Skandalspiel in Istanbul

„Jeder mußte um sein Leben rennen“

Polizeischutz für Mitglieder der Schweizer MannschaftDer türkische Spieler Emre Belozoglu (l.) greift Christoph Spycher an“Das macht mich rasend“, sagte Joseph Blatter - erst ist nicht nur Präsident der Fifa, er ist auch Schweizer

Bildergalerie Die Türkei muß nach den Ausschreitungen in Istanbul mit empfindlichen Strafen rechnen. „Sicherheitsleute und türkische Spieler haben uns angegriffen“, sagte der Schweizer Nationalspieler Marco Streller nach dem WM-Qualifikationsspiel.

Lesermeinungen zum Beitrag

20. November 2005 23:31

Spiel Türkei-Schweiz

www www (cetinyildirim)


Ich habe versucht einige der Kommentare aufmerksam zu lesen. Vielle der Kritiken sind richtig und angebracht.

Was weniger angebracht ist, sind Ausführungen einiger, die zunächst mit dem spiel und den Ereignissen primär nichts zu tun haben.

Hier hat die Türkei fehler gemacht und muß dafür einstehen. Es ging hier um ein Fußballspiel. Zuständig für die Aufarbeitung ist die Euefa und die Fifa. Nur die sollten im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Bestrafung vornehmen.

Forderungen, wie die EU sollte die Verhandlungen aussetzen, haben nichts mit dem Spiel zu tun. Einige nehmen alles was in der Türkei passiert zu Anlaß um die EU Verhandlungen zu blockieren.

Wir sollten nicht alles in ein Topf werfen. Hier ging es um ein Spiel und die anschließende Eskalation. Nicht um die EU Mitgliedschaft der Türkei, das steht gewiss auf einem anderen Blatt.

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18. November 2005 18:40

Unerträglich

Hendrik Fischbach (cujo1303)

Natürlich wird "vereinfachend" diskutiert. Dennoch ist die Selbstgerechtigkeit, mit der türkische Offizielle die Schuld auf angebliche Schweizer Provokationen und die FIFA schieben unerträglich.
Wer die Bilder von der Ankunft der Schweizer Mannschaft am Flughafen gesehen hat, weiß genug!

"gekränkte Ehre, verletzter Stolz" soll so etwas rechtfertigen!

Ich lebe in Köln und habe jetzt eine Sorge weniger. Die Türken schauen sich die WM - wenn überhaupt - am TV an! Das schlimmste, was hätte passieren können, eine direkte Begegnung zwischen der türkischen und der deutschen Mannschaft bleibt uns erspart!

Danke Schweiz!

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18. November 2005 15:32

Rekordzahl an Leserkommentaren

gisbert heimes (gisbert4)

Erstaunlich, und auch wieder nicht, was dieses Ereignis für ein Echo auslöst. Da sieht man mal, was die FAZ-Leser wirklich bewegt :-) - doch keineswegs zu Unrecht.

Man sieht, was auf beiden Seiten passiert, wenn der zivilisatorische Firnis bröckelt und die Emotionen hie und die Attitüden da plötzlich unverhüllt sind.

Keine hoffnungsvolle Momentaufnahme, am Beginn des 21. Jahrhunderts. Wobei ich in der überwiegend krass negativen Reaktion der europäischen, insbesondere der deutschen Medien, das größere Problem sehe. Für die Türken ist Fußball mehrheitlich noch ein wichtigeres Identifikationsmerkmal als beispielsweise für die Deutschen. Ich bin überzeugt, daß viele Türken sich schämen und wir der Sache erheblich mehr dienen, wenn wir ihnen die Aufarbeitung der Vorgänge getrost selbst überlassen. Statt mit erhobenem Zeigefinger herum zu dozieren.

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18. November 2005 07:20

Europas Werte und die Integration

Frank Bach (Spindel)

Kommt es in Europa ein kollektiver Gewaltausbruch, dann wird dieser von den eigenen Medien verurteilt und im eigenen Land strafrechtlich verfolgt, und zwar ohne Umschweife.

Was demgegenüber in der Türkei passiert, nämlich die nationalistische Solidarisierung der Offiziellen mit Rüpeln, die ihre Emotionen nicht im Griff haben, widerspricht elementar unseren europäischen Werten.

So wünschenswert die Integration der Türkei in die EU aus globalstrategischen Gründen wäre, so unmöglich ist sie wegen der Unvereinbarkeit der Kulturen. Die Menschen in Europa fühlen das mit sicherem Instinkt.

