiel in zwei Wochen beim französischen Meister zum angestrebten Gruppensieg. Die Rumänen hatten es dem FC Bayern, für den vor 63.000 Zuschauern in der Münchner Arena zweimal Miroslav Klose und einmal Luca Toni traf, nicht besonders schwer gemacht. Es genügte eine mittelprächtige Leistung zum dritten Sieg in diesem fünften Gruppenspiel.

Achtelfinale, wir kommen! Die Bayern nach dem 3:0-Sieg gegen Bukarest
Achtelfinale, wir kommen! Die Bayern nach dem 3:0-Sieg gegen Bukarest

Stürmischer Beginn des FC Bayern mit vielen Chancen

Die Partie in der Münchner Arena begann stürmisch. Der FC Bayern, der mit Daniel van Buyten statt des verletzten Demichelis in der Innenverteidigung antrat, ließ in der Anfangsphase keinen Zweifel aufkommen, dass er aus eigener Kraft das Achtelfinale erreichen wollte. Die Rumänen waren zunächst höchst ungeordnet in der Abwehr und wirkten mit dem schnellen Spiel des Gegners etwas überfordert. Die Chancen für die Bayern ergaben sich deshalb im Minutentakt.

Zunächst überlief Miroslav Klose Außenverteidiger Pawel Golanski, passte nach innen zu Luca Toni, und der schoss den rumänischen Torhüter Robinson Zapata an (4.). 60 Sekunden später die gleiche Szene: Wieder kam Klose über links, wieder spielte er in die Mitte, wo sein italienischer Sturmkollege lauerte. Dieses Mal schoss Toni plazierter, aber Zapata konnte zur Ecke retten. In der sechsten Minute probierte es Klose dann von der anderen Seite, wieder wartete Toni vor dem Tor, dieses Mal mit dem Kopf, traf aber den Ball nicht richtig. Vier Minuten später hatte Toni schon wieder eine Torchance, als er nach Riberys Zuspiel am Tor vorbei schoss.

Erste Chance als Warnschuss für die Münchner

Nun fand Bukarest langsam die Orientierung in der Defensive, stellte die Räume zu und begann früher zu stören. Die Sturm- und Drangzeit der Münchner war somit erst einmal beendet. Sie spielten im Mittelfeld den Ball hin und her und fanden nur noch selten eine Lücke, auch weil die Laufbereitschaft nun mehr und mehr zu wünschen übrig ließ. Bukarest wurde nun mutiger, traute sich auch mal in den gegnerischen Strafraum. In der 24. Minute wäre die Mannschaft von Trainer Dorinel Munteanu dafür fast belohnt worden. Dayro Moreno kam an der rechten Strafraumgrenze zwar nicht an van Buyten vorbei, legte deshalb den Ball zurück auf den sträflich unbewachten Mirel Radoi. Der Volleyschuss des Kapitäns ging allerdings über das Tor.

Diese Chance verstanden die Bayern offenbar als kleinen Warnschuss und bemühten sich nun wieder um ein zügigeres Spiel. Und tatsächlich landete der Ball in der 28. Minute nach einem Schuss von Klose im Tor. Allerdings wurde der Treffer wegen einer Abseitsstellung von Vorbereiter Toni zurecht nicht anerkannt. Auf der anderen Seite prüfte Bayern-Kapitän Mark van Bommel seinen Torwart mit einer präzisen Kopfball-Rückgabe und sorgte so dafür, dass Michael Rensing zwischendurch ein bisschen warm wurde.

Klose und Toni machen den souveränen Sieg perfekt

Nach der Pause ging die Torejagd von Luca Toni weiter, nach 55 Minuten hatte der Weltmeister fast so viele Chancen vergeben wie drei Tage zuvor gegen Cottbus. Da hatte er acht Schüsse aus aussichtsreicher Position aufs Tor abgegeben, ehe ihm endlich ein Treffer gelungen war. Die kleine Schwächephase der Münchner aus der ersten Hälfe war nun längst überwunden, sie gingen fast wieder so forsch zu Werke wie zu Beginn der Partie. Und weil sich in der 57. Minute Klose in die Mitte schlich, auf die Position von Toni, klappte es auch endlich mit der Führung: Oddo flankte den Ball mit viel Gefühl und Übersicht vor das Tor, und der deutsche Nationalstürmer sorgte mit dem längst verdienten 1:0 für die Erlösung.

Vier Minuten später hatte dann endlich auch Toni sein Erfolgserlebnis, er köpfte das 2:0. Dem FC Bayern reichte zuletzt solch eine komfortable Führung nicht immer zum Sieg, schon dreimal haben sie in dieser Saison nach einen Zweitorevorsprung noch den Ausgleich kassiert. Aber die Rumänen, die mit der Negativserie von elf sieglosen Spielen nach München gereist waren, hatten weder die Klasse noch das Selbstvertrauen, um sich gegen die Niederlage zu stemmen. Stattdessen trafen noch einmal die Bayern. Klose sorgte in der 71. Minute für den 3:0-Endstand.

Bayern München - Steaua Bukarest 3:0 (0:0)
Bayern München: Rensing - Oddo, Lucio (78. Breno), van Buyten, Lahm - Schweinsteiger, van Bommel, Zé Roberto, Ribéry - Klose, Toni (82. Borowski)
Steaua Bukarest: Zapata - Golanski, Goian, Ghionea, Marin - Radoi, Petre (66. Lovin) - Nicolita, Dayro Moreno, Szekely (63. Semedo) - Stancu (78. Tiago Gomes)
Schiedsrichter: Braamhaar (Niederlande)
Zuschauer: 64.000
Tore: 1:0 Klose (57.), 2:0 Toni (61.), 3:0 Klose (71.)
Gelbe Karten: - / Golanski, Goian, Petre



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP, ddp, dpa

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