Adidas oder Nike

„Schwierige Konfliktsituation“ für DFB

DFB-Präsident Zwanziger will mehr Geld von Adidas

DFB-Präsident Zwanziger will mehr Geld von Adidas

30. Januar 2007 Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) setzt seinen langjährigen Vertragspartner Adidas noch ein Stück mehr unter Druck als bisher schon, was die Partnerschaft über das Jahr 2010 hinaus betrifft. „Nike scheint uns mehr zuzutrauen als unser langjähriger Partner“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger nach einem Treffen am Dienstag mit Vertretern des Sportartikelherstellers, darunter der Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer. Zwanziger unterstrich dabei nochmals die Haltung des DFB, dass der 2010 auslaufende Ausrüstervertrag mit Adidas im vergangenen Sommer bei Gesprächen nach der WM keineswegs bis 2014 verlängert worden sei. Man befinde sich in der Verhandlungsphase.

Bestätigt sieht sich der Verband durch das von ihm in Auftrag gegebene Rechtsgutachten des Mainzer Universitätsprofessors Habersack, der die Auffassung stützt. „Zu einem Vertrag gehört mehr, als sich in die Augen zu gucken. Die Vertragsverhandlung mit Adidas war nicht abgeschlossen. Es gab auch inhaltlich und formell keinen absoluten Abschluss“, sagte Zwanziger.

DFB will mehr Geld von Adidas

Adidas vertritt weiterhin eine „Gegenposition“. Ein juristischer Streit könnte bevorstehen, der dann von einem Schiedsgericht für entschieden werden müsste. „Wir sind in einer schwierigen Konfliktsituation“, gab der DFB-Präsident zu.

Hinter der Auseinandersetzung steckt die Aussicht des Verbandes auf einen Jahrhundert-Deal mit dem Adidas-Rivalen Nike. Das amerikanische Unternehmen bietet dem DFB für eine Partnerschaft über acht Jahre von 2011 an rund 500 Millionen Euro. Eine Summe, die der Verband nicht ausschlagen will – und auch nicht ausschlagen dürfe, wie Zwanziger betonte. „Wir müssen Klarheit haben. Wenn wir die nicht haben und dann mit Adidas unter den bisherigen Bedingungen verlängern, dann weiß ich jetzt schon, dass dann Strafanzeigen bei uns eingehen.“ Aber der DFB verhandele mit seinem Partner jetzt „nicht im Sinne einer Beendigung, sondern einer Fortsetzung des Vertrags – wenn diese uns unter den gegebenen Umständen möglich gemacht wird.“ Das heisst im Klartext: Mehr Geld oder es endet eine der großen Traditionen im deutschen Fußball.

Text: ash., F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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