Frank Bach

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17. November 2005 23:21

Na, da sieht man's doch

gisbert heimes (gisbert4)

diese Türken, und sowas will nach Europa.

Also, natürlich darf das nicht sein, und es ist schon ziemlich lächerlich, was eine verlorene WM-Qualifikation da so freisetzt.

Noch lächerlicher allerdings kommt mir die Reaktion hierzulande darauf vor. Wir, die Zivilisierten - das scheint mir so dümmlich wie die emotionsgeladene Trauer und Wut der Türken, die sich plötzlich wieder als Underdogs vorkommen. Erst recht, wenn die Scham über das Vorgefallene wieder die Oberhand bei ihnen gewinnt.

Nebenbei, die reinen Opferlämmer scheinen mir die Schweizer auch nicht gewesen zu sein.

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17. November 2005 19:52

Meinung

Stefan Appel (AppelStefan)

Ich habe mir als erstes die meisten der Leserkommentare durchgelesen und auf den Vorwurf eines hin auch noch ein paar französische und englische Artikel dazu gelesen. Ich komme zu dem Schluss das der Artikel zwar objektiver geschrieben werden könnte aber ich bin mir nicht sicher ob dies zwingend erforderlich ist. Die Hinweise darauf, daß das ganze durch eine Provokation endstanden sein könnte sind vorhanden. Bestehen bleibt aber unser Rechtsverständnis das sich nunmal nicht unbedingt mit dem Türkischen deckt. Dem Deutschen ist die körperliche unversehrtheit ein Menschenrecht. Natürlich nicht allen. Den meisten Türken natürlich auch. Ebenfalls nicht allen. Egal was nun zwischen den Spielern war, nicht hinzunehmen ist die Tatsache, daß die schweizer Spieler unter anderem auch von Sicherheitsbeamten angegriffen wurden.
Dieser Vorfall sollte siche aber nicht auf die Beitrittsverhandlungen der Türkei auswirken. Ich würde es auch ungerns sehen wenn durch die Taten von deutschen Fußballfans Deutschland als ein gewalttätiges Land gesehen würde. Solange der Rest, also das (Volk minus Fans) sich für die taten der Fans entschuldigen und daran arbeiten dies zu unterbinden sollte dies nicht der Falls sein. Ich denke das sollte der Punkt sein an dem wir die Türkei messen können. Ich meine nicht das Verhalten der Regierung sondern eben das des Volkes.

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17. November 2005 18:59

enttäuschend

Klaus-P Karpowsky (karpowsky)

Ganz besonders betroffen macht mich, das man nun sogar von Türken in Deutschland weder Einsicht noch Reflektion zu hören bekommt, sondern ganz offen irreale Verfälschungen der Wirklichkeit. Da werden eigene Fehler zur Diskriminierung durch andere. Frühkindlich oder pubertärer kann man sich wohl kaum verhalten. Schade, ich dachte wirklich da wären wir schon viel weiter. Ich hoffe, wir dürfen nach diesem Vorfall auch bei der EM 2008 und WM 2010 auf diese Türkei dankend verzichten (und bei der Vollmitgliedschaft in der EU hoffentlich auch).
Dr. Karpowsky, Hamburg

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17. November 2005 18:13

armes deutschland...

Sibel Can (cimbom1)

das die wirtschaft und die schulbildung in deutschland den bach runtergeht ist ja nicht neu. das sich der journalismus anschließt war nur eine frage der zeit. anstatt genau zu recherchieren, wird die täter opfer rolle schnell vergeben. An die "bösen türken" natürlich, weil ja nur einseitig berichtet wurde. diese berichterstattung der deutschen medien und der kommentar der faz leser spiegeln haargenau das bild in deutschland und der deutschen wieder. vielleicht hätte die ard den tritt von herrn huggel gegen den türk. co-trainer zeigen sollen, der die auseinandersetzungen richtig ins rollengebracht hatte.

kommen wir zu den aussagen von herrn blatter, seineszeichen fifa präsident und hobby fußball fan der schweizer. wie kann jemand in so einer verantwortlichen position 24 stunden nachdem spiel basierend auf die aussagen seiner landsleute eine meinung bilden.

ironie des schicksals für die türken ist das gremium, welches über sanktionen beraten wird.
fifa sitz ist in der SCHWEIZ
fifa chef ist SCHWEIZER
fifa general sekretär ist SCHWEIZER
fifa pressesprecher ist, richtig erraten auch SCHWEIZER
der vorsitzender des untersuchungsgremiums...doch nicht wieder etwa ein SCHWEIZER....natürlich doch.

nun ja die türken habe es ja auch nicht anders verdient - nicht wahr liebe faz leser!

