FAZ.NET-Spezial: 27. Spieltag

Lautern schöpft neue Hoffnung

Überflieger: der Lauterer Halil Altintop

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27. März 2006 Der Hamburger SV hat am 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga den FC Bayern München entkommen lassen. Nach der 2:4-Niederlage der Hanseaten gegen Borussia Dortmund und dem 3:1 des Rekordmeisters beim MSV Duisburg ist dem Starensemble von der Isar der 20. Titelgewinn wohl nur noch theoretisch zu nehmen.

„Wir haben den deutschen Meister gesehen“, gratulierte MSV-Trainer Jürgen Kohler schon vorzeitig. Trotz der neun Punkte Vorsprung auf den gestrauchelten HSV mahnt Bayern-Chefcoach Felix Magath dennoch zur Vorsicht: „Die Niederlage des HSV verschafft uns Luft, aber es sind noch ein paar Spiele zu spielen.“ Es sind noch sieben Partien bis zum Saisonfinale am 13. Mai, und daß doch noch etwas schief gehen könnte, unterstrich die Partie an der Wedau.

Unter dem Motto „minimaler Aufwand, maximaler Ertrag“ reichten 15 Minuten und ein wieder erstarkter Roy Makaay beim Fast-Absteiger Duisburg zum Sieg. Der Niederländer bereitete das 1:1 vor und schoß das 2:1 selbst. „Er ist wieder der Alte“, lobte Magath den zuletzt Formschwachen (Siehe auch:O-Töne: „Es war ein verrücktes Spiel“). Trotz seiner kleinen Sternstunde erkannte Makaay, daß der Auftritt der Bayern-Elf ambivalent war: „Unsere erste Halbzeit war Amateurniveau, die zweite meisterlich.“ Duisburg konnte mit starken 65 Minuten und der 1:0-Führung zwar Imagepflege betreiben, im Kampf gegen den vierten Abstieg in die 2. Liga aber nichts Zählbares vorweisen. „Die Partie in der nächsten Woche beim VfL Wolfsburg ist ein Endspiel“, sagte Kohler.

„Minimaler Aufwand, maximaler Ertrag“

Die letzte Chance dürfte der Tabellenletzte 1. FC Köln mit dem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt (1:1) schon vergeben haben. „Irgendwann hat man es nicht mehr verdient“, stellte FC-Stürmer Matthias Scherz resigniert fest. Mit dem 5:0-Kantersieg gegen Hannover 96 hat sich Werder Bremen dagegen den Frust von der Seele geschossen. Nach dem unglücklichen K.o. in der Champions League (1:2 bei Juventus Turin) und zwei Bundesliga-Niederlagen blasen die Hanseaten wieder zum Angriff. „Bayern und Schalke kommen noch zu uns, der HSV spielt in Schalke, und wir müssen zum Schluß nach Hamburg“, sagte Manager Klaus Allofs. „Da sind viele Variationen möglich, es wird ein heißer Kampf.“

Dies gilt auch für das Buhlen um Platz fünf und die Uefa-Cup-Teilnahme. Sechs Teams können sich noch Hoffnungen machen. Mit dem 2:2 beim FSV Mainz 05 eroberte Hertha BSC die begehrte fünfte Position zurück. „Wenn wir schon mal dort sind, wollen wir den Platz auch verteidigen“, sagte Berlins Trainer Falko Götz. Doch die Konkurrenz drängt von hinten nach. Allen voran der BVB, der mit dem 4:2 beim HSV eine Tradition fortsetzte: Seit 14 Jahren gab es für die Westfalen nur eine Niederlage an der Elbe. „Hier macht es immer richtig Spaß“, freute sich BVB-Torschütze Florian Kringe. Schlecht gelaunt war HSV-Coach Thomas Doll, da die direkte Champions-League-Qualifikation des in Gefahr gerät: „Das war zu wenig für eine Heimmannschaft.“

Bremen zuversichtlich

Die Bremer (drei Punkte zurück) und Schalke 04 (vier Zähler dahinter) rücken dem Tabellen-Zweiten auf die Pelle. Außerdem muß der HSV am kommenden Sonntag nach Gelsenkirchen reisen. „Wir sollten uns hüten, auf Werder und Schalke zu schauen. Wir müssen selber unsere Hausaufgaben machen“, sagte Doll. Dies gilt auch für die Schalker, die nach dem 0:3 bei den Bayern (0:3) nun auch gegen den abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg (2:2) Punkte verspielten. „Jetzt geht es auf die Zielgerade, da braucht man Stehvermögen“, sagte Teammanager Andreas Müller auch mit Blick auf das Uefa-Cup- Viertelfinale am Donnerstag bei Levski Sofia.

Der 1. FC Kaiserslautern rückte am Sonntag mit dem 3:0 gegen die zehntplazierte Borussia aus Mönchengladbach bis auf einen Zähler an Wolfsburg heran, bleibt als Tabellen-16. aber auf einem Abstiegsplatz. In der zweiten Sonntags-Partie boten Arminia Bielefeld und der 1. FC Nürnberg beim 0:0 ein schwache Leistung und sind mit jeweils 31 Punkten nach wie vor gefährdet. Der Abstand zu Kaiserslautern beträgt nur vier Zähler.

Nicht nur aus sportlichen Gründen blickt Fußball-Deutschland schon seit Wochen auf Bayer Leverkusen (Siehe auch: Calmund wird vernommen ). Der Klub sorgt durch die Finanz- Affäre um den früheren Manager Reiner Calmund und neue Vorwürfe, Bundesligaspiele manipuliert zu haben, für Negativschlagzeilen zuhauf. Labsal für die Vereinsoberen war da der 2:0-Erfolg beim VfB Stuttgart, mit dem Bayer wieder im Uefa-Cup-Rennen ist. „Wir haben uns heute noch mal zurückgemeldet“, sagte Coach Michael Skibbe.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, REUTERS

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