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17. November 2005 15:14

Anatolien liegt nicht in Europa

Christian Barzel (Falke27)

Die gestrigen Ereignisse haben mal wieder gezeigt, daß die Türkei kein Teil Europas ist und dieses auch in den nächsten 100 Jahren nicht werden wird.
Insbesondere der extrem aggressive Nationalismus sollte den europäischen Gutmenschen endlich die Augen öffnen, was für ein Früchtchen da an die Türen klopft.

Die unsagbare Arroganz, mit der Türkeilobbyisten aus Wirtschaft und Politik deren Beitritt unumkehrbar machen, sollte endlich den entschlossenen Widerstand breiter Bevölkerungsschichten provozieren.


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17. November 2005 13:38

Disqulifiziert

Harald Feick (feick)

Hier haben sich eine Mannschaft, ihre Fans und ihr Stadionpersonal sportlich und menschlich disqualifiziert.

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17. November 2005 11:14

Willkommen, Schweiz!

Markus Bea (Boersenkoala)

Als neutraler Beobachter freut es mich, dass mit der Schweiz ein zivilisiertes Völkchen an unserem Fußballfest im nächsten Jahr teilnimmt.
Nicht vorstellbar, wie ein Abschneiden der Türkischen Mannschaft bei der WM die Geschehnisse in deutschen Städten beeinflusst hätte.
Nach diesem Spiel kann es nur eine Antwort geben:
Internationale Sperre für die nächsten 2 Jahre & zukünftige Zuordnung in die "Asien"-Gruppe (wo sie von der Mentalität offensichtlich besser aufgehoben sind)

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17. November 2005 11:12

Die unverständliche Ignoranz von Herr Daum

Christian Hepting (hepting)

Wie kann es möglich sein, dass Herr Daum nach den offensichtlichen Übergriffen vor, während und nach dem Spiel auf unsere Schweizer Delegation noch immer ein ganz normales Barrage-Spiel gesehen haben wollte? Wie ist eine solche Ignoranz bloss zu erkären. Selbstverständlich, Herr Daum ist in der Türkei als Trainer angestellt und ich würde deshalb ein vorsichtiges, zurückhaltendes Verhalten von Herr Daum akzeptieren. Aber er bestreitet mit Vehemenz, dass Vorwürfe oder Klagen seitens der Schweizer angebracht sind. Daum wörtlich: «Die Schweizer sollen stolz sein statt zu heulen! Das war ein normales Quali-Spiel. Die Türken sind ein friedliches Volk, im Stadion hatte es auch viele Frauen und Familien. Es herrschte im und ausserhalb des Stadions eine friedliche Atmosphäre. Man darf nicht jetzt schon über Dinge urteilen, die sich nachher in Wohlgefallen auflösen.» Es ist eine Schande, was sich in Istanbul abgespielt hat! Es stimmt mich traurig und macht mich wütend. Die riesige Freude über die Qualifikation für die WM 2006 sollte doch das grosse Thema sein; leider ist dem nicht so. Das Statement von Herr Daum lässt sich vermutlich damit erklären, dass er berechtigte Angst vor Repressalien gegen sich und seine Familie hat. Dieser Gedanke lässt die Aussage noch absurder erscheinen...

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17. November 2005 10:41

Türkei Skandal

Andy Niklaus (andynik)

Die Vorkommnisse in Istanbul haben vor allem eine brisante Dimension, weil die Aggressionen von den Spielern und Funktionären ausgingen. Primitive Fans gibt es wohl in jedem Land. Dass aber türkische Spieler die Schweizer in den Kabineneingang verfolgten, dass ein Spieler krankenhausreif geschlagen wurde, dass Presseleute an der Berichterstattung gehindert wurden, hat eine andere Dimension. Der türkische Verband gehört für längere Zeit von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen. Das ist die einzige Maßnahme, die ihnen wirklich weh tut und die ein Umdenken bewirken kann.
Noch viel mehr zu denken gibt mir, dass beim Terrorisieren des Schweizerteams staatliche Instanzen der Türkei mitmachten. Bei der Einreise ließen die Grenzpolizisten die Schweizer absichtlich 2 Stunden vor dem Einreiseschalter herumstehen, als im Flughafen pöbelnde Fans auf die Spieler einstürmten, standen die wenigen eingesetzten Polizisten diskret abseits. Das zeigt mir, die Türkei als Staat wirklich noch nicht so weit ist, dass man sie ohne schlechtes Gefühl in die EU aufnehmen könnte.

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17. November 2005 09:14

Relegationsspiel in Istanbul

Uwe Leopold (leouwe)

Es ist eine große Freude, dass es die Türkey nicht zur WM nach Deutschland geschafft hat. Der dort alltägliche und bösartige Fanatismus ist ekelhaft, extrem unsportlich und unfair. Mit der Nichtqualifikation hat dieses Verhalten die sportlich gerechte Strafe erhalten. Jetzt ist die UEFA bzw. die FIFA gefordert, auch dem türkischen Fussballverband für die (bewußt ?) schlechte Organisation und Sicherheit die Quittung auszustellen. Ein Ausschluß aus der bevorstehenden EM-Qualifikation wäre angemessen.

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17. November 2005 08:39

Sperrung der Türkei

Thomas Gerhardt (ThomasGerhardt)

Ausschreitungen durch "Fans", wie wir sie leider auch von Deutschen, Briten oder auch schon von Franzosen erlebt haben, sind schon schlimm genug. Leider muß man damit ja schon bei einigen Spielen rechnen.

Wenn aber Spieler und Sicherheitskräfte die gegnerische Mannschaft verprügeln, Medienvertreter in Kabinen eingesperrt werden wie das gestern der Fall war, nur damit das ganze Ausmaß vor der Weltöffentlichkeit verborgen wird, dann kann es darauf nur eine Antwort geben:

Die sofortige Sperrung der türkischen Nationalmannschaft für die nächsten zwei Jahre und der Ausschluß dieser Prügelknaben von der nächsten EM.

Ein Verhalten einer Profi-Mannschaft wie das gestern ist inakzeptabel. Nur, weil ihnen das Ergebnis nicht gepaßt hat? Das sollte man sich in der Türkei mal an die eigene Nase fassen. Hätte man vielleicht in der Schweiz besser espielt (wo seltsamerweise niemand verprügelt wurde, gell?) oder auch nur die Chancen gestern besser genutzt, dann wäre man vielleicht bei der WM dabei.

Den Schiedsrichter als Buhmann auszumachen, ist für jeden, der die Fernsehbilder gesehen hat, vollkommener Schwachsinn. Der Mann hat absolut brillant und unparteiisch gepfiffen.

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17. November 2005 08:39

Umgang mit südländischen Mentalitäten?

Gerry Höse (ghoese)

Das am gestrigen Tage ausgetragene Fußballspiel zwischen der Türkei und unseren unmittelbaren Nachbarn war sportlich bis zur 60 Spielminute attraktiv und zugleich von Spannung nur schwer zu überbieten. Doch durch die von den Schweizern erzwungene Entscheidung war psychisch für das türkische Publikum nich verkraftbar. Die Stimmung schlug bedenklich um und verschiedene Wurfelemente erreichten insbesondere die Nationalspieler und deren Funktionäre. Es ist kaum verständlich, wie ein scheinbar aufgeklärtes Volk, welches vom Tourismus und deren Finanzkraft abhängig ist, sich hinreißen lässt und die Weltöffentlichkeit ein solches Bild vermittelt. Das der sportliche Wettkampf für viele nicht nur ein Krämpftemessen der Athleten sondern darüber hinaus entscheidet welches Volk und welche Kultur die stärkere sei gehört mittlerweile zum Bild der sportlichen Auseinandersetzung. Doch das der unterlegene den entstandenen Frust einer Niederlage mit Übergriffen in die körpliche Individualität einer Person freien Lauf lässt, kann nicht Sinn des Sportes auf Wettkampfebene sein. Für einen neutralen Zuschauer stellt sich hierbei die Mentalitätsfrage in Bezug auf die Brisanz der Duellierung. Das türkische Volk vermittelt in den Medien eine überdurchschnittliche Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, ist aber im Umgang mit einer Niederlage mental nicht stark genug. Mir erscheint es suspekt, denn mentale Stärke zeigt sich im Verkraften einer Niederlage.

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